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Grit und Peter Schmitt mit Steffen Kopetzky in der Kirche in Krümmel.

Die Buchhändler Grit und Peter Schmitt aus Mirow haben sich gegenüber Strelitzius sehr zufrieden mit dem am Wochenende zu Ende gegangenen Literaturfrühling in Mirow und Krümmel geäußert. „Es waren durchweg unterhaltsame Veranstaltungen, sehr spannend, an denen die Besucher sichtlich ihre Freude hatten“, so Peter Schmitt im Gespräch mit Strelitzius. „Die Kombination hat einfach gestimmt, das Format gepasst.“ Knapp 150 Buchfreunde hatten sich zu den drei Terminen in der Remise auf der Schlossinsel und abschließend im Krümmeler Gotteshaus eingefunden und ihr Kommen offenbar nicht bereut, wie die Veranstalter erfahren durften.

Einfach wunderbar sei der Auftakt mit Ines Burdow und Stephan Baumecker an Himmelfahrt gewesen. Die Autorin und der Schauspieler hätten geradezu meisterhaft die Liebesgeschichte zwischen Lyonel Feininger und seiner Angebeteten Julia Berg vorgetragen, die in den Briefen des großen Malers zu lesen ist. Die Masse der Besucher gönnte sich auch noch den anschließend gezeigten Film „Lotte im Bauhaus“. Eine perfekter Ergänzung.

Mit etwas Bammel waren die Schmitts in den zweiten Abend gegangen. Einen literarischen Übersetzer hatten sie noch nie präsentiert, und dann auch noch Bernard Robben, um den sich die Verlage reißen. „Erlebt haben wir gemeinsam mit dem Publikum einen sympathischen Mann, der auf die Menschen zugehen kann und trotz seines Erfolges immer auf dem Boden geblieben ist“, so Schmitt.

Steffen Kopetzky arbeitet eigentlich an einem neuen Buch. Eine Lesung in einer solchen Phase ist eine absolute Ausnahme, die er nach eigener Aussage nur für die Schmitts gemacht hat. „Die Leute hingen förmlich an seinen Lippen, es ist faszinierend, wie er Historie mit fiktiven Geschichten verbindet“, schwärmte mein Blogpartner bei der Nachbetrachtung des Literaturfrühlings. „Diese Intensität, aber auch diese Differenziertheit in der Darstellung!“ Kopetzky las und erzählte sage und schreibe zweieinhalb Stunden lang, die Zeit verging wie im Flug. Und er hätte auch noch weitergemacht…

Finale in Krümmel, die Dorfkirche bot Schutz gegen den Regen. Einmal mehr eine gut besuchte Lesung, sehr interessierte Leute, und Kopetzky gab erneut alles. Unter den Zuhörern auch Mirows Bürgermeister Henry Tesch, der den Schmitts zum Ausklang des Literaturfrühlings viel Anerkennung zollte. Tesch gehört zur wachsenden Zahl derer, die wissen, was Stadt und Umland an den Buchhändlern haben. Wie immer gab es vorher und nachher Getränke und Snacks, und gegrillt wurde in Krümmel auch noch. Urgemütlich!

Jetzt dürfen sich Kulturbeflissene schon wieder auf das Juni-Ende freuen. Mit einem Konzert vorweg und einer Lesung hinterher bieten die Schmitts vom 26. bis zum 29. des kommenden Monats eine Wolfgang-Kohlhaase-Retrospektive an. Dazu wird auch der Altmeister noch einmal nach Mirow kommen. Premiere als Veranstaltungsort soll dann das eigens hergerichtete alte Feuerwehrhaus in der Rotdornstraße haben.

Steffen Kopetky liest aus seinem Roman „Monschau“.