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Übung, Feuerwehr, Müritz-Nationalpark, Mecklenburg-Strelitz, Rettungsdienst, Steinmühle

Wie funktionieren die Abläufe, wenn in einer Unterkunft zahlreiche Menschen gleichzeitig gerettet und medizinisch versorgt werden müssen? Dieser Frage widmeten sich am vergangenen Samstag mehrere Feuerwehren und der Rettungsdienst bei einer groß angelegten Einsatzübung im Jugendwaldheim Steinmühle. Angenommen wurde eine starke Rauchentwicklung im Unterkunftsgebäude mit zahlreichen eingeschlossenen Kindern und Erwachsenen. Ziel war es, die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zu erproben und die Einsatzabläufe für einen möglichen Ernstfall zu verbessern.
Das Jugendwaldheim Steinmühle ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche die Natur und den Nationalpark erleben können. Die Sicherheit der Gäste und die Vorbereitung auf mögliche Notlagen haben daher einen besonderen Stellenwert. Die Übung bot die Gelegenheit, die örtlichen Gegebenheiten kennenzulernen und die Rettungsmaßnahmen unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.
Dichter Rauch aus Unterkunftsgebäude
An der Übung beteiligten sich Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Carpin, Thurow, Grünow, Wokuhl und Watzkendorf. Bereits während der Anfahrt wurde ein erster Rettungswagen angefordert. Am angenommenen Einsatzort stellte sich die Lage als komplex heraus: Dichter Rauch drang aus dem Unterkunftsgebäude, während zahlreiche Personen an den Fenstern auf ihre Notlage aufmerksam machten.
Da die zunächst alarmierten Kräfte für die Bewältigung des Szenarios nicht ausreichten, forderte die Einsatzleitung im Szenario weitere Unterstützung an. Daraufhin rückte ein größeres Aufgebot des Rettungsdienstes des DRK Mecklenburgische Seenplatte an. Insgesamt beteiligten sich 25 Mitarbeitende, darunter elf Auszubildende, sowie drei Ärztinnen an der Übung.
Die Einsatzkräfte mussten die betroffenen Personen aus dem Gebäude retten, medizinisch versorgen und nach der Dringlichkeit ihrer Behandlung einschätzen. Anschließend wurden die Verletzten und Betroffenen in ein eigens eingerichtetes „Krankenhaus“ in Carpin transportiert. Dabei standen neben der Rettung und Versorgung insbesondere die Kommunikation zwischen den Organisationen, die Nachforderung zusätzlicher Kräfte und die Koordination der Maßnahmen im Mittelpunkt.
Für Notfälle an abgelegenen Standorten vorbereitet sein
Wie wichtig solche Übungen sind, betonte Claus Weber, Bürgermeister der Gemeinde Carpin. Er erklärte: „Die Übung kann man gut vorbereiten. Für den Ernstfall ist es gut, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen. Steinmühle ist ein Unterbringungsort für Kinder und Jugendliche. Dort ist es wichtig, dass Feuerwehren so etwas üben. Es gibt viele Orte, die weit abgelegen sind, wie zum Beispiel die Goldenbaumer Mühle oder Heckenwärterhäuser. Dort ist es wichtig, dass Feuerwehren und Rettungsdienst schnell die Maßnahmen einleiten.“
Gerade im ländlich geprägten Gebiet rund um den Müritz-Nationalpark ist es von Bedeutung, dass sich die Einsatzkräfte frühzeitig mit den örtlichen Bedingungen vertraut machen. Abgelegene Unterkünfte und Gebäude können besondere Anforderungen an die Anfahrt, die Orientierung und die Organisation von Rettungsmaßnahmen stellen. Umso wichtiger ist es, Zuständigkeiten und Kommunikationswege zu kennen und die Zusammenarbeit regelmäßig zu trainieren.
Wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall
Auch Einsatzleiter und Gemeindewehrführer Tobias Welzk zog nach Abschluss der Übung ein positives Fazit. „Die Einsatzkräfte haben die komplexe Lage strukturiert und organisiert abgearbeitet. Ich bin stolz auf alle Beteiligten. Hier sieht man, wie wichtig die gemeinsame Vorbereitung und das Hand-in-Hand-Arbeiten von Feuerwehr und Rettungsdienst sind.“
Die Übung im Jugendwaldheim Steinmühle hat gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf außergewöhnliche Einsatzlagen ist. Durch das gemeinsame Training können Abläufe gefestigt, mögliche Herausforderungen frühzeitig erkannt und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen weiter verbessert werden.
„Der Schutz von Leib und Leben hat auch im Nationalpark eine große Bedeutung. Hier in der Steinmühle kommen während des Jahres unzählige Kinder und Jugendliche zusammen, um die einzigartige Natur des Müritz-Nationalparks kennenzulernen. Damit das möglich ist, braucht es ausreichend Sicherheit“, so Nationalparkamtsleiter Ulf Zimmermann. „Es ist schön zu sehen, dass die gemeinsame Erprobung des Ernstfalls auch an solch speziellen Orten im Nationalpark so gut funktioniert. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement.“
