Kurz vor seinem Betriebsjubiläum hat der Neustrelitzer Unternehmer Hauke Runge Post von der Handwerkskammer Berlin erhalten. Darin wurde ihm mit Zustellungsurkunde mitgeteilt, dass er als Nichtmitglied der Kammer quasi seit 20 Jahren sein Handwerk illegal in der Bundeshauptstadt ausübe. Weiter wurde ihm mitgeteilt, dass das zur Schließung seiner Niederlassung führen könnte. „Über Arbeitsplätze wurde gar nicht erst gesprochen“, so Runge, Mitglied der Handwerkskammer Mecklenburg-Vorpommern, vor den Gästen der Festveranstaltung am Freitag in der Neustrelitzer Orangerie (Strelitzius berichtete).
Seit heute Morgen ist die Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg in einer geplanten Durchsuchungs-Maßnahme bei einem kommunalpolitisch ambitionierten Unternehmer aus Neubrandenburg im Einsatz. Hintergrund sind mehrere Ermittlungsverfahren nach §§ 130 und 241 des Strafgesetzbuches sowie bezüglich eines Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dem Deutschen wird in diesen Strafsachen unter anderem vorgeworfen, sich über Soziale Medien offen ausländerfeindlich und queerkritisch zu äußern. Diese Äußerungen gehen augenscheinlich über die freie Meinungsäußerung nach Artikel 5 des Grundgesetzes hinaus. Er steht zudem unter Verdacht, volksverhetzende und beleidigende Posts gegenüber dem Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg formuliert, und veröffentlicht zu haben. In diesem Zusammenhang wird außerdem die Veröffentlichung eines Tanzvideos des Oberbürgermeisters aus dem Jahr 2024 im Rahmen einer privaten Veranstaltung hinsichtlich eines Verstoßes gegen des Kunsturhebergesetz geprüft.
Aufgrund der Vorwürfe hat die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg den heute umgesetzten Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht Neubrandenburg beantragt. Dieser wurde durch die zuständigen Richter erlassen. Die Ermittlungen in diesen Verfahren dauern an. Die Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen ist noch nicht beendet.
Constance von Buchwald (vorn rechts) mit den Abgeordneten Johannes Arlt und Philipp Amthor (vorn von links) sowie den anderen Gesprächsteilnehmern.
Auf Einladung von Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt trafen sich heute Landwirte, Gewerbetreibende und Vertreter von Unternehmen der Daseinsvorsorge in Feldberg zu einem Gedankenaustausch. „Anlass war, dass wir nach den diversen Protesten, an denen sich neben Landwirten und Unternehmen der Landtechnik alle handwerklichen Gewerke, Touristiker, Mediziner, Pflegekräfte aus der Feldberger Seenlandschaft und dem benachbarten Fürstenwerder beteiligt haben, wieder eine sachliche Basis für Gespräche finden müssen“, so das Gemeindeoberhaupt gegenüber Strelitzius. „Ich stehe mit dem Versammlungsleiter der Bauern-Demonstration sowie den Gewerbetreibenden in der Feldberger Seenlandschaft in Kontakt. Den hier ansässigen Landwirten und den Gewerbetreibenden, aber auch Apothekeninhabern und Pflegediensten sollte ein Forum gegeben werden, mit Mitgliedern des Bundestages ins Gespräch zu kommen. Von verbindlichen Lösungsansätzen sind wir sicher noch weit entfernt, den Gesprächsfaden sollten wir aber dennoch nicht verlieren. Darüber waren sich alle einig.“
Trotz der Kurzfristigkeit und Spontanität der Einladung konnten es Johannes Arlt (MdB der SPD) und Philipp Amthor (MdB der CDU) kurzfristig einrichten, an diesem Austausch teilzunehmen. Jeder Vertreter der teilnehmenden Branchen konnte gegenüber den Bundestagsabgeordneten die derzeitigen unternehmerischen Beweggründe für Proteste und Demonstrationen erläutern. Die Motive wurden nach Einschätzung der Bürgermeisterin klar und nachvollziehbar dargestellt.
Die Teilnehmer der Gesprächsrunde vereinbarten, sich im Herbst 2024 wieder zusammenzusetzen. Constance von Buchwaldt abschließend: „Dank an alle für das konstruktive Gespräch.“
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat am Mittwoch in Neubrandenburg gemeinsam mit den Trägern des Preises die „Unternehmer/Unternehmerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 2023“ ausgezeichnet. „Mecklenburg-Vorpommern hat eine Vielzahl erfolgreicher Unternehmen, die dazu beitragen, dass sich unser Land zu einem attraktiven Unternehmens-, Arbeits- und vor allem Lebensstandort entwickelt hat. Es ist wichtig, dass wir diese Erfolgsgeschichten würdigen und noch stärker in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Die Preisträger stehen beispielhaft für die innovative und erfolgreiche Unternehmerschaft mit ihren Mitarbeitenden. Sie alle zeigen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern eine lebendige und vielfältige Wirtschaft haben, die in der Lage ist, auch in schwierigen Zeiten Stand zu halten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.
78 Nominierungen für den Preis eingegangen
Zur Preisverleihung waren rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gekommen. In diesem Jahr gab es acht Finalisten, vier Preisträger und einen Sonderpreisträger, die prämiert wurden (alle Finalisten und Preisträger im Überblick siehe unten). Der Preis wurde in diesem Jahr zum 15. Mal vergeben. Insgesamt sind 78 Bewerbungen und Nominierungen für den landesweiten Preis der Wirtschaft eingegangen. Ausgelobt wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro, jeweils eine Urkunde und eine Stele aus der Werkstatt der Rostocker Designerin Anna Silberstein. Träger des Wettbewerbs sind das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, der Ostdeutsche Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die Landesarbeitsgemeinschaft der drei Industrie- und Handelskammern, die Arbeitsgemeinschaft der beiden Handwerkskammern sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern.
Preisträger und Finalisten
Preisträger in der Kategorie „Unternehmerpersönlichkeit“
Hendrik Marossow, Geschäftsführer, Hüneke Neubrandenburg GmbH
Der Fachbetrieb für Gussasphaltverarbeitung im Bereich Straßenbau, Fußböden und Abdichtungen hat sich 1997 aus dem seit über 50 Jahren am Markt agierenden Unternehmen Hüneke Fahrbahnmarkierungen GmbH gegründet. Mit rund 40 Mitarbeitenden ist der Betrieb nach eigenen Angaben heute deutschlandweit tätig für Städte und Kommunen, Industrie- und Wohnungsbauunternehmen, Architekten und private Bauherren sowie internationale Projekte, wie beispielsweise in Polen, Niederlande, England, Frankreich und der Türkei. Geschäftsführer Marossow ist zudem ehrenamtlich aktiv, unter anderem seit 13 Jahren im Vorstand und seit zehn Jahren als Präsident der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendungen e.V. in Bonn sowie als Vorsitzender der Gemeinschaft zur Förderung der fachlichen Fortbildung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e.V. in Mecklenburg-Vorpommern. „Besonders wertvoll ist das große Engagement des Unternehmens und vor allem des Geschäftsführers Hendrik Marossow im Bereich der Inklusion. Bei der Hüneke Neubrandenburg GmbH sind mehrere Mitarbeitende mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen eingestellt und vollständig in das Team integriert. Mit überspeziellen Förderungen, kürzeren Arbeitszeiten und einem höheren Urlaubsanspruch gelingt es, die Kolleginnen und Kollegen in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Grone Bildungszentrum Neubrandenburg ermöglichst es geistig eingeschränkten Menschen, im Unternehmen Praktika zu absolvieren. Das ist ein beispielhaftes Engagement und verdient zu recht die Auszeichnung zur Unternehmerpersönlichkeit des Jahres“, sagte Meyer.
Preisträger in der Kategorie „Unternehmensentwicklung“
HygCen Germany GmbH, Dr. med. univ. Sebastian Werner, Schwerin, Branche: Gesundheitswirtschaft
Die HygCen Germany GmbH prüft und sichert die Qualität von Medizinprodukten, Desinfektionsmitteln und ähnlicher Produkte. Als akkreditiertes und anerkanntes Prüflabor wird gemäß europäischer (EN) und internationaler (ISO) Normen beziehungsweise Standards mit fundierter Methodik, gemäß aller gängigen Richtlinien und immer ohne Tierversuche getestet. Jährlich werden rund 4.000 Einzeltests für rund 650 internationale Kunden durchgeführt. Das 1996 gegründete Unternehmen beschäftigt heute rund 70 Mitarbeitende. Seit rund fünf Jahren investiert die HygCen nach eigenen Angaben rund 200.000 Euro in moderne Laborgeräte. „Mensch sein heißt verantwortlich sein – so lautet das Leitmotiv des Unternehmens. Von Mitarbeitenden ausgewählte regionale Hilfsprojekte werden seitens des Unternehmens unterstützt, beispielsweise die tiergestützte Therapie mit Alpakas der Diakonie Grevesmühlen und die Schweriner Tafel. Das regionale Engagement in Verbindung mit attraktiven Arbeitsbedingungen hat erheblich dazu beigetragen, dass die HygCen Germany eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung vorweisen kann“, sagte Meyer.
Preisträgerin in der Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“
Karen Went, VETEC Zerspanungs- und Feinwerktechnik GmbH, Rostock, Branche: Metallverarbeitung
Die 1992 als Einzelunternehmen gegründete und 2012 in eine GmbH umgewandelte VETEC Zerspanungs- und Feinwerktechnik GmbH hat sich auf die Herstellung von komplexen mechanischen Einzelprodukten und Baugruppen spezialisiert. Seit dem Jahr 2009 ist der Betrieb in einer neu errichteten Produktionsstätte in Rostock-Schutow auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern tätig. Für die rund 35 Mitarbeitenden gibt es attraktive Arbeitsbedingungen. Unter anderem wurde eine „neue“ Normalschicht im Arbeitsablauf eingeführt, um beispielsweise jungen Eltern oder Pflegenden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Zudem wird darauf geachtet, dass Überstunden und Wochenendarbeitszeiten vermieden werden. „Um frühzeitig Nachwuchskräfte für das Unternehmen zu sichern, engagiert sich die Geschäftsleitung stark bei der Berufsfrühorientierung von Schülern und bietet Maschinenbauingenieuren die Möglichkeit, ein Grundpraktikum im Unternehmen zu absolvieren. Zugleich werden Schülerfirmen durch Firmenveranstaltungen unterstützt. Das ist ein richtiger Weg, um die VETEC als potentiellen, attraktiven Arbeitgeber in das Bewusstsein junger Menschen zu bringen“, sagte Meyer.
Finalisten „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“
Alfred Talke und Daniel Gutmann, Grimmener SpeziTrans & Service GmbH, Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen), Branche: Transport, Logistik
Heute Nachmittag hat es in den Stadtgebieten von Neubrandenburg und Waren aufgrund der angemeldeten Autokorsos/Demonstrationen im Zusammenhang mit dem sogenannten Unternehmeraufstand Polizeieinsätze gegeben. Dabei blieben die Teilnehmerzahlen der Regierungskritiker unter den hier im Blog veröffentlichten Prognosen bzw. Anmeldungen. In Neubrandenburg startete die Versammlung um 15.50 Uhr mit etwa 160 Fahrzeugen, darunter 18 LKW und Traktoren, an der Stadthalle. Die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg und des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Altentreptow waren zur Absicherung der Versammlung im Einsatz.
Das Polizeihauptrevier Waren führt am heutigen Donnerstag anlässlich einer angemeldeten Versammlung – ein Autokorso durch die Stadt Waren im Rahmen des sogenannten „Unternehmeraufstandes“ – einen Polizeieinsatz durch. Nach derzeitigem Kenntnisstand beginnt und endet der Autokorso mit einer stationären Kundgebung am Festplatz Zum Amtsbrink.
Gegen 15 Uhr ist der Start des Autokorsos mit folgendem Streckenverlauf geplant: Festplatz Zum Amtsbrink -Kietzterrassen – Zum Amtsbrink – Zur Steinmole – Schweriner Damm/B 192 – Strelitzer Straße/B 192 – Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße – Siegfried-Marcus-Straße – Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße – Gievitzer Straße – Schweriner Damm/B 192 – Mecklenburger Straße – Zum Pfennigsberg – Zum Kiebitzberg – Strelitzer Straße/B 192 – Schweriner Damm/B 192 – Teterower Straße – Warenshöfer Weg – Karl-Marx-Straße – Witzlebenstraße – Springer Straße – Warendorfer Straße Richtung Warenshof bis Kreuzung berufliche Schule/Aldi/Hagebaumarkt – Warendorfer Straße – Röbeler Chaussee/B 192 – Schweriner Damm/B 192 – Zur Steinmole – Zum Amtsbrink – Kietzterrassen – Festplatz Zum Amtsbrink. Angemeldet sind bis zu 200 Fahrzeuge.
Das Polizeihauptrevier Neubrandenburg führt heute anlässlich einer angemeldeten Versammlung – ein Autokorso durch die Stadt Neubrandenburg im Rahmen des sogenannten „Unternehmeraufstandes“ – einen Polizeieinsatz durch. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Autokorso gegen 15.30 Uhr vom Parkplatz der Stadthalle starten und durch die Südstadt, die Oststadt und über den Friedrich-Engels-Ring führen und auch am Parkplatz der Stadthalle wieder enden.
Die Fahrtstrecke ist wie folgt geplant: Parkstraße – Schwedenstraße – Neustrelitzer Straße – Lindenstraße – Kirschenallee – Neustrelitzer Straße – Platanenstraße – Neustrelitzer Straße – Friedrich-Engels-Ring – Woldegker Straße – Am Neuen Friedhof – Juri-Gagarin-Ring – Salvador-Allende-Straße – Robert-Koch-Straße – Fritscheshofer Straße – Woldegker Straße/B 104 – Friedrich-Engels-Ring (1,5 Runden) – Neustrelitzer Straße – Schwedenstraße – Parkstraße – Ziel: Parkplatz Stadthalle. Angemeldet sind bis zu 400 Fahrzeuge.
An den jüngsten Montagsdemonstrationen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg haben sich an 16 Orten rund 1800 Personen beteiligt. Die größten Versammlungen und Aufzüge gab es nach Polizeiangaben gestern in Waren und Neustrelitz mit je 350 Teilnehmern sowie in Neubrandenburg mit 265 Demonstranten. Alle Versammlungen seien ohne Störungen verlaufen.