Am kommenden Freitag, dem 8. Mai, jähren sich zum 81. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus. Die Residenzstadt Neustrelitz begeht diesen Tag des Erinnerns und Mahnens mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung – und lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, daran teilzunehmen.
Am 29. April 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Stadt Neubrandenburg von den Faschisten. Das Friedensbündnis Neubrandenburg lädt am 29. April 2026 um 15 Uhr die Neubrandenburger und ihre Gäste ein, am Gedenkstein „Die Trauernde“ in der Nähe des Regionalmuseums in der Stargarder Straße gemeinsam daran zu erinnern.
Unter großer öffentlicher Anteilnahme sind heute Morgen in Wesenberg drei Stolpersteine verlegt worden. Vor der Bäckerei in der Hohen Straße erinnern sie an das Schicksal der Eheleute Johann und Frieda Winks, die als Zeugen Jehovas von den Nationalsozialisten verfolgt und inhaftiert wurden, und von Paul Kracht, der als Mitglied der KPD wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ Gefängnis und KZ erleben musste und 1938 in der sogenannten Heil- und Pflegeanstalt“ Domjüch an den Folgen verstarb. Johann und Frieda Winks erlebten wegen ihres Glaubens später in der DDR weitere Repressalien und reisten schließlich in den Westen aus.
Der Künstler Gunter Demnig, der das Projekt Stolpersteine 1992 ins Leben gerufen hat, ließ auch vor dem Geburtshaus der Geschwister Paul und Frieda die Gedenktafeln ins Pflaster ein. Johann und Frieda Winks lebten später in der Tiergartenstraße. Inzwischen sind von Demnig und seinen Vertretern weit über 100.000 Stolpersteine in Deutschland und anderen europäischen Ländern verlegt worden.
Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember gedenken weltweit verwaiste Eltern mit ihren Familien ihrer verstorbenen Kinder. Damit das Licht weltweit leuchtet, stellen sie um 19 Uhr Ortszeit in den verschiedenen Zeitzonen dieser Welt eine brennende Kerze ins Fenster, sodass eine Lichterwelle 24 Stunden lang die ganze Welt umringt. Jedes Licht im Fenster steht für ein Kind, welches verstorben ist und für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden.
In Neubrandenburg findet am Donnerstag, den 11. Dezember, um 18 Uhr im Begegnungszentrum der Kirchengemeinde St. Michael in der Straußstraße 10a eine Gedenkandacht für verstorbene Kinder statt. Die Krankenhausseelsorge des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums organisiert die Andacht mit Unterstützung der Kirchengemeinde. Eingeladen sind Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte, die ein Kind – gleich wann und welchen Alters – verloren haben. Es ist gut, die schwere Last der Trauer um ein Kind gemeinsam zu tragen und sich mit Menschen zu umgeben, die ähnliches erlebt haben.
Gedenkmesse in der Evangelischen Kirche von Pezinok.
Am 30. August hat das Jahresgedenken an die Verstorbenen der Mecklenburg-Strelitzer Herzogsfamilie in Mirow stattgefunden. Dabei wurde besonders des vor 240 Jahren verstorbenen Herzogs Georg August gedacht, der als österreichischer General im Alter von 37 Jahren in der heutigen Slowakei starb.
Die slowakische Kommune Bösing (heute Pezinok) wurde auf die Ankündigung im Strelitzius Blog aufmerksam. Aus Anlass des Todestages des dort einst beigesetzten und 1852 in die Familiengruft in Mirow umgebetteten Strelitzer Herzogs fand nun im November in der Evangelischen Kirche in Pezinok ein eigener Gedenkgottesdienst statt. Dieser wurde mit einer Kranzniederlegung an dem historischen Epitaph auf der örtlichen Marmortafel des alten Friedhofs der Stadt fortgesetzt, das Prinz Georg August gewidmet ist.
Die Stadt Mirow und die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde laden herzlich zur Reinigung der Stolpersteine am 9. November um 12 Uhr in Mirow, Mühlenstraße/Ecke Schlossstraße, ein.
Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte wurden zerstört und geplündert, Menschen jüdischen Glaubens gedemütigt, geschlagen, verhaftet und ermordet. Zu diesem Zeitpunkt hatten die letzten jüdischen Einwohner Mirows die Stadt bereits verlassen. Den jungen Geschäftsleuten Herbert und Herta Rosenberg gelang damals die lebensrettende Flucht aus Deutschland.
Der November steht traditionell im Zeichen des Erinnerns. In Neubrandenburg wird an mehreren Tagen den Opfern von Krieg, Gewalt und Verfolgung gedacht. Die Vier-Tore-Stadt lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich zur Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen ein.
Die Rheinsberger Friedensrunde lädt ein zum Gedenken an den Tag der organisierten Pogrome, den 9. November 1939. Treffpunkt zum gemeinsamen Spaziergang ist am 9. November um 17 Uhr in der Schlosstraße 9 in Rheinsberg. Von dort geht es zu den Stolpersteinen in der Langen Str. 19 und in der Berliner Str. 12, bevor es auf dem Kirchplatz eine kleine Abschlusskundgebung gibt. An den Stolpersteinen werden Blumen abgelegt, gegangen wird mit Teelichtern oder Grablichtern in stillem Gedenken an das Unrecht, das in Rheinsberg an den jüdischen Mitbürgern begangen wurde.
Wie jedes Jahr findet gegen Ende August eine Gedenkandacht für die verstorbenen Mitglieder der Großherzoglichen Familie von Mecklenburg-Strelitz statt. Besondere Beachtung und Würdigung soll in diesem Jahr der in Mirow beigesetzte kaiserlich-österreichische General Herzog Georg August zu Mecklenburg-Strelitz (geb. 1748 in Mirow, gest. 1785 in Tyrnau/Slowakei) finden. In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 240. Mal.