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Wenn in der Strelitzius-Küche auch gestiftelt und nicht nur in Scheiben geschnitten wird, dann ist chinesisches Essen angesagt. Die Schuld trägt wie häufig die Holde. Meine bessere Hälfte ist ja ebenso vorrätebildend wie -kontrollierend, und die Schweinelende im Tiefkühlschrank war fällig. In der Provinz Sichuan des Reiches der Mitte wiederum weiß man mit so einem guten Stück Fleisch etwas anzufangen und hat das Rezept mitteilsam aufgeschrieben. So ist es auch zu mir gelangt.

Es war gestern ein Kochen unter Extrembedingungen. Während rund um meinen Herd die Blitze zuckten und der Donner grollte, rollten auf der Terrasse die Hagelkörner hin und her. Das Mahl haben wir uns nicht verhageln lassen. Und während ich wohlgesättigt diese Zeilen begann zu schreiben, krachte und pladderte es schon wieder rund ums Eigenheim. Neu im schwer geprüften Strelitzius-Kräuterbeet übrigens chinesischer Schnittknoblauch, von einer freundlichen Nachbarin abgelassen. Hätte gleich zum Einsatz kommen können, also das Knobigras, aber ein bisschen Akklimatisation gönne ich ihm noch.

Eine Schweinelende waschen, trockentupfen und in Würfel schneiden. Das Fleisch mit drei Esslöffeln Sojasauce und einem Teelöffel Chiliflocken marinieren und eine halbe Stunde zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. Außerdem weitere drei Esslöffel Sojasauce mit einem Esslöffel Weißweinessig und zwei Esslöffeln Speisestärke verrrühren, mit einem Viertelliter Wasser auffüllen und beiseite stellen.

Jetzt drei Paprikaschoten in schmale Streifen und zwei Lauchzwiebeln sowie eine Porreestange in dünne Röllchen schneiden. Drei Möhren und zwei Zucchini stifteln. In einer Wokpfanne in etwas Öl das Fleisch ca. fünf Minuten pfannenrühren, bis es ordentlich Farbe angenommen hat, herausnehmen und warmstellen. Einen Esslöffel Öl nachgeben und im Wok jetzt zunächst Porree, Zwiebeln und Paprika drei Minuten pfannenrühren. Zucchini und Möhren hinzufügen, weitere drei Minuten rühren und salzen. Zum Finale das Fleisch zurück in die Pfanne, mit der Stärkemischung übergießen und das Gericht unter weiterem Rühren andicken lassen.

Mit Zwiebelgrün dekorieren, dazu als Beilage natürlich Reis. Ich habe übrigens Chili-Gewürzöl verwendet, das für zusätzliche Schärfe gesorgt hat. Qǐng xiǎngyòng, wie der Chinese sagt, guten Appetit!