Mit einer Doppelausstellung „Zauberhafte Wesen unter und über Wasser“ wartet die Hafengalerie Neustrelitz ab heute auf. Die dazugehörige Vernissage findet aber erst am kommenden Sonntag, 17. Juli, um 14.30 Uhr statt.
Marieken Matschenz im Gespräch mit Karl Rätsch. Fotos: Ute Köpke
Ein besonderer Film hat am Donnerstag, 30. Juni, um 18 Uhr, im Alten Kino Lychen Premiere. Erstmalig wird Leben und Werk von Karl Rätsch dokumentiert. Der Bildhauer lebt seit 1974 in Lychen, sehr zurückgezogen nahe an einem See. Während der 87-Jährige sein Leben recht unauffällig in der Uckermark gestaltet, hinterlässt sein Wirken überregional von Leipzig über Berlin bis nach Rostock öffentlich Spuren. Ein Beispiel seines künstlerischen Schaffens für die Lychener ist der gut einen Meter große, aus Granit mit Stahl gestaltete Findling „Lychen Postablage“.
Die Besucher können es kaum erwarten, das Galeriegebäude des Skulpturenparks zu betreten.
Saisoneröffnung im Skulpturenpark Wesenberg am Weißen See „Bei Wu“, das ist für mich immer ein bisschen wie Geschenke bekommen. So hochkarätige Kunst ist in der Region selten anzuschauen, und das abschließende Konzert des Residenzorchesters ist die Extraportion Sahne auf der Torte, die da den Besuchern kredenzt wird.
Philine Bracht mit Gevorg Tadevosyan, Cristobal Gabarron und seinem Sohn Cris, Kurator Fré Ilgen und Wulfried Hengstenberg (von links).
Zwei Jahre musste ich gemeinsam mit sicherlich vielen Kulturfreunden coronabedingt auf das liebgewordene Ereignis verzichten. Umso reichhaltiger war der Gabentisch diesmal gedeckt. Das Art Festival Bei Wu 2022 erstreckte sich über gleich zwei Sonnabende. Der Holden und meiner Wenigkeit war leider nur Tag II möglich, und ich will Parkmanagerin und Strelitzius-Freundin Philine Bracht gern glauben, dass uns da etwas entgangen ist. Trotzdem fühlten wir uns auch mit halbem Festival reich bedacht. Danke, danke, danke den großzügigen Gastgebern und Kunstförderern der Peter Wilmot Thompson Stiftung! Es war wieder ein fulminantes Erlebnis.
Der Skulpturenpark Wesenberg am Weißen See „Bei Wu“ ist ab dem 26. Juni wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Dem ist ein zweitägiges hochkarätiges Kunstfestival vorgelagert, zu dem sich für den kommenden Sonnabend, 25. Juni, 14 Uhr, noch Besucher unter info@skulpturenpark-wesenberg.de anmelden können, wie mir Managerin Philine Bracht kurzfristig mitteilte.
Vom 11. Juni bis zum 3. Oktober wird in der Schlosskirche Neustrelitz eine große Retrospektive des Künstlers und Kurators Uwe Maroske (1951-2020) gezeigt. Die Ausstellung widmet sich dem bildhauerischen Schaffen Maroskes.
1999 hatte Uwe Maroske die Idee für eine Plastikgalerie in der Schlosskirche Neustrelitz. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Raimund Hoffmann und dem damaligen Kulturamtsleiter Georg Huschke realisierte Uwe Maroske (seit dem Ruhestand Huschkes im Zweiergespann mit Hoffmann) von 2001 bis 2019 insgesamt 46 Ausstellungen und entwickelte die Plastikgalerie damit zu einem überregional bekannten Zentrum für figürliche Skulptur und Plastik. Die aktuelle Ausstellung bildet den Schlusspunkt dieser speziellen Reihe von Ausstellungen figürlicher Plastik. Im Sommer 2020 ging die Trägerschaft über die Schlosskirche an das Kulturquartier über.
Die Retrospektive möchte das künstlerische Schaffen wie das kuratorische Wirken Uwe Maroskes an diesem Ort würdigen. Die Ausstellung wurde von der Kunsthistorikerin und Tochter des Bildhauers Mara Maroske kuratiert.
Kunstliebhaber lenken am Wochenende vielleicht ihre Schritte auf die Mirower Schlossinsel. Hier im 3 Königinnen Palais ist Anfang Oktober, wie von Strelitzius seinerzeit angekündigt, eine neue Sonderausstellung mit Kleinplastiken und Arbeiten auf Papier von Uwe Maroske eröffnet worden. In Anwesenheit von Mara Maroske, Tochter des im November vergangenen Jahres verstorbenen Lichtenberger Bildhauers und Grafikers, hatte Otto Kummert, Freund des Künstlers, einst Professor an der Kunsthochschule Weißensee und einer der wichtigsten Grafiker der DDR, die Laudatio gehalten. Auszüge daraus haben mich heute erreicht:
„Uwe Maroske war einer der leider sehr wenigen, die nicht in destruktiven Träumen verharrten, sondern sich selbst in die Pflicht nahmen. Sein heute vorliegendes künstlerisches Werk sowie seine weitgreifenden gestalterischen Initiativen im öffentlichen Raum sind lebendige Zeugnisse dieses schöpferischen Strebens – nicht der in sich selbstverliebte Rückzug in die eigene, naturgegebene Genialität, sondern unentwegt begleitet von der ihm innewohnenden Verantwortlichkeit seines vielseitigen gestalterischen Tuns. […]
Maja Maroske und Prof. Otto Kummert
Der künstlerische Gestaltungsgegenstand im Gesamtwerk Uwe Maroskes ist das Menschsein mit seiner körperlichen wie geistigen Beziehungsfähigkeit. In ihm hat er sein Wirkungsfeld gefunden, in dem er mit empfindsamen Sinnen, geschultem Blick und suchend formender Hand gestaltet hat. Die Zeichnung im Werk Maroskes in ihrer spezifischen Art – in ihrer Unverwechselbarkeit, erschließt mir eine ganze Erlebniswelt. Die Spontanität und Unmittelbarkeit des gestalterischen Gedankens, einfach und ohne virtuose Mätzchen, mit spannungsvollem Duktus sinnlich sprechend, steht sie als selbstständiges, ganz eigenartiges Werk neben (!) der Skulptur – nicht ersatzweise für die Skulptur. Die im besten Sinne abstrakte Denkweise als reduzierte Form schafft eine hohe Ausdruckskraft und macht sie zu einer wertvollen Grafik. […]
Alles, was sich uns in seinen vom eigenen Befinden geprägten Skulpturen darbietet, macht sehr, sehr nachdenklich, berührt uns. Es bietet sich uns bereits heute ein geschlossenes Gesamtbild, das sich in seiner inhaltlichen wie formbildenden Meisterschaft eingliedert in eine humanistisch gewachsene deutsche Bildhauertradition.“
Ab Sonnabend, den 2. Oktober, präsentiert das 3 Königinnen Palais in Zusammenarbeit mit Mara Maroske auf der Mirower Schlossinsel eine neue Sonderausstellung: Kleinplastik und Arbeiten auf Papier des im November 2020 Jahr verstorbenen Lichtenberger Künstlers Uwe Maroske sind dann bis zum 31. März kommenden Jahres in der Galerie zu sehen.
Die Ausstellung zeigt Kleinplastiken, farbige Gouachen und Zeichnungen von Uwe Maroske. Sowohl die Gouachen als auch die Zeichnungen tragen dabei deutlich die Handschrift des Bildhauers, als der Uwe Maroske hauptsächlich bekannt ist. Durch das Medium Skulptur ist der Künstler per se gezwungen, sich auf ein klares Sujet zu konzentrieren – das ist in dem Werk Uwe Maroskes der menschliche Körper. In den Arbeiten auf Papier treffen wir auf das selbe Thema – immer wieder steht der menschliche Körper im Zentrum. Den Bildhauer verrät hier das Fehlen jeglicher Umgebung, jeglichen erzählerischen Details. Aller Ausdruck läuft über die menschliche Figur.
Ein weiteres großes Thema in Maroskes malerischem und zeichnerischem Schaffen ist die Landschaft. Aus Skizzen, die direkt vor Ort entstanden, wurden im Atelier großformatige farbige Arbeiten, sowie großformatige Kohle- oder Tuschzeichnungen. In den Gouachen wurde dabei oft mit energischen Kohlestrichen Akzente gesetzt. Wie die Malerei und die Skulptur, trägt dabei auch die Zeichnung eine eindeutige Handschrift: kraftvollen Linien beschwören die Essenz einer Landschaft herauf, die das Typische herausstellt und dabei klar und reduziert ist. Die beiden großen Themen – Figur und Landschaft – sind durchaus auch miteinander verbunden: oft finden sich in den Formen des einen Themas Spiegelungen des anderen.
Die offizielle Eröffnung findet am Sonnabend um 15 Uhr für geladene Gäste statt. Informationen zur Ausstellung und zu den Öffnungszeiten stets aktuell auf www.3koeniginnen.de
Seit diesem Jahr befindet sich die Neustrelitzer Schlosskirche in der Trägerschaft des Kulturquartiers Mecklenburg-Strelitz (Strelitzius berichtete). Nach der Landeskunstschau MV wird am kommenden Sonnabend, den 14. August, nun die erste Ausstellung des Kulturquartiers in der Schlosskirche eröffnet. Die Schau „Menschenbild und Architektur“ zeigt plastische Arbeiten und grafische Werke Fritz Wotrubas (1907 bis 1975) – eines der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Das Kulturquartier freut sich besonders, mit der Wotruba-Ausstellung eine Schau zu verwirklichen, die bereits von den ehemaligen Kuratoren Uwe Maroske und Dr. Raimund Hoffmann angedacht war.
Das Kulturquartier lädt Interessierte herzlich zu der Vernissage am Sonnabend um 15 Uhr in die Schlosskirche ein. Neben einer Einführung zu den Wotruba-Arbeiten durch den Sammler Günter Okon und Gabriele Stöger-Spevak vom Belvedere in Wien und der musikalischen Umrahmung durch Klaudia-Friederike Holdefleiß, wird bei der Vernissage auch einen Augenblick inne gehalten und des im vergangenen Jahr unerwartet verstorbenen Bildhauers Uwe Maroske gedacht, der gemeinsam mit Dr. Raimund Hoffmann viele Jahre lang die Ausstellungen in der Schlosskirche mit großem Engagement und Erfolg kuratiert hat. Im Anschluss an die Vernissage findet ein kleiner Empfang im Garten des Kulturquartiers statt.
Eine Anmeldung zu der Vernissage ist nicht nötig. Die Besucher*innen werden gebeten, sowohl bei der Vernissage in der Schlosskirche als auch bei dem Empfang im Kulturquartier die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu beachten und sich am Eingang der Schlosskirche mit der Luca-App einzuchecken oder ihre Kontaktdaten auf den ausliegenden Zetteln zu notieren. In den Innenräumen tragen die Besucher*innen bitte eine medizinische Maske.
Die Wotruba-Ausstellung ist vom 14. August bis zum 3. Oktober in der Schlosskirche zu sehen. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro, bis zu einem Alter von 17 Jahren ist der Eintritt frei.
Der Skulpturenpark Wesenberg wird nach der Lockerung der Pandemiebestimmungen in diesem Jahr wieder geöffnet. Vom 18. Juli bis zum 17. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr sind Besucher in der einzigartigen Kultureinrichung am Weißen See in Wesenberg willkommen. Der Eintritt beträgt fünf Euro, Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 16 Jahren zahlen keinen Eintritt.
Seit seiner Gründung 2016 durch die gemeinnützige Peter Wilmot Thompson Stiftung ist der in der Kleinseenplatte gelegene Skulpturenpark Wesenberg zu einem Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturliebhaber geworden. Der Skulpturenpark Wesenberg lockt in diesem Jahr mit acht Ausstellungen, darunter 20 Großskulpturen an einem Rundweg im naturbelassenen Wald, einem Studio und drei kunstbezogenen Dokumentarfilmen im Eingangs- und Galeriegebäude.
Erst am vergangenen Sonntag standen wir wieder vor der verschlossenen Neustrelitzer Schlosskirche, bestaunten einmal mehr den imposanten Bau und fragten uns, wie es denn um das Ausstellungsgeschehen in diesem Corona-Jahr in der Plastikgalerie bestellt ist. Dorothea Klein-Onnen, Chefin des Kulturquartiers, muss hellsehen können. Prompt erreichte mich eben folgende Nachricht von ihr:
Ab 2021 befindet sich die Schlosskirche für vorerst zwei Jahre in Trägerschaft des Kulturquartiers. 20 Jahre lang wurden die Ausstellungen in der renommierten Plastikgalerie Schlosskirche von den Kuratoren Raimund Hoffmann und Uwe Maroske realisiert. Im vergangenen Jahr ging diese Ära auf tragische Weise einerseits durch Krankheit und andererseits durch den plötzlichen Tod von Uwe Maroske zu Ende.
Die Ausstellungsaktivitäten in der Schlosskirche sollen im Sinne der beiden Kuratoren fortgeführt werden – figürliche Plastik wird auch weiterhin den Schwerpunkt bilden.
Für das Jahr 2021 sind drei Ausstellungen in der Schlosskirche geplant gewesen. Die erste, von der Stadt und dem Residenzschlossverein ab Mitte April geplante Ausstellung ist aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Ab 29. Mai wird die Schlosskirche als einer der Ausstellungsorte der Landeskunstschau MV dienen. Von Mitte August bis Anfang Oktober werden Arbeiten des österreichischen Bildhauers Fritz Wotruba gezeigt.