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Nach längerer Zeit hat sich Gerhard Schneider aus Krümmel in Wort und Bild mal wieder bei mir gemeldet. „Die Situation um und in uns ist irre. Täglich treiben Experten die Kriegsfurie durch das Land. Keine Nachricht ist so verrückt, als dass sie nicht doch erzählt wird.“

In seinen Gedanken eines alten Mannes schreibt der Künstler diesmal unter Bezug auf die Verhandlungen um Bodenschätze zwischen Trump und Selensky sowie Trump und Putin, dass „die hehren Ziele von Demokratie und Freiheit letztlich doch ‚Seltene Erden‘ sind.“ Aus nachfolgendem Text wiederum spricht seine Ratlosigkeit, die wohl viele Menschen auszeichnet.

Sonntagsspaziergang

So ein schöner Sonntag.

Sonne lacht, Blende acht. Das gibt es wohl so nicht mehr. Wenn ich fotografiere, nehme ich das Mobiltelefon und klick macht es. So auch an diesem Sonntag in dem kleinen Dorf, in dem ich wohne.

Aus den Gärten  grüßen Forsythien und Primeln. Hier und da am Weg leuchtet schon ein Löwenzahn und natürlich das Grün der neuen Blätter. Dann das Singen der Vögel. Das Herz ist leicht. So ein Sonntagsspaziergang ist betäubend. Doch die Welt beginnt nicht erst hinter dem Horizont. Man begegnet sich, grüßt sich, lobt das herrliche Wetter und ist beim Krieg.

„Meinen Sie es gibt Krieg?“ werde ich gefragt. „Alle Signale sind freigestellt. Das Geld ist bewilligt!“

„Nein, Herr Nachbar.“

„Lesen Sie keine Zeitung, hören Sie kein Radio, sehen Sie kein Fernsehen. 5000 tote Soldaten pro Tag, erklärt der Vorsitzende des Reservistenverbandes, wird es im Krieg mit Russland geben. Wir brauchen die Wehrpflicht. Ist das nicht beunruhigend?“

„Das sind nur Meinungen.“

„Ach was! Der Ansatz zu Verhandlungen wird zerredet. Keiner denkt mehr ernsthaft an das Leid der Ukrainer und schon gar nicht an das der Russen. Der zweite Vorname unserer Experten ist Siegfried.“

„Wir sind für Verhandlungen, nur der Putin will nicht, der tut nur so. Das weiß ich ganz genau, ich lese und höre es täglich!“

Um uns wuseln die kleinen Kinder des Nachbarn herum. Mein Gesprächspartner zeigt auf sie und fragt: „Was soll ich den Kindern erzählen? Sie Träumer!“ Man grüßt sich nochmals, wünscht sich eine gute Woche und geht beiderseits kopfschüttelnd auseinander.

So ein schöner Sonntag.

Gerhard Schneider