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Am Tag des offenen Denkmals hat der Residenzschlossverein Neustrelitz zur Enthüllung der Erinnerungstafel „Ort der Demokratiegeschichte“ eingeladen. Offensichtlich ist es dabei zu einem Eklat gekommen. Amina Kanew, Bundestagskandidatin der LINKEN für den Wahlkreis 17, zu dem Neustrelitz gehört, hat nach eigener Aussage aus Protest die Veranstaltung frühzeitig verlassen. Eine längere Teilnahme sei ihr nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des Vereins Jürgen Haase nicht mehr möglich gewesen, so die von den Veranstaltern persönlich eingeladene Politikerin in einer mir übermittelten Erklärung.

„An diesem besonderen Ort wurde die erste demokratische Verfassung auf deutschen Boden unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg beschlossen. Auch aus der Perspektive der Frauenbewegung ist dies ein historischer Ort, da Frauen erstmals im Strelitzer Parlament sitzen durften. DIE LINKE begrüßt die Forderung, ein Wahrzeichen der Demokratie herzurichten. Allerdings ist es keineswegs hinnehmbar, das Schlossberg-Areal für blaublütige Ideen zu missbrauchen“ so Kanew. „Die Rechtsstaatlichkeit von Deutschland wegen der beschlossenen und umgesetzten Corona-Maßnahmen grundsätzlich in Zweifel zu ziehen – mit Formulierungen die bei den Montag Spaziergängen der Corona Leugner*innen und AfD- Anhänger*innen  üblich sind – halte ich für falsch und gefährlich.“

Der 12. September sei nicht nur der Tag des offenen Denkmals, sondern auch der Tag der Opfer des Faschismus. Als Antifaschistin und Demokratin könne sie nicht stillschweigend an einer Veranstaltung teilnehmen, bei der antidemokratische Propaganda betrieben werde, betonte die Kandidatin für den Bundestag. „Ich wünsche mir, dass die Stadt Neustrelitz zu der heutigen Veranstaltung eine ebenso klare Haltung zeigt.“