Es ist immer wieder eine Freude, von Brigitte Kampmann zu hören. Die Berliner Rentnerin ordnet und digitalisiert den fotografischen Nachlass ihres verstorbenen Mannes Rudolf (Strelitzius berichtete) und versorgt mich nebenbei mit historischen Fotografien. Eben ist mir ein neuer Schwung von Motiven aus Neubrandenburg und in einem Fall aus Altentreptow (unten) in die Schreibstube gekommen. Gern lasse ich meine Leser daran teilhaben. Vielleicht weckt es die eine oder andere Erinnerung. „Es ist noch mehr aus der Seenplatte vorhanden“, schreibt mir meine Blogpartnerin. Ich freue mich auf die nächste Lieferung. Liebe Grüße und ein großes Dankeschön in die Bundeshauptstadt.
Mit seinen Führungen informiert das Stasi-Unterlagen-Archiv in Neubrandenburg über das Wirken des Staatssicherheitsdienstes und dessen Einfluss auf das Leben von Menschen in der DDR. Das Archiv ist für die Hinterlassenschaften der ehemaligen Bezirksverwaltung Neubrandenburg des Ministeriums für Staatssicherheit sowie für die Überlieferung der in ihrem Gebiet ansässigen 14 Kreisdienststellen verantwortlich. 2.500 laufende Meter Unterlagen, darunter mehr als 800.000 Karteikarten sowie zahlreiche Bild- und Tondokumente, zeugen von fast 40 Jahren Stasi-Überwachung im einstigen DDR-Bezirk.
Bei jeder Veranstaltung besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen (gültiges Personaldokument erforderlich). Der Eintritt ist frei.
Anders als im „Normalfall“, ist ausnahmsweise das Karbe-Wagner-Archiv im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz auf der Suche nach Informationen. Es handelt sich um einen historischen Türklopfer, der sich wahrscheinlich irgendwo an einem Gebäude in Neustrelitz befunden hat. Das Foto zeigt den Türklopfer in einer Abbildung aus dem Buch „Erlebte Landschaft: Bilder aus Mecklenburg“ von F.R.Fries und L.Reher von 1979 (Hinstorff Verlag). Wenn sich ein Neustrelitzer oder eine Neustrelitzerin an den Türklopfer erinnert, ist das Archiv für Informationen dankbar.
Das Karbe-Wagner-Archiv ist unter der Nummer 03981-23909-30 oder unter kwa@kulturquartier-neustrelitz.de zu erreichen. Aktuell hat das Archiv dienstags, mittwochs und donnerstags von 10-18 Uhr geöffnet.
Aktuell dürfen geboosterte Besucher*innen, deren dritte Impfung zwei Wochen zurück liegt, auch ohne tagesaktuellen Test die Bibliothek und das Karbe-Wagner-Archiv im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz besuchen. Es können vor Ort Medien zurückzugeben und neue entliehen werden. Kitakinder und Schüler*innen bis 18 Jahre brauchen aufgrund der regelmäßigen Tests keinen weiteren Nachweis.
Daneben bleibt aber auch der Abgabe- und Abholservice für Medien am Empfangstresen des Kulturquartiers bestehen. Wer neue Medien zur Abholung bestellen möchte, kann dies telefonisch (03981-23909-22) oder per mail (stadtbibliothek@kulturquartier-neustrelitz.de) tun.
Bibliothek und Archiv haben im Januar dienstags, mittwochs und donnerstags von 10-18 Uhr geöffnet. Von Freitag bis Montag bleibt die Bibliothek bzw. das gesamte Haus geschlossen. Museum, Sonderausstellung oder Café sind aufgrund der aktuellen Regelungen im Januar geschlossen.
Im Kunstraum RWN Halle 14 in Neubrandenburg sind am kommenden Freitag, den 17. September, die Ateliers zur Kunstnacht geöffnet. In der Zeit von 18 bis 24 Uhr besteht die Möglichkeit, mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen, ihre Werke anzusehen und überhaupt die entspannte Atmosphäre zu genießen. Die Veranstaltung ist Teil des umfangreichen Programms zum KulturHerbst Mecklenburgische Seenplatte. Insofern freuen sich die einladenden Künstler, die im RWN ihre Wirkungsstätten haben, auf viele Gäste aus dem gesamten Landkreis.
Ebenfalls am kommenden Wochenende lädt wieder das Archiv Bildende Kunst des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ein. Jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr ist in der Baumhaselstraße in Neubrandenburg (ehemalige Sprachschule) geöffnet. Das Archiv sichert wertvolle Kunstbestände der Künstler des Landkreises. Träger ist der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Besonders bei Eisenbahn-Liebhabern wird das Herz höherschlagen! Ende 2020 erreichte das Kulturquartier eine Schenkung des Rostockers Jürgen Reimer, der sich intensiv mit der Geschichte der Mecklenburg-Strelitzer Eisenbahn beschäftigt hat. Insbesondere interessierte sich Reimer für die Mecklenburgische-Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft, die 1894 gegründet wurde und ein über 100 km langes Streckennetz zwischen Neustrelitz, Wesenberg, Mirow und Feldberg betrieb.
Der gebürtige Mirower forschte in sämtlichen zugänglichen Archiven des Landes. Informationen hielt er handschriftlich fest oder fotografierte sie aus Büchern oder Zeitschriften ab. Kopierer oder Scanner, mit denen wir heute gedruckte Texte und Bilder digitalisieren, waren zu der Zeit noch nicht üblich.
Die Sammlung umfasst unzählige Text- und Bilddokumente und erweitert den Fundus des Karbe-Wagner-Archivs zur Geschichte der Eisenbahn um interessantes Material. Besonders Abbildungen vom Eisenbahngelände und von Zügen aus DDR-Zeiten waren bisher rar, denn diese durften nur mit einer speziellen Genehmigung fotografiert werden.
Neubrandenburg hat jetzt einen „Sitzstein der Wünsche“
Foto: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg
Wer am Platz vor dem Treptower Tor in Neubrandenburg vorbeikommt, sollte eine kleine Pause einlegen. Seit gestern steht dort der „Sitzstein der Wünsche“ des Künstlers Günter Kaden. Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Feldstein ist von dem Künstler in seiner Form so bearbeitet worden, dass er das Gefühl vermittelt, einen Wassertropfen zu tragen. Das Kunstwerk soll seinem Namen in Zukunft alle Ehre machen. Fortan können Neubrandenburger und deren Gäste durch eine Berührung des „Wassertropfens“ ihre Wünsche offenbaren.
Der Stein wurde in dieser Woche im Beisein von Günter Kaden an seinen Platz vor dem Treptower Tor gerückt. Stadtpräsident Dieter Stegemann und Oberbürgermeister Silvio Witt verschafften sich ebenfalls einen Eindruck von dem Kunstwerk, das die Stadt dem Unternehmer Gernot Kunzemann zu verdanken hat. Er hat den Stein der Stadt gespendet und damit ein positives Signal in der Corona-Zeit gesetzt, „wofür wir sehr dankbar sind“, wie Silvio Witt betonte. Im Frühjahr wird der Platz vor dem Treptower Tor weiter umgestaltet. Die Stühle werden neu angeordnet und ein Baum wird ebenfalls gepflanzt.
OB bekommt Schlüssel für neue Turnhalle
Am kommenden Donnerstag wird die neue Turnhalle in der Krauthöferstraße in Neubrandenburg übergeben. Oberbürgermeister Silvio Witt und Stadtpräsident Dieter Stegemann werden symbolisch den Schlüssel von den Vertretern vom Bau entgegennehmen.
Die neue Sporthalle ist in einem Jahr errichtet worden. Im Dezember vergangenen Jahres wurde die Grundsteinlegung feierlich begangen. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hat die Baumaßnahme durch das Kommunalinvestitionsprogramm mit einer 90-prozentigen Förderung in Höhe von 3.303.000 Euro unterstützt. Im Januar des kommenden Jahres erfolgen noch technische Abnahmen für die Heizungs- und Lüftungsanlagen durch den TÜV und die behördliche Endabnahme durch die Bauaufsicht. Die offizielle Nutzungsaufnahme für den Schulsport ist für den Schulbeginn nach den Winterferien geplant.
Kartenauschnitt, Johann Baptist Homann (1664-1724): Ducatus Meklenburgici tabula generalis. Verlag: Nürnberg Homann Johann Baptist, Erscheinungsdatum: 1712; Vorlage aus dem Besitz der Sondersammlung der Universität Rostock; Sammlung HMV/Ortschronikenportal-MV
Am 5. Dezember haben sich 15 Vertreter*innen unterschiedlichster Einrichtungen getroffen, die sich der Erforschung und Vermittlung der Regionalgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet fühlen. Sie haben über die prekäre personelle und finanzielle Situation der Landesgeschichte sowohl an den Universitäten, den Bibliotheken und Archiven als auch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements beraten. Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern hatte zum Online-Austausch eingeladen.
Schon lange ist die Landesgeschichte in Not: Lehrstühle für Pommersche oder Mecklenburgische Landesgeschichte wurden abgeschafft. Damit fehlt nicht nur Forschung in diesem Bereich, sondern auch die Ausbildung des akademischen Nachwuchses und der Lehrer*innen sind gefährdet. Die Archive und Bibliotheken im Land sind finanziell und personell so schlecht ausgestattet, dass sie z.T. geschlossen bleiben oder jährlich neu um ihre Finanzierung bangen müssen. Der Wossidlo-Forschungsstelle droht als eigenständiger Einrichtung das Aus.
Die Aufarbeitung und Vermittlung der Landesgeschichte kann einen entscheidenden Beitrag zur Identitätsbildung und Demokratieerziehung im Lande leisten, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Treffen. Dafür braucht es jedoch eine langfristige institutionelle Verankerung und nicht einen schrittweisen Abbau. Um den konstruktiven Austausch fortzusetzen, sich noch stärker zu vernetzen, konzeptionelle Vorschläge zu bündeln und gemeinsame Projekte zu entwickeln, wird sich der Kreis weiter treffen.
Gute Nachrichten für das Stasi-Unterlagen-Archiv in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg: In der vergangenen Woche hat der Bundestag den Übergang in das Bundesarchiv zum 17. Juni 2021 beschlossen. Neubrandenburg wurde im Gesetz dauerhaft als Standort festgeschrieben.
„Ich bin froh, dass die Außenstelle unserer Stadt erhalten bleibt. Dort lagern die Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Neubrandenburg und damit stellt dieses Archiv einen wichtigen Pfeiler in der Aufarbeitung unserer DDR-Geschichte dar“, betonte Oberbürgermeister Silvio Witt. Rund 2.500 laufende Meter Unterlagen, darunter mehr als 800.000 Karteikarten sowie zahlreiche Bild- und Tondokumente zeugen von fast 40 Jahren Stasi-Überwachung im ehemaligen Bezirk Neubrandenburg. „In der Einrichtung besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen“, machte Witt deutlich. „Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt diese Möglichkeit nun weiterbestehen.“