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Im August waren in der Seenplatte 304 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Juli, insgesamt 10.572. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind es 1.176 Arbeitslose oder 10 Prozent weniger.

In der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Arbeitslosigkeit im August erneut zurückgegangen, und das unter das Vor-Corona-Niveau – ein Minus von 217 zum August 2019. „Weniger arbeitslose Menschen und weniger Arbeitslosmeldungen zeigen mir“, sagt Stephan Bünning, Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, „dass wir die durch Corona aufgebaute Arbeitslosigkeit kontinuierlich reduzieren. Ein weiteres Indiz dafür ist die hohe Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen. Die Zahlen zeigen aber auch, wie wichtig das Instrument der Kurzarbeit war und weiterhin sein wird. Das Kurzarbeitergeld hat tausende von Arbeitsplätzen in der Seenplatte gesichert.“

Eigentlich ist der Arbeitsmarkt wegen der Urlaubszeit im Sommer nicht so aufnahmefähig. In den drei Jahren vor Corona ist die Arbeitslosigkeit durchschnittlich im August leicht (+13) gestiegen.  Anders in diesem Jahr. Stephan Bünning spricht von einer Entwicklung „gegen den üblichen saisonalen Trend“. „Neben dem Nachholeffekt ist das auch eine Folge der Wirtschaftserholung – angesichts der Lockerungen durch deutlich gesunkene Infektionszahlen in der Seenplatte.“

Für den aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei der Gruppe der 15- bis unter 25-Jährigen – im niedrigen einstelligen Bereich (Plus 2 oder 0,2 Prozent) – gegenüber dem Vormonat Juli seien, so Bünning, ausschließlich die bereits im Juli genannten, jahreszeitlich üblichen Ursachen verantwortlich. „Wie im Juli, so haben sich auch im August noch junge Menschen nach Abschluss der Berufsausbildung oder der Schule vorübergehend arbeitslos gemeldet.“ Der größte Teil dieser Jugendlichen werde schon im Herbst eine Stelle gefunden haben. „Dies gilt speziell für die frisch ausgelernten Fachkräfte, die von ihren Ausbildungsbetrieben aus unterschiedlichen Gründen nicht übernommen werden konnten.“

Auch die Arbeitskräftenachfrage befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau. So wurden den gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagenturen und Jobcenter seit Jahresbeginn 4.603 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 545 oder 10,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Und mit Blick auf die Stellenmeldungen der Unternehmen im August, sagt der Vize-Agenturchef „Unsere Unternehmer handeln angesichts der Urlaubszeit insgesamt vorsichtiger, was Neueinstellungen angeht. Das spiegelt sich in der nachlassenden Kräftenachfrage sowie den gesunkenen Beschäftigungsaufnahmen aus Arbeitslosigkeit wider. Allerdings bewegt sich das Stellenangebot auf einem hohen Niveau. Die weitere Arbeitsmarktentwicklung hängt maßgeblich von möglichen Eindämmungsmaßnahmen – die das wirtschaftliche Leben betreffen – in der Corona-Pandemie, dem Ausmaß der ‚Herbstbelebung‘ und dem Verlauf der Kräftenachfrage ab.“

„Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher“, sagt Stephan Bünning. Im August wurde für 48 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im April dieses Jahres 6.972 Mitarbeitende aus 1.160 Unternehmen in Kurzarbeit.