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Der Vorsitzende des Residenzschlossvereins Neustrelitz, Jürgen Haase, hat sich in aller Form bei Strelitzius entschuldigt. Anlass war ein mir zugeschicktes Foto von der gestrigen Enthüllung einer Erinnerungstafel auf dem Neustrelitzer Schlossberg, das von Lesern als manipuliert erkannt worden und von mir unverzüglich aus allen meinen Informationskanälen entfent worden ist. Haase sprach von einem Versehen. Das bearbeitete Bild sei nur für den internen Gebrauch bestimmt gewesen.

Tatsächlich hatte es bei der Aktion auf dem Schlossberg eine organisatorische Panne gegeben. Gezeigt wurde dort eine Fahne mit dem großherzoglichen Wappen von Mecklenburg-Schwerin. Aber selbst das Wappen des Großherzoglichen Hauses Mecklenburg-Strelitz wäre bei diesem Anlass, wo es um die Errungenschaften der Novemberrevolution und die erste demokratische Verfassung Deutschlands ging, völlig deplatziert gewesen. Haase hatte das Wappen nachträglich am Computer getilgt, übrig blieben die Landesfarben Blau, Gelb und Rot, und das Bild dann nach eigener Aussage irrtümlich versendet.

Zugleich verteidigte der Vorsitzende des Residenzschlossvereins seine öffentlichen Äußerungen bei der Veranstaltung, die für Empörung gesorgt hatten (Strelitzius berichtete). Ihm sei es nicht darum gegangen den Rechtsstaat anzugreifen, sondern viel mehr darum, ihn zu verteidigen. Die Sorge um den Rechtsstaat vor dem Hintergrund von Corona treibe ihn seit geraumer Zeit um und beschere ihm schlaflose Nächte.

Der Neustrelitzer Unternehmer Holger Wilfarth, der sich um die Anerkennung des Schlossbergs als Ort der Demokratiegeschichte verdient gemacht hat und auf dem Foto zu sehen ist, ist entgegen anderslautenden Darstellungen kein Mitglied des Residenzschlossvereins. Er bezeichnete im Gespräch mit mir den Auftritt Haases als unangemessen hinsichtlich des Inhalts und des Anlasses der Veranstaltung. Auch weitere Persönlichkeiten gingen im Verlauf des Tages gegenüber Strelitzius auf Distanz zu Haase.

Leider nicht dabei Bürgermeister Andreas Grund, dessen Büro ich am Morgen um eine Stellungnahme gebeten hatte. Auch von der bundesweit agierenden Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ wäre noch eine nachträgliche Reaktion zu erwarten. Was nicht ist, kann ja noch werden… Zumindest hatten Grund und Dr. Markus Lang, Projektleiter „Orte der Demokratiegeschichte“ vom Verein Weimarer Republik e.V., nach Berichten eines Strelitzius-Korrespondenten bereits gestern auf dem Schlossberg Kritik an Haases einleitenden Worten geübt.

Der Vorsitzende des Residenzschlossvereins hat mit seinen Auslassungen dem Anliegen aller, die sich seit Jahren um die Geschichte des Neustrelitzer Schlossbergs bemühen, schweren Schaden zugefügt. Dieser meiner Einschätzung hat Jürgen Haase zumindest nicht widersprochen.