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Die Besucher können es kaum erwarten, das Galeriegebäude des Skulpturenparks zu betreten.

Saisoneröffnung im Skulpturenpark Wesenberg am Weißen See „Bei Wu“, das ist für mich immer ein bisschen wie Geschenke bekommen. So hochkarätige Kunst ist in der Region selten anzuschauen, und das abschließende Konzert des Residenzorchesters ist die Extraportion Sahne auf der Torte, die da den Besuchern kredenzt wird.

Philine Bracht mit Gevorg Tadevosyan, Cristobal Gabarron und seinem Sohn Cris, Kurator Fré Ilgen und Wulfried Hengstenberg (von links).

Zwei Jahre musste ich gemeinsam mit sicherlich vielen Kulturfreunden coronabedingt auf das liebgewordene Ereignis verzichten. Umso reichhaltiger war der Gabentisch diesmal gedeckt. Das Art Festival Bei Wu 2022 erstreckte sich über gleich zwei Sonnabende. Der Holden und meiner Wenigkeit war leider nur Tag II möglich, und ich will Parkmanagerin und Strelitzius-Freundin Philine Bracht gern glauben, dass uns da etwas entgangen ist. Trotzdem fühlten wir uns auch mit halbem Festival reich bedacht. Danke, danke, danke den großzügigen Gastgebern und Kunstförderern der Peter Wilmot Thompson Stiftung! Es war wieder ein fulminantes Erlebnis.

Gevorg Tadevosyan im Gespräch mit Ausstellungsbesucherinnen

Gleich drei Ausstellungseröffnungen an einem Nachmittag, und die Protagonisten dabei: Zunächst erreichten wir die Exposition „Silk Road Connections“ von Gevorg Tadevosyan (Jahrgang 1985). Er ist einer der renommiertesten armenischen Bildauer der Gegenwart. Seine figürlichen Skulpturen mit der offenkundigen Leidenschaft für Bronze haben uns gleich in ihren Bann gezogen, zu Deutungen animiert und zu Entdeckungen geführt.

Maler und Bildhauer von Weltrang

Mit dem Spanier Cristobal Gabarron (Jahrgang 1945) stellt ein Maler und Bildhauer von Weltrang am Weißen See aus. Was für ein Vergnügen, seine großformatigen, farbenfrohen Bilder zu betrachten oder den Gabarron-Skulpturenpfad an insgesamt 25 seiner Werke vorbei entlangzuwandeln. Die Gabarron-Stiftung existiert 2022 seit 30 Jahren. Um das zu feiern, gibt es im Verlauf der nächsten zwei Jahre Veranstaltungen auf allen Kontinenten. Dank der Partnerschaft mit der Peter Wilmot Thompson Stiftung ist Wesenberg mit seinem Skulpturenpark dabei.

In der Gemälde-Ausstellung von Cristobal Gabarron

Die Arbeiten des Armeniers und des Spaniers allein sind den Besuch im Park schon mehr als wert. Aber, da ist auch noch die Schau von Wulfried Hengstenberg (Jahrgang 1936). Wenn uns seine Malerei schon gefesselt hat, Hengstenberg hat im Galeriegebäude einen eigenen Raum zur ständigen Verfügung, traf das erst recht auf seine Metallkunst zu. In seiner Wunderschmiede in Berlin schafft der gebürtige Freiburger monumentale Kunstwerke. Lange haben wir vor seiner Pyramide im Hof verharrt, Symbol für den Lauf der Zeit und das menschliche Streben nach Perfektion, der Unsterblichkeit, der Präzision und der Kreativität.

Das hätte Kitaro gefallen

Wulfried Hengstenbergs Pyramide im Hof

Concerto Brandenburg hat den Ausflug zum Skulpturenpark wiedereinmal gekrönt. Unter der Leitung von Christian-Friedrich Dallmann erklang in der Konzertscheune Musik von Kitaro, Mendelsson, Mozart, Cimarosa und als Höhepunkt des Höhepunkts Beethovens Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“. Der Japaner Kitaro hätte sicherlich unsere Begeisterung für die Bearbeitung seines für Synthesizer geschriebenen Stückes Yu-Xiao Guang Silk Road für das Orchester mit seinen alten Instrumenten geteilt. Ohne Zugabe kam der vom Publikum gefeierte Ausnahmeklangkörper nicht aus der Spielstätte.

In der Henstenberg-Galerie

Wir haben auch noch dem Atelier der Keramikerin Corelia Nagel auf dem Gelände einen Besuch abgestattet. Von Beginn des Skulpturenparks an fühlen wir uns der Residenzkünstlerin verbunden und konnten uns auch diesmal an ihren Kreationen nicht satt sehen. Cornelia Nagel, ebenfalls Blogfreundin, hat sich dem Raku verschrieben, einer speziellen, in Japan entwickelten Brenntechnik.

Die Saison im Skulpturenpark ist eröffnet, und ich kann alle Jahre wieder nur jedem Kunstinteressierten einen Besuch hier empfehlen. Letztlich sind neben den aktuellen auch die außergewöhnlichen Dauerausstellungen zu besichtigen. Geöffnet ist täglich, außer montags, von 10 bis 16 Uhr.