Den Aktivisten, die seit Jahren für die Wiedererrichtung des Neustrelitzer Schlossturms als „Leuchtturm für Demokratie“ kämpfen, reißt allmählich der Geduldsfaden. Bei dem ambitionierten Projekt gibt es seitens der Verantwortungsträger bei Stadt und Land jede Menge Ausreden, aber keine Fortschritte zu verzeichnen. Und die Rahmenbedingungen werden nicht besser. Jetzt wurde ein parteiunabhängiger Einwohnerantrag gemäß Kommunalverfassung angeschoben, zu dessen Untermauerung Unterschriften gesammelt werden.
Beantragt werden soll, dass die Stadtvertretung beschließt, den Schlossturm zum „Leuchtturm für Demokratie“ zu entwickeln. Prinzipiell wird dort die demokratische Entwicklung von Mecklenburg-Strelitz vom 18. Jahrhundert bis heute betrachtet. Der Bürgermeister wird verpflichtet, zu jeder Stadtvertretersitzung über den Sachstand „Schlossturm Neustrelitz“ zu berichten. Im Anhang zum Ausdrucken der Einwohnerantrag nebst Unterschriftenliste und das Nutzungskonzept für den „Leuchtturm für Demokratie“.
Auf dem Wördeland soll eine weitere Eigenheimsiedlung entstehen.
Die Stadt Wesenberg will auf dem sogenannten Wördeland gegenüber dem Bahnhof auf der anderen Seite der Gleise einen weiteren Eigenheimstandort erschließen. Dazu muss die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgelöst werden. Grundlage sind eine Untersuchung zur auf dem Areal vertretenen Tierwelt und die Anfertigung eines Artenschutzfachbeitrages. Die Mittel für die Expertise in Höhe von 14.369 Euro haben die Stadtvertreter auf ihrer gestrigen Sitzung freigegeben.
Wie mir Bürgermeister Steffen Rißmann auf Anfrage mitteilte, ist 100 Meter weiter die Herauslösung einer Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet so weit vorangeschritten, dass im September Baufreiheit herrschen dürfte. Es handelt sich dabei um die Bebauungslücke am Quassower Weg direkt am Bahnübergang im Anschluss an die Holländer Baracken.
Die böse Nachricht zuerst: Die von eingedrungenem Wasser geschädigte und seit einem Jahr gesperrte Strelitzhalle am Glambecker See in Neustrelitz kann 2023 nicht mehr saniert werden. Der seit April amtierende Dezernent für Stadtentwicklung und Bau Nico Ruhmer bezeichnete frühere Zielstellungen der Stadtverwaltung als inzwischen unseriös. Zugleich sprach er, angesprochen auf einen tatsächlichen Fertigstellungstermin, von „Kaffeesatzleserei“.
Nico Ruhmer (links) und Patrick Scholz
Der neue Dezernent, nach eigener Aussage Erbe schlimmer Sanierungsfälle und kein Zauberer, war gemeinsam mit dem Amtsleiter für Hoch- und Tiefbau, Gerd-Joachim Maaß, gestern Abend einer Einladung des CDU-Ortsverbandes gefolgt. Bei der Stunde der Wahrheit anwesend auch Stadtpräsident Ernst August von der Wense sowie Vertreter der von der Schließung betroffenen Vereine der Stadt, insgesamt acht an der Zahl. Nicht dabei war das ebenfalls eingeladene Carolinum, das die benachbarte Strelitzhalle für den Schulsport nutzt und mit am heftigsten von der prekären Situation betroffen ist.
Die Aktiven vor der Vierrademühle: Bianka Haisch, Julia Blümlein, Fanny Walter, Christian Jenewsky, Jan Kirchstein, Andrea Hellmann (von links). Foto: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg
Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg hat gemeinsam mit dem FreiRaum e.V. die Grundlage zur Reaktivierung der Räumlichkeiten des ehemaligen Kornhuses in der Vierrademühle geschaffen. Im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Zukunftswerkstatt Kommunen – attraktiv im Wandel“ (ZWK) wird das ehemalige Café in den kommenden Monaten als Begegnungs- und Veranstaltungsort zugänglich gemacht.
Die Grundidee des Projekts „Offene Mühle“ ist es, die Räumlichkeiten multifunktional zu gestalten und sie verschiedenen Altersgruppen entsprechend ihrer Nutzungsvorstellungen zur Verfügung zu stellen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Veranstaltungen für Jugendliche und Familien sowie Studenten oder Senioren, sondern vor allem auf einem generationenübergreifenden Austausch. Insbesondere das gesellschaftliche Miteinander und die Belebung des sozialen Umfeldes sollen dadurch gefördert werden – Aspekte, die während der Pandemie durch Isolation und social distancing stark beeinträchtigt waren.
Begegnungsstätte ein zentrales Bürgeranliegen
Erst vergangenen Oktober hatte sich der Stadtteilarbeitskreis Mitte/West gegründet, aus dem der Impuls für die „Offene Mühle“ als erstes großes Projekt entstammt. Ein Ergebnis der Treffen im Rahmen von ZWK und diesem Arbeitskreis war der vielfach aufgegriffene Bürgerwunsch nach einem Begegnungsort, wie er nunmehr geschaffen wird. Passenderweise standen die Räumlichkeiten in der Vierrademühle zu Verfügung, deren Lage für die Bürgerinnen und Bürgern durch die Nähe zur Innenstadt und die Stadtteile Jahnviertel und Am Oberbach kaum besser sein könnte.
Dank der Unterstützung durch das Landesprogramm „Re-Start Lebendige Innenstädte M-V“ ist die Förderung des Projekts bis Ende 2023 gesichert. Aufgabe aller Beteiligten wird es nun sein, die Bewirtschaftung der Räumlichkeiten über die nächsten Jahre auf ein finanziell solides Fundament zu stellen.
Mitwirkende gesucht
Vor diesem Hintergrund versteht sich der FreiRaum e.V. als koordinierender Verein für die Startphase und gleichzeitig als Startrampe auf dem Weg zu einer Trägervielfalt, die eine langfristige Bewirtschaftung durch eine Kooperation vieler Akteure sicherstellt. Interessierte Vereine und Personen sind herzlich eingeladen, sich direkt an den Verein über den Projektleiter Jan Kirchstein (kontakt@offene-mühle.de) zu wenden.
Ein offizieller Eröffnungstermin für die „Offene Mühle“ steht indes noch nicht fest. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Einrichtung der Räumlichkeiten und die inhaltliche Belebung durch eine Veranstaltungsplanung.
Hintergrund
Seit September 2021 ist die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg eine von insgesamt 40 Kommunen in ganz Deutschland, die durch das Bundesmodellprojekt „Zukunftswerkstatt Kommunen – attraktiv im Wandel“ (ZWK) begleitet und unterstützt wird.
Bis zum Ende des Jahres 2024 soll eine Strategie entwickelt werden, die die Vier-Tore-Stadt bei der Bewältigung des demografischen Wandels unterstützt, Entwicklungspotenziale fördert und Zukunft neugestaltet. Ziel ist es, spezifische Konzepte und Visionen für Neubrandenburg zu erarbeiten, um neue Halte- und Anziehungsfaktoren zu finden und die Auswirkungen des demographischen Wandels abzumildern.
Mit Hilfe eines sogenannten Werkstattplans wurden in mehreren Workshops Maßnahmen erarbeitet, die nun in die Umsetzung gehen. Ein langfristiges strategisches Ziel ist dabei die Gründung eines Zukunftsausschusses, um auch nach der Projektlaufzeit weiterhin aktiv an relevanten Themen zu arbeiten. Ein mittelfristiges Ziel sind Bildungsreihen zum Thema innovative Wohnkonzepte, um gerade junge Menschen und Familien für Neubrandenburg zu begeistern. Ein kurzfristiges Ziel stellt die Unterstützung und Förderung von neuen Initiativen und offenen gesellschaftlichen Strukturen dar. Diese sollen die Kommunikation und den Austausch der Bürgerinnen und Bürger untereinander in den Stadtteilen verbessern und das generationenübergreifende Miteinander aktiv fördern.
Am morgigen Sonnabend, den 13. Mai, findet deutschlandweit der alljährliche Tag der Städtebauförderung statt. Seit 1971 unterstützen Bund, Ländern und Kommunen die Städte und Gemeinden in finanzieller Form durch die Städtebauförderung. Sie ist eines der wichtigsten Instrumente der Stadtentwicklung. Ziel ist es, durch nachhaltige bauliche Lösungen ein attraktives Lebensumfeld in den Quartieren und ein gutes Leben in der Nachbarschaft zu fördern.
Insgesamt vier Gesamtmaßnahmen verteilen sich auf die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg:
§ „Altstadt / Vor dem Treptower Tor“,
§ „Nordstadt / Ihlenfelder Vorstadt“
§ „Oststadt / Oststadt-Grün“
§ „Datzeberg“.
Die Projekte der drei zuletzt genannten Maßnahmen befinden sich derzeit maßgeblich in Vorbereitung, weshalb die folgende Übersicht insbesondere die laufenden Projekte der Maßnahme „Altstadt / Vor dem Treptower Tor“ vorstellt:
Energetische Sanierung des Rathauses Neubrandenburg
Nach fast vier Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Neubrandenburger Rathauses nahezu abgeschlossen. Im Rahmen der Bauarbeiten erfolgten die vollständige Sanierung des Innenbereichs sowie die energetische Sanierung und gestalterische Aufwertung der Fassade. Zudem wurde unter anderem die Erneuerung der Elektro- und Heizungsanlage umgesetzt. Derzeit erfolgen noch Fußboden-, Tischler- und Malerarbeiten.
Die Fertigstellung ist im Juni 2023 – am 1. Juli erfolgt im Rahmen des MV-Tags die Schlüsselübergabe von den bauausführenden Firmen an die Stadtverwaltung. Bis zur endgültigen Fertigstellung muss nach der Schlüsselübergabe insbesondere die digitale und technische Infrastruktur eingerichtet und eine Endreinigung im gesamten Rathaus durchgeführt werden. Die Nutzungsaufnahme ist für Ende des 3. Quartals vorgesehen.
Rund 23 Millionen Euro kostet die Sanierungsmaßnahme insgesamt. Die finanzielle Unterstützung von Bund und Land für die Rathaus-Sanierung beläuft sich dabei auf 10,6 Millionen Euro. Inklusive des städtischen Anteils stehen unter dem Strich 15,9 Millionen Euro an Städtebaufördermitteln zur Verfügung.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aus der Neubrandenburger Stadtvertretung lädt am kommenden Montag, den 15. Mai, zu einer kommunalpolitischen Fahrradtour durch die Vier-Tore-Stadt ein. Entlang der etwa zehn Kilometer langen Strecke wollen Landtagsabgeordnete Jutta Wegner und weitere Mitglieder der Fraktion an sechs Stationen über ihre Politik informieren.
So soll beispielsweise in der Neustrelitzer Straße über die Initiative „Lebenswerte Städte“ gesprochen werden. Diese Initiative setzt sich dafür ein, dass Kommunen Tempo 30 für den Kraftfahrzeugverkehr auch auf Hauptverkehrsstraßen festlegen dürfen. Die Straßenverkehrsordnung lässt den Kommunen aktuell nicht diesen Entscheidungsspielraum. Im Rostocker Viertel wollen die Grünen am Beispiel der Nachbarschaftsinitiative „blühendes Viertel“ über die Themen Stadtgrün und essbare Städte (Nutzung urbanen Raums für den Anbau von Lebensmitteln) sprechen. Am westlichen Bahnhofsquartier soll es um das nachhaltige Bauen gehen. In der letzten Sitzung der Stadtvertretung war es der Fraktion erstmals gelungen, über einen Änderungsantrag Nachhaltigkeit als Planungsziel in einem Bebauungsplan zu verankern.
„Bitte recht freundlich!“, heißt es am kommenden Sonnabend, dem 13. Mai, am Friedrich-Wilhelm-Buttel-Platz in Neustrelitz. Die Residenzstadt Neustrelitz begeht dort mit einer besonderen Fotoaktion den bundesweiten Tag der Städtebauförderung. Besucherinnen und Besucher können sich von einer Profi-Fotografin mit der lebensgroßen Porträtfigur des Strelitzer Landesbaumeisters Friedrich-Wilhelm Buttel fotografieren lassen. Der Fototermin findet an der neuen Sitzbank mit der Bronzeskulptur Buttels statt, die der Künstler Jan Witte-Kropius 2023 im Auftrag der Stadt Neustrelitz geschaffen hat. Die Fotos werden von der Neustrelitzer Fotografin Anne Steffen in Szene gesetzt und per Sofortbilddrucker gleich vor Ort zum Mitnehmen ausgedruckt. Teilnahme und Fotos sind kostenfrei. Wer Lust hat, sich und seine Familie, Freunde oder Bekannten zusammen mit Friedrich-Wilhelm Buttel aufs Bild bannen zu lassen, sollte sich ganz einfach mit guter Laune am Sonnabend zwischen 11 und 13 Uhr am Buttel-Platz einfinden.
Was macht einen guten Platz aus? Was wünschen sich die Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger für das Umfeld ihres Rathauses? Und wie können die Wege rund um das Gebäude verbessert werden?
Bevor Architekten und Stadtplanungsbüros Entwürfe zur künftigen Gestaltung des Rathausumfelds entwickeln, legt die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg ihre Vorgaben fest. Diese ergeben sich auch aus Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger.
Daher lädt die Vier-Tore-Stadt zu einer öffentlichen Programmwerkstatt ein:
Datum: Sonnabend, 6. Mai
Zeit: 12:00 bis 15:00 Uhr
Ort: Info-Pavillon in der Turmstraße / Am Wall
Das Team der Stadtverwaltung möchte mit allen Interessierten ins Gespräch kommen und Ideen und Wünsche für neue Nutzungen rund um das Rathaus erfassen: Was vermissen Sie im Rathausumfeld und welche Atmosphäre wünschen Sie sich für den Platz? Sagen Sie es uns.
Geführte Rundgänge
Darüber hinaus lädt die Vier-Tore-Stadt zu geführten Rundgängen rund um das Rathaus – mit Informationen zu ausgewählten Orten – ein. Diese finden jeweils um 12:30 Uhr, 13:30 Uhr und 14:30 Uhr ab dem Info-Pavillon statt.
Nico Ruhmer, Jan Witte-Kropius und Axel Zimmermann beim Probesitzen mit Friedrich Wilhelm Buttel (von rechts).
Auf dem Friedrich-Wilhelm-Buttel-Platz in Neustrelitz auf Höhe der Schlosskirche ist am heutigen Mittwoch eine künstlerische Sitzbank mit einer lebensgroßen Porträtfigur des Strelitzer Landesbaumeisters Friedrich Wilhelm Buttel (1796-1869) eingeweiht worden. Ein Einstand nach Maß für den frischgebackenen Dezernenten für Stadtentwicklung und Bau Nico Ruhmer (Strelitzius berichtete), der vom Amtsleiter für Stadtplanung und Grundstücksentwicklung Axel Zimmermann begleitet wurde. „Neustrelitz freut sich“, so der kurze Kommentar des Neuen im Rathaus der Residenzstadt vor dem Probesitzen.
Der Bildhauer Jan Witte-Kropius aus Neu Karin (Mecklenburg-Vorpommern) hat das Kunstwerk aus Stein und Bronze im Auftrag der Residenzstadt Neustrelitz gestaltet. Es ist mehr als ein Denkmal für den großen Baumeister, der 48 Jahre lang die Architektur der Residenzstadt geprägt hat. Im stadthistorischen Bereich unweit des Schlossgartens und des Stadtzentrums lädt die zwei Meter lange Sitzbank aus Granit Passanten und Touristen dazu ein, an der Seite des Baumeisters Platz zu nehmen. Neben einem „Selfi“ mit Lokalkolorit kann auch ein anregendes „Zwiegespräch“ über die außergewöhnliche Baukultur in Neustrelitz entstehen, die die Residenzstadt ihm verdankt.
Die Kostenteilung mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte beim geplanten Ausbau der Kreisstraße 21 im Bereich Drosedower Weg und der Abschluss einer Planungsvereinbarung zum vorgesehenen Ausbau der Ortsdurchfahrt Ahrensberg stehen im Mittelpunkt der nächsten Stadtvertretersitzung in Wesenberg. Sie findet am Donnerstag, den 23. Februar, um 19 Uhr, im Rathaus der Woblitzstadt statt.
Außerdem nehmen die Abgeordneten Berichte von Bürgermeister Steffen Rißmann und von Wehrführer Robert Bartz entgegen. Ein nichtöffentlicher Teil schließt sich an.