Zu Lesung und Gespräch wird am 29. September um 19.30 Uhr in die Alte Kachelofenfabrik in Neustrelitz eingeladen. Die ukrainische Schriftstellerin, Übersetzerin und Doktorandin am Institut für Slawistik der Universität Leipzig, Natalka Sniadanko (Lwiw/Leipzig), spricht unter dem Titel „Weil die Wunden Vögel werden“ über die Rolle der ukrainischen Literatur in Zeiten des Krieges. Ausgehend von der gleichnamigen Anthologie, liest sie ausgewählte Texte und gibt Einblicke in das Schreiben und Leben in der Ukraine.
Der Kulturverein Feldberger Land e. V. freut sich, in einer ungewöhnlichen Herbstausstellung die artemetrie-Arbeiten Gunter Kriegs präsentieren zu können. Vernissage ist am am Freitag, den 14. November, um 19 Uhr, in der Galerie des Vereins im Haus des Gastes, Strelitzer Str. 42.
Gunter Krieg lebt und arbeitet in Jena. Neben und nach einer beruflichen Laufbahn als Bauingenieur ist er auf unterschiedlichen Gebieten vielfältig künstlerisch tätig. Seit vielen Jahren interessiert er sich dafür, Aspekte von Grafik, Farbenspiel, Konstruktion und Geometrie zu einem künstlerischem Miteinander zu verbinden. Dabei ist eine persönliche Arbeitsweise entstanden, die Gunter Krieg selbst artemetrie nennt. Nachdem er seine Arbeiten zunächst mit farbigem Papier und Tusche gestaltete, arbeitet er heute digital. Auch die früheren Arbeiten wurden digitalisiert, bearbeitet und variiert.
Unter dem Motto „Allerseelen – Friedenswege“ laden Stefanie und Egbert Striller von der Galerie der Allee in Wustrow am 2. November um 16 Uhr noch einmal (Strelitzius berichtete) in die Dorfkirche ein. „Heimatstädte lagen in Schutt und Asche, Kriegskrüppel und Tote waren alltäglich, und nun, 2025, soll Deutschland kaum 80 Jahre später, wieder kriegstauglich werden? Wo es noch mittendrin ist, den Frieden zu üben! Pausenlose Luftwaffen- und Marinemanöver lassen keinen Zweifel am Ernst des Irrsins“, schreiben mir die beiden Aktivisten, „entsetzt von der Gegenwartspolitik“.
Nach längerer Zeit hat sich Gerhard Schneider aus Krümmel in Wort und Bild mal wieder bei mir gemeldet. „Die Situation um und in uns ist irre. Täglich treiben Experten die Kriegsfurie durch das Land. Keine Nachricht ist so verrückt, als dass sie nicht doch erzählt wird.“
In seinen Gedanken eines alten Mannes schreibt der Künstler diesmal unter Bezug auf die Verhandlungen um Bodenschätze zwischen Trump und Selensky sowie Trump und Putin, dass „die hehren Ziele von Demokratie und Freiheit letztlich doch ‚Seltene Erden‘ sind.“ Aus nachfolgendem Text wiederum spricht seine Ratlosigkeit, die wohl viele Menschen auszeichnet.
Die Aufenthaltserlaubnisse von Geflüchteten aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriffskrieg geflohen sind und in Deutschland Schutz erhalten haben, gelten bis zum 4. März 2026 fort. Dies hat das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) durch Rechtsverordnung festgelegt. Dieser Rechtsverordnung hat der Bundesrat zugestimmt. Die Verordnung trat am 28.11.2024 in Kraft. Die Betroffenen müssen damit keinen Antrag auf Verlängerung des Aufenthaltsstatus stellen und es sind keine damit verbundenen Termine bei den Ausländerbehörden notwendig. Grundlage für die weitere Verlängerung des vorübergehenden Schutzes ist ein Beschluss der EU-Mitgliedstaaten aus Juni 2024.
Zum Gedenken an die Opfer des Faschismus findet am Sonntag, dem 8. September, in Neustrelitz am Ehrenmal in der Marienstraße um 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung wird die Losung „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ sein.
Veranstaltet wird die Feier von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e. V.). Die Stadt Neustrelitz unterstützt die Veranstaltung.
Mein treuer Leser Dr. Reinhard Wilhelm hat mich auf einen weiteren lesenswerten Beitrag in der „Berliner Zeitung aufmerksam gemacht. Den Tipp gebe ich gern an die gesamte Strelitzius-Gemeinde weiter. Schließlich geht es um unsere Zukunft, ja die Frage unserer Existenz.
„Ob allerdings unsere ‚politischen Eliten‘ in der EU den einzig logischen und richtigen Schritt gehen, Verhandlungen mit Russland, jetzt, ohne Vorbedingungen, um Frieden herzustellen und einen dritten Weltkrieg zu vermeiden, ist unklar“, schreibt mein Blogfreund. Und ihn treibe die Frage um, was wir als Menschen tun können.
Der renommierte Politikwissenschaftler Hajo Funke hat zum Ukraine-Krieg und der Verantwortung des Westens für die Katastrophe einen bemerkenswerten Gastkommentar für die Berliner Zeitung geschrieben. Geheime Friedensverhandlungen bereits im März und April 2022 seien sabotiert worden.
„Es wäre Ausdruck politischer Vernunft und einer am Friedensgebot Deutschlands und Europas orientierten verantwortungsethischen Pflicht, auch jetzt – unter ganz anderen, erschwerten Bedingungen – die gegenseitige Verhandlungsbereitschaft zu testen“, so Funke. Und weiter schreibt er: „Die USA, Großbritannien, die BRD und die Nato sind derzeit erkennbar aus politischen Erwägungen unfähig, ein ernsthaftes Interesse an solchen Verhandlungen zu entwickeln. Und das, obwohl die russische Führung dieser Tage – trotz der Tatsache, dass die ukrainische Armee militärisch gesehen auf verlorenem Posten steht – erneut einen Waffenstillstand anbietet. Ob die Haltung der Nato-Staaten aus ideologischer Verengung, gegenseitigem Anpassungsdruck oder aus dem Bemühen um die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit resultiert, ist nicht immer auszumachen.“ Eine politische Lösung sei überfällig, so das Fazit des Experten.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir der Beitrag von einem meiner Blogfreunde zugeschickt worden ist. In Zeiten unaufhörlichen, von den meisten Medien befeuerten Kriegs- und Aufrüstungsgetrommels hierzulande teile ich den Artikel mit meiner Lesergemeinde besonders gern.
Gerhard Schneider aus Krümmel ist meinen Lesern spätestens seit den „Gedanken eines alten Mannes“ kein Unbekannter mehr. Ich weiß es zu schätzen, dass er mich und damit alle Mitglieder der Strelitzius-Gemeinde an seinen Überlegungen zum Zeitgeschehen teilhaben lässt. Zum Jahresbeginn hat der Maler, einst an der Spitze der Bürgerinitiative „Freier Himmel“, erneut einen illustrierten Aufsatz verfasst.
Und einmal mehr spricht er mir mit seinen Gedanken aus der Seele. Keine Frage, dass ich Schneiders Zuschrift mit den besten Wüschen 2024 für meinen Blogfreund veröffentliche. Erst recht an einem Tag, wo ich fassungslos erfahre, dass angeblich zwei Drittel der Deutschen Kriegsminister Boris Pistorius lieber zum Bundeskanzler hätten als Olaf Scholz. Wenn auch aus einem Blatt, dass es nur online schafft zu mir durchzudringen.
Gedanken zur Zeit
BÜRGER Nichts bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, Wenn hinten, weit in der Türkei, Die Völker aufeinander schlagen. Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten; Dann kehrt man abends froh nach Haus Und segnet Fried und Friedenszeiten.
ZWEITER BÜRGER Ach ja Herr Nachbar, ja, so lass ich’s auch geschehn: Sie mögen sich die Köpfe spalten, Mag alles durcheinandergehn: Doch nur zu Hause bleibts beim alten! (Goethe, Faust I, vor dem Tor)
Goethes Worte gingen mir durch den Kopf, als ich heute meinen Morgentee trank. „Ruhig, zufrieden mit der Welt“ die TAZ las. Denkste! Ich fand die Leserbriefe auf ein Essay von Funke/von der Schulenburg (30.12.23) zum russischen Ukrainekrieg. Die Reaktionen hatte ich erwartet. Der perfekte, voll ausgebildete Beißreflex. Schon beim ersten Lesen des Essays war mir klar, was der Text auslöst. Das war gewiss dem Redakteur bewusst, der diesen Text in die Zeitung aufnahm, denke ich.
Was glauben denn die Briefeschreiber? Glauben sie ernsthaft daran, dass ihre Antwort den Krieg auch nur um eine Sekunde verkürzt? Ihre Gegenrede und Fürworte, wie Baseballschläger auf die anderen schlagend. Wenn jeder jedem, der anders tickt, Lüge oder intellektuellen Abstieg unterstellt, dient das nicht der Wahrheitsfindung. Nichts wird dadurch wahrer, nichts, kein Deut!
Wahr ist, dass in der Ukraine und in Gaza Menschen sterben, täglich, auch in der Minute, in der ich diesen Text schreibe. Wir lesen von „Game changer“, das klingt so harmlos wie die Auswechselung eines Feldspielers. Wir können das „Nachdenken“ über die Atombombe für Deutschland lesen, heute 3.1.24 in der „Süddeutschen“. Lesen im „Spiegel“, dass wohl in naher Zukunft auch deutsche Soldaten gegen Russland kämpfen könnten. Klartext: in den Krieg ziehen und getötet werden könnten. Eine Weihnachtsbotschaft anderer Art.“ Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, bei den Menschen seines Wohlgefallens“. Das war Heiligabend gegen 15 Uhr in der überfüllten Kirche, und das reicht?! Es reicht eben nicht!