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Quelle: PP Neubrandenburg

Die Polizeipräsidien Neubrandenburg und Rostock beteiligten sich am Karfreitag sowie in der Nacht zum heutigen Sonnabend erstmalig an der bundesweiten Verkehrsüberwachungsaktion “Carfriday”. Am traditionellen Saisonstart für Auto-, Tuning- und Rennsportbegeisterte waren bei den präsidiumsweiten Kontrollen unter dem Motto “Rot für Raser, Poser und illegales Tuning” Veränderungen an Autos und Motorrädern, Geschwindigkeitsverstöße und sogenanntes Posing im Fokus der Polizei.

Raser, Poser und Tuner nutzten in der Vergangenheit immer wieder den Karfreitag-Feiertag, um mit zum Teil illegal umgebauten Autos Rennen zu fahren und sich entsprechend in Szene zu setzen. Die illegale Raserszene ist vor allem durch ihr rücksichtloses und gefährliches Verhalten in den letzten Jahren auch immer mehr in den Fokus der Polizei in MV gerückt. Vor allem verbotene Kraftfahrzeug- und Beschleunigungsrennen haben bereits zu mehreren Schwerverletzten und Toten geführt. Die Zahl der festgestellten verbotenen Kraftfahrzeugrennen steigt seit Jahren auch in MV stetig an. Während im Jahr 2018 insgesamt nur neun Strafanzeigen polizeilich aufgenommen wurden, waren es im Jahr 2021 bereits 65. Im vergangenen Jahr wurden 103 verbotene Kraftfahrzeugrennen polizeilich bekannt.

Vielen Neubrandenburgern dürfte in diesem Zusammenhang noch ein Verkehrsunfall aus dem Jahr 2017 in Erinnerung geblieben sein, bei dem ein 33-jähriger Fußgänger nach einem Zusammenstoß mit einem VW Passat in der Demminer Straße in Neubrandenburg so schwer verletzt wurde, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der damals 20-Jahre alte Unfallverursacher erhielt 18 Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung (zwei Jahre) ausgesetzt wurden. Zudem musste er 1.000 Euro Geldstrafe an die Ortsverkehrswacht
Neubrandenburg zahlen.

Im Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg schilderte der Unfallverursacher den Unfallhergang. Er lieh sich ein 270 PS starkes Auto und traf sich mit der Tuningszene an einer Tankstelle im Norden Neubrandenburgs. Dort habe er einen getunten Golf gesehen und später an einer Ampel Gas gegeben. Laut Gutachten der DEKRA war er mit 83 bis 107 Stundenkilometer unterwegs. Erlaubt waren 60 Stundenkilometer.

Allermeiste Autofahrer regelkonform unterwegs

Die erfreuliche Bilanz: Solche oder ähnliche Unfälle ereigneten sich heute zum Glück nicht. Im Rahmen der Verkehrsüberwachungsmaßnahmen waren im Zeitraum von Freitagmittag bis Sonnabendfrüh zahlreiche Streifenteams im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums
Neubrandenburg unterwegs. Im Rahmen von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen im Bereich der Hauptzufahrten von Neubrandenburg stellten die eingesetzten Polizeibeamten insgesamt 44 Temposünder fest.

Dreizehn Verkehrsteilnehmer werden aufgrund ihrer überhöhten Geschwindigkeit mit einem Bußgeld rechnen müssen. Sieben Fahrzeugführern wurde die Weiterfahrt untersagt, zudem war bei insgesamt elf Fahrzeugen die Betriebserlaubnis erloschen. Die Beamten stellten darüber hinaus 16 Mängelberichte aus und leiteten zwei Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz (Auffinden eines Schlagrings) sowie das Pflichtversicherungsgesetz ein. Die Polizei konstatiert am Ende ihres Einsatzes jedoch auch, dass sich die allermeisten Autofahrer am Karfreitag regelkonform verhielten.