Grit und Peter Schmitt mit Steffen Kopetzky in der Kirche in Krümmel.
Die Buchhändler Grit und Peter Schmitt aus Mirow haben sich gegenüber Strelitzius sehr zufrieden mit dem am Wochenende zu Ende gegangenen Literaturfrühling in Mirow und Krümmel geäußert. „Es waren durchweg unterhaltsame Veranstaltungen, sehr spannend, an denen die Besucher sichtlich ihre Freude hatten“, so Peter Schmitt im Gespräch mit Strelitzius. „Die Kombination hat einfach gestimmt, das Format gepasst.“ Knapp 150 Buchfreunde hatten sich zu den drei Terminen in der Remise auf der Schlossinsel und abschließend im Krümmeler Gotteshaus eingefunden und ihr Kommen offenbar nicht bereut, wie die Veranstalter erfahren durften.
Als Werbepartner von „Schmitt’s in Mirow“ freue ich mich, nun hier im Blog den allen Buchfreunden versprochenen „Literaturfrühling“ ankündigen zu dürfen. Die Buchhändler Grit und Peter Schmitt, im vergangenen Herbst für ihr kulturelle Engagement mit der Mirow-Münze geehrt (Strelitzius berichtete), haben Wort gehalten und bescheren Stadt und Umland trotz der widrigen Umstände in den zurückliegenden Monaten wieder ein ansprechendes Lesungsprogramm mit Filmeinlage. In die Vorbereitung hat das Paar bereits viel Kraft investiert. Natürlich wünscht es sich ebenso wie ich ihm zahlreiche Besucher. Gelegenheit besteht vom 26. bis zum 29. Mai zum Zuhören, um sich zu begegnen und für anregende, interessante Gespräche. Die kann man übrigens auch beim Stöbern und Kaufen im Buchladen in der Breitscheidstraße führen. Was für eine wunderbare Adresse!
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt hat einen offenen Brief des Krümmelers Gerhard Schneider (Strelitzius berichtete) wie versprochen beantwortet. Schneider hatte in seinen „Gedanken eines alten Mannes“, die von meinen Lesern stark beachtet wurden, unter anderem die Aufrüstung der Bundeswehr mit einem Extrabudget von 100 Milliarden Euro angesichts des Krieges in der Ukraine in Frage gestellt. Arlt, Luftwaffenoffizier bei der Bundeswehr, hat mir exklusiv gestattet, sein Antwortschreiben zu veröffentlichen. Zugleich lud er Gerhard Schneider ein, das Thema in einem Live-Stream zu diskutieren. Hier die Zeilen des Bundestagsabgeordneten unserer Region:
Gerhard Schneider aus Krümmel, einst einer der Köpfe der erfolgreichen Bürgerinitiative „Freier Himmel“ gegen das seinerzeit geplante Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide, hat einen Brief an den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Arlt geschrieben. Ich darf die Zeilen mit Zustimmung beider Seiten veröffentlichen. Arlt hat Schneider eine Antwort zugesagt.
„Das, was uns im Augenblick passiert und sich entwickelt, lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Johannes Arlt scheint mir ein Gesprächspartner zu sein. Meine Ansichten wird er aber nicht unbedingt teilen“, so mein Blogfreund an Strelitzius. „Der Krieg in der Ukraine wird wohl bis zur Erschöpfung beider Seiten weitergeführt. Wir haben unseren Anteil daran.“ Hier der Brief an den Abgeordneten:
Am heutigen Morgen gegen 7 Uhr ereignete sich auf der K 17 zwischen Troja und Krümmel ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem Traktor und einem Pkw, bei welchem eine Person ums Leben gekommen ist. Nach derzeitigem Erkenntnisstand befuhr der 60-jährige deutsche Fahrzeugführer des Pkw die K 17 von Troja kommend in Richtung Krümmel, im Gegenverkehr befand sich der 43-jährige Fahrer eines Traktors mit nachgeführter Holzrückmaschine. Aufgrund des Verstoßes gegen das Rechtsfahrgebot seitens des Pkw-Fahrers kam es zur Berührung seines Autos mit den Reifen der Holzrückmaschine, indessen Folge der Pkw drehte und im Straßengraben zum Stehen kam.
Der Pkw-Fahrer wurde im Fahrzeug eingeklemmt und verstarb noch am Unfallort. Der 43-jährige Traktorfahrer erlitt einen Schock. An der Unfallstelle waren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Krümmel, Lärz, Röbel, Rechlin und ein Sachverständiger der Dekra im Einsatz. Der entstandene Schaden wird auf ca. 8500 Euro geschätzt. Die K 17 zwischen Troja und Krümmel wurde zur Unfallaufnahme bis ca. 11 Uhr vollgesperrt.
Vor zehn Jahren stellten Rosalie Dupré und Patrick Gutschmidt ihre eigens für den Ort gemalten Bilder erstmals in der Dorfkirche von Krümmel aus. Die damals noch in Berlin lebenden Künstler haben inzwischen in der Region Fuß gefasst und Wurzeln ausgebildet. Nun zeigten sie den Zyklus „12 Bilder – Der Kreis schließt sich“ noch einmal am selben Ort, nur minimal verändert.
Stark farbig, aber zurückhaltend in der Komposition, paarweise einander gegenüber positioniert und im einheitlichen Format, gehen die Bilder auf den Kirchenraum mit seinen Symmetrien, den vorhandenen Formen und seinem wechselnden Licht ein und beeinflussen ihrerseits die Farbstimmung des Raumes. Jedes Bild enthält nur eine, zwei oder drei Farben. Durch Überschneidungen und Kreuzungen klingen philosophische Fragen an, werden aber nicht ausdrücklich formuliert. Der Klang kann für sich selbst stehen und sich in den Kirchenfenstern widerspiegeln (oder umgekehrt).
Im Rahmen von KUNST HEUTE 2021 – ZEITGENÖSSISCHE KUNST ERLEBEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN ist die Ausstellung vom 2. bis zum 10. Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr in der Kirche Krümmel zu sehen. Am kommenden Sonntag, den 10. Oktober, findet hier ab 16 Uhr ein Künstlergespräch mit Tee statt, zu dem herzlich eingeladen wird. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Marleen Luisa Menke, die mit ihren Instrumenten Handpan, Gitarre und Gesang zu den Raumeindrücken improvisieren wird. Um eine Spende dafür wird gebeten.
Mein Blogfreund Gerhard Schneider aus Krümmel hat mich heute Morgen überrascht. Gerät er mir sonst mit kurzen Kulturnachrichten in die Schreibstube, so hat er diesmal unter dem Titel „Ein Hilferuf“ einen längeren Brief verfasst. Er fragt an, ob ich seine Zeilen denn veröffentlichen würde. Prinzipiell, nichts dagegen zu sagen. Nun könnte ich sie unter die Kommentare einreihen. Aber nach dem zweiten Lesen des Aufsatzes bin ich endgültig zu der Auffassung gelangt, dass hier Gedanken geäußert werden, die vielleicht viele Menschen in diesen Tagen bewegen. Also habe ich mich entschlossen, dem Text den Platz zu schenken, der ihm wohl auch gebührt. Und bin gespannt auf die Reaktionen meiner Leser…
„Ein Hilferuf“, wen wähle ich am 26. September?
Wir, Freunde und Bekannte, sitzen zusammen, reden wie man so sagt „über Gott und die Welt“. Weniger über Gott, mehr über die Welt. Erst sprechen wir über Familie, Garten, nähern uns den Krankheiten. Bis dann eine/einer sagt: Genug! Über Krankheiten reden ist in meinem und im Alter vieler meiner Freunde nicht ungewöhnlich. Auch wenn wir mehr in der Gegenwart leben und der Vergangenheit nachhängen, die Zukunft, das Morgen bewegt uns doch. Da sind unsere Kinder und Enkel. Wir sehen ihr Leben und ihren Weg.
Ja, die Zukunft.
Wie soll sie werden?
Natürlich besser als das, was uns heute bedrückt. Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr so ist, wie es früher war.
Und dann die Frage in die Runde: „Wen wählst du?“
Man kennt sich viele Jahre und man glaubt im Grunde die Anschauungen und die „politische Heimat“ der Freunde zu kennen. Man druckst herum. Bald ist klar, es gibt eine allgemeine Verunsicherung. Klar wird auch, ob man Merkel mochte oder nicht, sie hatte etwas, was ansprach. Mit ihrer Partei brachte man sie erst in zweiter und dritter Linie zusammen. Sechzehn Jahre, man hatte sich so an sie gewöhnt. Nun ist Schluss. Was tun?
Im Gespräch scheint es so, man weiß, nichts bleibt so, wie es war. Doch was im Angebot für die Wahlen ist, ist kaum Neues. Kaum anderes Personal. Programme, die mit größter Wahrscheinlichkeit die Zeit der Regierungsbildung nicht überstehen werden. Politischer Wahlkampf war gestern oder vorgestern. Das Spitzenpersonal der Parteien ist schon so lange im Geschäft wie unsere großen Enkel alt sind. Wer über Jahrzehnte Verantwortung in der Regierung hatte und nun verbal so tut, als würde sich mit seiner Wahl Grundlegendes ändern in der Gesellschaft, sollte sich selbst nach seiner Glaubwürdigkeit fragen.
Also wen soll ich wählen, wohl wissend, am Morgen nach dem Wahlabend bin ich nicht mehr gefragt und die Parteien müssen mit dem fertig werden, was der Wähler für sie „angerichtet“ hat?
Ich möchte, dass sich etwas ändert. Dass wirklich neue Wege beschritten werden. Dass man nicht über Maßnahmen zur Sicherung unserer Umwelt nur redet, sondern ernsthaft handelt. Ich möchte, dass meine Enkel in gut ausgestattete Schulen gehen können, wo ausreichend Lehrer da sind und Lehrmaterialien vorhanden. Ich möchte einen öffentlichen Nahverkehr nutzen können, der seinen Namen verdient. Ich möchte eine medizinische Versorgung, die nicht wirtschaftlichen Gesichtspunkten folgt, sondern Kranke gesund macht. Ich möchte, dass Wohnraum und Immobilien keine Spekulationsobjekte sind. Dass Arbeit gerecht bezahlt wird.
Und last but not least, dass die internationalen Beziehungen sich entspannen. Die Bundesrepublik hatte einmal mit Walter Scheel, Willy Brandt und Egon Bahr Politiker, die Gespräche führen konnten, ihr Gegenüber nicht verteufelten, sondern sich in sie hineinversetzten und nicht in Nibelungentreue von einem politischen Desaster in das Nächste stolperten.Frieden.