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Marieken Matschenz, Projektleiterin von „Kultur:Mobil“, im Gespräch mit Mentor Andreas Willisch, Staatssekretär Nikolaus Voss sowie Künstlerin Dorothee Rätsch und vom Vorstand des „simsalArt e.V.“ Anke Müller sowie Vereinsvorsitzende Ramona Seyfarth (von links) Foto: Ute Köpke

Beim Besuch vom Staatssekretär Nikolaus Voss aus dem Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern und Andreas Willisch vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V. Ende Juli in Passentin waren sich beide einig: Es ist schon toll, was hier von den Simsalartisten auf die Beine gestellt wurde und jetzt mit dem Kulturmobil auch ins Rollen gebracht wird.

Oben auf der Wilhelmshöhe bei Passentin, Ortsteil von Penzlin, hat der Verein „simsalArt e.V.“ mit seiner Gründung vor rund anderthalb Jahren seinen vielseitigen Vereinsstandort aufgebaut. Seitdem haben zahlreiche Gäste das weitflächige Gelände mit dem zauberhaften Skulpturengarten sowie dem „Theater mit Puppen“ bei verschiedensten Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Reihe „Kultur auf der Höhe“, kennengelernt, und auch die Macher vor Ort. Den „Simsalartisten“, wie sich die Vereinsmitglieder selbst titulieren, ist es allerdings ein besonderes Anliegen, dass Kunst und Kultur zu den Menschen vor Ort kommen. „Es geht uns um die Vernetzung, Begleitung und Selbstermächtigung von Menschen, die in ihrer dörflichen Region Kultur und Gemeinschaft als Lebensqualität umsetzen möchten, ohne selbst mobil zu sein“, beschreibt Vereinsmitglied Marieken Matschenz, Projektleiterin vom „Kultur:Mobil“. Dieses Projekt wurde ausgewählt für das Förderprogramm „Neulandgewinner – Zukunft erfinden vor Ort“ des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung e.V. und wird damit bis Ende 2022 gefördert.

Und das Kulturmobil gibt es in Kürze auch ganz praktisch zu erleben: als einen wandelbaren sowie mit Material bestückten Anhänger, der für verschiedenste Workshops bis hin zur ausklappbaren Bühne genutzt werden kann. Mit neugierigen Akteuren und Institutionen in verschiedensten Orten wurden bereits Kontakte geknüpft. „Uns geht es darum, dass wir entsprechend dem Bedarf mit und für die Menschen vor Ort kulturelles Leben zu gestalten“, betont Ramona Seyfarth, Vorstandsvorsitzende vom „simsalArt e.V.“ Dementsprechend wichtig sei vorab wie auch im weiteren Prozess der Umsetzung die aktive Kommunikation.

In diesem Sinn sahen ebenfalls Nikolaus Voss und Andreas Willisch ihren Besuch in Passentin. Jetzt im Sommer, erklärt Nikolaus Voss als Neulandgewinner-Jurymitglied, habe man die Möglichkeit, vor Ort ins Gespräch mit Neulandgewinnern zu kommen und die Umsetzungsbedingungen für ihre Projekte kennen zu lernen. „Es geht uns darum, kreative und engagierte Leute im ländlichen Raum zu vernetzen und sichtbar zu machen“, so Andreas Willisch als Mentor für die Neulandgewinner. Es sei schön zu entdecken, wie versteckt auf der Wilhelmshöhe, also im wirklich sehr ländlichen Raum Mecklenburgs, etwas Wegweisendes entwickelt wird. Das kulturelle Klima hier hat beiden Besuchern sehr gut gefallen. „Diese Sommertour zu den Akteuren vor Ort macht wirklich Freude“, so Nikolaus Voss, privat übrigens als Sänger der Schweriner Domkantorei kulturell unterwegs.

Entsprechend dem Grundtenor des Besuchs, dass „Menschen, die Orte anders machen damit auch die Gesellschaft verändern“ fahren jetzt die Simsalartisten übers Land zu regionalen Akteuren. Erster Anlaufpunkt der Kulturmobil-Tour ist am Sonntag, 15. August, der mitten in der Seenlandschaft gelegene Ort Puchow bei Penzlin. Ab 15 Uhr ist für alle Interessierten – und dafür muss man nicht aus Puchow sein – Treff auf der Festwiese.

Um Mut und Wahrheit geht es im Theaterstück „Der Drache mit dem Kaffeekrug“ um 15.30 Uhr für Menschen ab vier Jahren mit Puppenspieler Stephan Rätsch. Nach dieser Einstimmung beginnt die „Dorf-Geschichten-Rallye“, bei der das Dorf erkundet und Geschichten per Ton oder Bild zusammengetragen werden. In der Schlussrunde ab 17.30 Uhr kommen zum Austausch auf der Festwiese wieder alle zusammen. Hier wird dann auch abgesprochen, wie die Kooperation vom Dorftreff Pura e.V. und dem Kulturmobil weitergeht.