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Vincent Kokert und Silvio Witt waren zuletzt der Einladung von Stadtpräsident Dieter Stegemann zu einem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Neubrandenburg gefolgt. Foto: Stadt Neubrandenburg

Das Land wird sich in einer Studie unter anderem mit den gehäuften Krebserkrankungen bei der Neubrandenburger Berufsfeuerwehr befassen. Der CDU-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Vincent hat das am Rand eines Besuches bei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr zugesichert. Noch mangele es an belastbaren Zahlen und Daten. Fest steht, dass neun Feuerwehrleute seit 2003 im Alter zwischen 50 und 60 Jahren an Krebs verstorben sind. Vier weitere Kameraden erkrankten, konnten aber nach erfolgreicher Behandlung wieder in den Dienst zurückkehren.

Bei dem sogenannten „Feuerwehrkrebs“ handelt es sich um Lungen-, Lymphdrüsen- und urologisch-genitale Krebsarten. Im Unterschied zu anderen Ländern sind diese Krebsformen in Deutschland nicht als Berufskrankheit anerkannt, unter anderem, weil das Datenmaterial fehlt.

Die vom Land finanzierte Studie wird bei Experten der Universität Greifswald in Auftrag gegeben. Derzeit laufen bei drei Berufsfeuerwehren in Deutschland solche Untersuchungen. Mecklenburg-Vorpommern will neben der Neubrandenburger weitere Berufsfeuerwehren des Landes in die Untersuchung einbeziehen.

Marcus Bätge ist Gründungsmitglied der Feuerkrebs guG, die Feuerwehrleute über die Gefahren und Auswirkungen von krebserregenden Rauchgasen informiert. “Wir sprechen in der Regel davon, dass Feuerwehrleute ein 30 Prozent erhöhtes Risiko gegenüber der Normalbevölkerung haben, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, darunter Hoden- und Prostatakrebs”, so Bätge im Feuerwehrmagazin.

Vor allem die Entwicklung der Baustoffe in den letzten Jahren und immer noch unzureichender Schutz durch fehlende Schwarz-Weiß-Trennung, keine vernünftige Dekontamination oder nicht vorhandene Reserve-Schutzausrüstung seien Gründe, warum deutsche Feuerwehrleute im Einsatz gefährdet seien.

Bätge abschließend: „Kommt ein Feuerwehrmitglied nach dem Innenangriff aus einem Gebäude, dann schwitzt er in der Regel und seine Hautporen sind geöffnet. Wenn die Transpiration nachlässt, aber die Poren noch geöffnet sind, kommt es zu einer 400 Prozent stärkeren Schadstoffaufnahme über die Haut. Diese Belastung über Jahre kann dann dazu führen, dass es zum Krebs kommt.”

Unterdessen hat Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt, der Kokert bei dessen Besuch begleitete, angekündigt, dass im kommenden Jahr doppelt so viel wie zuletzt in die Ausrüstung der Feuerwehren der Vier-Tore-Stadt investiert werden soll.