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Henry Tesch (hinten links), Ratsvorsitzender der Stiftung Mecklenburg, und Helmuth von Maltzahn, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, eröffneten die 4. Schlossbergkonferenz.

Folgt man den Ausführungen des Neustrelitzer Bürgermeisters Andreas Grund auf der heutigen 4. Schlossbergkonferenz, so werden die Sanierung des Schlosskellers und der originalgetreue Nachbau des Schlossturms nicht vor 2027 realisiert sein. Außerdem scheint das Projekt chronisch unterfinanziert. Grund, der sich um eine dritte Amtszeit im Rathaus bewirbt und der Konferenz digital zugeschaltet war, operierte mit Zahlen zwischen sieben und elf Millionen Euro. Er verfügt offenbar über Wissen, dass die Stadtvertreter noch nicht haben. Das in der Sache beauftragte Architekturbüro konnte wegen coronabedingter Verschiebung des Termins der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau bislang nicht vortragen. Nun soll das im Februar geschehen.

Grund, der nicht gerade als glühender Verfechter des Schlossbergprojektes gilt, bezeichnete das Vorhaben immerhin gleichberechtigt mit dem Vorhaben Schwimmhalle für Neustrelitz, dem er in der Vergangenheit auch nicht gerade mit Begeisterung gegenüberstand. Hier dürfe es keine Konkurrenz geben, beide Projekte seien wichtig für die Stadtentwicklung, so der Wahlkämpfer. Zugleich schränkte er aber ein, dass alles von der Leistungsfähigkeit der Kommune und den Fördermöglichkeiten abhänge.

Hat schon Tradition bei den Schlossbergkonferenzen: Zum vierten Mal spielte Solveig-Kristin Schmid Trompete.

Weit über 100 Meldungen hatte es auf Einladung der Stiftung Mecklenburg und der Stadtvertretung zur diesjährigen Neustrelitzer Schlossbergkonferenz gegeben. Ein respektables Ergebnis, da die Tagung wegen der Pandemie erstmals digital durchgeführt werden musste. Am Ausstrahlungsort Carolinum-Aula hatten sich ganze 13 Personen versammelt, die sich zuvor im Eingangsbereich einem Corona-Schnelltest unterzogen hatten. Das gastgebende Gymnasium als Schrittmacher bei Hygienekonzepten von Beginn der Krise an bewies eindrucksvoll, dass auch in schwierigen Zeiten Veranstaltungen möglich sind.

Angelika Groh war extra in die Aula gekommen.

Bei der Fragerunde zum Schlossberg der vier Bürgermeisterkandidaten schnitt für mich die parteilose Bewerberin Angelika Groh am besten ab, die direkt in die Aula gekommen war. Geboren auf dem Schlossberg, am Schlossberg zur Schule gegangen und jetzt gleich um die Ecke wohnend, möchte sie etwas für diesen Ort tun. „Es macht Sinn, hier zu investieren, auch über Keller und Turm hinaus“ betonte Angelika Groh. An Nutzungsideen mangelte es der Neustrelitzerin nicht. So könne sie sich angesichts der Präsenz von DLR und Leea an den Stadträndern hier im Herzen der Residenzstadt ein Wissenschaftscenter vorstellen. Die Deutsche Tanzkompanie könnte auf dem Schlossberg unterkommen, oder eine Musikakademie… Das Thema Schlösser und Herrenhäuser habe nicht ohne Grund überall im Land deutlich Fahrt aufgenommen, unterstrich die Tourismusexpertin und Netzwerkerin.

SPD-Bewerber Daniel Priebe hatte ein Video eingeschickt, das ihn auf dem Schlossberg zeigte. Er stellt sich den Schlossturm als Aussichtsplattform und als Ausstellungsgebäude vor und bemängelt, dass es noch immer keine verlässliche Kostenschätzung gebe, siehe oben. Bei einem guten Konzept stehe er auch Investitionen über Turm und Keller hinaus nicht ablehnend gegenüber, so Priebe. Etwas nebulös, appellierte der Sozialdemokrat für einen „bestmöglichen Umgang mit den Mitteln“. Neustrelitz befinde sich finanziell an der Schmerzgrenze. Die SPD präferiert bekanntlich den Bau einer Schwimmhalle.

Nicht zustande kam die Zuschaltung des AfD-Bewerbers Frank Herrmann zur Konferenz. Nach einem Telefonat mit ihm hieß es, dass er technische Probleme habe. Stadtpräsident Ernst-August von der Wense hatte sich erboten, stellvertretend die Gedanken Herrmanns zum Schlossberg wiederzugeben, was der Bürgermeisterkandidat aber dankend ablehnte. Am Abend an dieser Stelle mehr von der Schlossbergkonferenz.

Mediziner Dr. Rajko Lippert sorgte für Corona-Schnelltests. 13 Mal negativ, so das erfreuliche Ergebnis.