Bürgerprotest gegen die geplante Legehennenanlage bei Peetsch im Mai vergangenen Jahres vor dem Unteren Schloss in Mirow.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte will offensichtlich den Bau der Bio-Legehennenanlage zwischen Peetsch und Mirow genehmigen. Das geht aus einem Schreiben des kreislichen Bauamtes an die Stadt Mirow hervor. Dem von der Bio-Ackerbaubetrieb Mirow GmbH beantragten Vorhaben stünden nach sorgfäliger Prüfung keine öffentlichen Belange entgegen, heißt es zur Begründung. Geplant sind in der Anlage 12.000 Tierplätze einschließlich Kotlager, Futtersilos sowie ein Löschwasserteich/Rückhaltebecken.
Am morgigen Sonnabend findet der Waldbrandaktionstag im Mirower Ortsteil Peetsch statt. Innenminister Christian Pegel nimmt seinen Besuch zum Anlass und verleiht Angela Wilke das Brandschutzehrenzeichen der Sonderstufe. Die Leiterin des Forstamts Mirow und der Waldbrandeinsatzzentrale in der Stadt ist seit mehr als 20 Jahren auch Waldbrandschutzbeauftragte des Landkreises. Zum Ende des Jahres wird sie in den Ruhestand verabschiedet.
Im Zeitraum vom 14. zum 15. September ist es im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in zwei Fällen zur illegalen Entsorgung von Wellasbestplatten gekommen. In einem Fall wurden im Waldgebiet bei Peetsch etwa zwei Tonnen verkippt. Das zweite Vorkommnis betrifft rund 30 Platten in einem Maisfeld bei Gotthun. Dadurch wurde der Mais auf einer Fläche von ca. zehn Quadratmetern zerstört. In diesem Fall kann man auf Grund der Auffindesituation davon ausgehen, dass die Tatverdächtigen mit einem großen Fahrzeug mit Kippfunktion die Wellasbestplatten abgekippt haben. Dazu müssen sie den Feldweg von der L24 über einen Feldweg zwischen Röbel und Gotthun gefahren sein.
Mit Blick auf das inzwischen mannigfaltige Kulturprogramm in unserer Region vor allem in der kurzen Phase der Urlaubs- bzw. Ferienzeit im Juli und August haben die Schmitts in Mirow in diesem Jahr ihr Veranstaltungsformat gravierend geändert und die Veranstaltungsreihen mit Lesungen, Filmen sowie Konzerten über das Jahr verteilt. Nach dem bereits stattgefundenen „Literatur-Frühling“ und dem „Mirower Frühsommer“ folgt nun in der Woche vom 14. bis zum 19. August „Schmitt‘s KulturSommer“, in welchem an sechs Abenden wie in den letzten Jahren natürlich Kino, Musikalisches, Literarisches, erstmals im Kleinformat aber auch eine Revue geboten werden. Veranstaltungsort ist die Alte Feuerwache in Mirow, einen Abstecher gibt es zu Tumas nach Peetsch.
Es ist noch nichts entschieden. Der Landkreis prüft noch den Antrag zum Bau einer Legehennenanlage zwischen Mirow und Peetsch, dem die Stadtvertretung die Empfehlung versagt hatte (Strelitzius berichtete). Die Bürgerinitiative gegen den Bau dieser Anlage lädt am kommenden Sonntag, den 27. Juni, um 10 Uhr, zum „Früstücksei-Spaziergang“ entlang dem Fahrrad- und Fußgängerweg zwischen beiden Orten ein. Etwa auf halber Strecke wird ein Infotisch afgebaut.
„Mit den Demonstrationen in Mirow konnten wir für den beabsichtigten Bau der Legehennenanlage zwischen Mirow und Peetsch viel Aufmerksamkeit bekommen. Diese Aufmerksamkeit ist wichtig und diente dazu die Bürger.innen zu informieren was in ihrem direkten Umfeld geplant wird. In den einzelnen Gremien der Stadt Mirow, der Bauausschuss, der Haupt- und Finanzausschuss und die Sitzung der Stadtvertreter wurde sich jeweils mehrheitlich gegen den Bau dieser Anlage ausgesprochen. Der Entscheid der Stadt Mirow ging als Empfehlung an den Landkreis, wo nun der Bauantrag geprüft wird“, heißt es in einem Aufruf der Bürgerinitiative. Empfehlung heiße aber nicht, dass sich der Landkreis an das Nein der Stadt Mirow zum Bau der Legehennenanlage halten muss!
Unterschriften gegen den Bau der Legehenneanlage werden gesammelt.
Die zwischen Mirow und Peetsch geplante Legehennenanlage für 12.000 Tiere ist nach Einschätzung des BUND Brandenburg und der Bürgerinitiaive Mirow gegen Massentierhaltung mit den bestehenden gesetzlichen Auflagen nicht kompatibel und damit auch nicht genehmigungsfähig. Gunnar Redmer, Sprecher und Gründungsmitglied der BI, überreichte den Mirower Stadtvertretern am gestrigen Abend dazu eine 15-seitige Begründung, die er mit Rederecht auf der Sitzung auch kurz zusammenfasste. „Es gibt jede Menge Versagungsgründe“, so der Peetscher, der zuvor auch vor rund 100 Demonstranten am Unteren Schloss in Mirow gespochen hatte, wie hier bereits vermeldet.
Strelitzius hat sich mit mehreren der besorgten Bürger unterhalten. Sie fürchten die Gefahren für Natur und Umwelt und damit für das Allgemeinwohl. Massentierhaltung sei nicht artgerecht. „Wir sehen uns als Tourimusregion und nicht als Hühnermastparadies“, hieß es auf einem der vielen Transparente.
Die bei der Sitzung der Stadtvertreter anwesenden Vertreter des Investors verzichteten sowohl vor dem Unteren Schloss als auch im Saal auf einen Auftritt. Bürgermeister Henry Tesch hob hervor, dass es der Kommune nur obliegt, das gemeindliche Einvernehmen mit dem Bauprojekt zu erklären. Dieses wurde mit drei Stimmen für, neun dagegen und zwei Enthaltungen verweigert. Zuvor hatte sich bereits der Bauausschuss mehrheitlich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Das von der Bürgerinitiative übergebene Dokument wird an den Landkreis als Genehmigungsinstanz weitergeleitet. Unten noch eine Videobotschaft von Matthias Rackwitz vom BUND Brandenburg, die den Mirower Stadtvertretern vorgespielt wurde.