Wegen massiven Unterrichtsausfalls in der Neustrelitzer Grundschule Sandberg hat sich eine Gruppe besorgter Eltern an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gewandt. „Wir können nicht länger hinnehmen, dass das Wohl und die Bildung unserer Kinder durch die Untätigkeit der Verantwortlichen gefährdet wird“, heißt es in dem Hilferuf, der auch Strelitzius zugeleitet wurde.
Seit längerem kämpfen Kinder, Eltern und Mitarbeiter der Grundschule Regenbogen“ in Mirow, aber auch die Stadtvertretung um die Unterstützende Pädagogischen Fachkraft an der Bildungsstätte (Strelitzius berichtete) und den Erhalt ihres Arbeitsplatzes. Jetzt liegen in der Stadt Unterschriftenlisten mit der Bitte um Unterstützung durch die Einwohner aus, darunter in der Sparkassenfiliale, im Edeka-Markt und in Arztpraxen. Jede Unterschrift zähle.
Bei der gestrigen Übergabe der Laptops in der Regionalen Schule „Jawaharlal Nehru“: Von links Lehrer Stefan Kurtze, Schulleiterin Carmen Hübner, Bürgermeister Andreas Grund sowie Projektleiter Mario Kögler Foto. Stadt Neustrelitz/Ludewig
Für die Lehrerinnen und Lehrer der fünf städtischen Schulen in Neustrelitz stehen ab sofort 116 digitale Endgeräte zur Verfügung. Gestern wurden die ersten 25 Laptops an die Regionale Schule „Jawaharlal Nehru“ übergeben, Die Verteilung an die einzelnen Schulen soll bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein. Die Kosten für die Anschaffung der Geräte betragen 89.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent aus Bundesmitteln und zu 10 Prozent über das Land Mecklenburg-Vorpommern.
Neustrelitz profitiert damit erneut aus den bereit stehenden öffentlichen Förderungen im Rahmen des DigitalPakts Schule 2019-2024. „Wir sind nach langer Antragstellung und Planung sehr froh, dass wir ein positives Ergebnis haben und unsere Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer Arbeit unterstützen können.“, sagt Bürgermeister Andreas Grund.
Die Elterninformationsabende am 11. und am 13. Januar an der Integrierten Gesamtschule “ Walter Karbe“ in Neustrelitz müssen leider pandemiebedingt ausfallen. Das teilte die zuständige Stufenkoordinatorin mit. Zu den Abenden waren die Eltern der künftigen Fünftklässler eingeladen.
Auf die erwartete Welle mit „Omikron“ können die Schulen in MV jetzt mit einem Drei-Phasen-Modell reagieren. Zunächst starten die Schulen mit der Phase 1 in den regulären Präsenzunterricht. Das bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler dreimal in der Woche getestet werden, für Lehrkräfte und andere an den Schulen Beschäftigte besteht eine Testpflicht.
Bildungsministerin Simone Oldenburg hat das Modell am Montag auf einer Pressekonferenz vorgestellt. „Die Schulleitungen entscheiden darüber, in welche Phase ihre Schule eintritt“, sagte Oldenburg. „Das ist davon abhängig, wie mit dem vorhandenen Personal der Unterricht abgesichert werden kann.“ Ziel bleibe es, den Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler abzusichern, so die Ministerin. „Mit dem Drei-Phasen-Modell können die Schulen flexibel auf das Pandemiegeschehen reagieren, den Schülerinnen und Schülern so viel Präsenzunterricht wie möglich bieten und die Lehrkräfte vor Überbelastungen schützen“, sagte Oldenburg.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat aus dem MV-Schutzfonds 208.578 Euro für die Beschaffung von Geräten, die der Verbesserung der Luftqualität in Unterrichtsräumen dienen, erhalten. Darüber hinaus investierte der Landkreis mehr als 139.000 Euro als Eigenanteil für diese Maßnahme. Das teilt das Schulverwaltungsamt des Landkreises mit.
Alle 860 Unterrichtsräume an den 29 Schulen in Trägerschaft des Landkreises wurden mit CO2-Ampeln ausgestattet, die ständig die CO2-Konzentration im Raum messen und anhand von Lichtsignalen die Lüftungsintervalle vorgeben. Daneben wurden 250 Luftreinigungsgeräte beschafft, die die Raumluft mit Hilfe von UV-Licht filtern und desinfizieren.
Es ist außerdem geplant, dass in der landkreiseigenen Kita „Stolpersteinchen“ in Neubrandenburg alle Gruppen- und Schlafräume mit Zu-/ Abluftventilatoren ausgestatten werden. Die Gesamtausgaben dafür belaufen sich auf weitere 181.500 Euro. Davon trägt der Bund 145.200 Euro.
Mit den Geräten wurde ein wesentlicher Beitrag geleistet, um die Infektionsgefahr an den Schulen zu verringern.
Wie schon nach den vorangegangenen Ferien, müssen Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern am ersten Schultag eine Erklärung abgeben, dass sie sich in keinem Risikogebiet aufgehalten haben und keine Krankheitssymptome zeigen. Mit Beginn des neuen Jahres wird die Testfrequenz in den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen von zweimal auf dreimal pro Woche erhöht. Neu ist zudem, dass auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sich im Rahmen der Teststrategie dreimal pro Woche testen lassen müssen.
„Wir stehen im ständigen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Expertinnen, Experten, Praktikerinnen, Praktikern sowie dem Krisenstab der Landesregierung. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ergeben sich keine Änderungen zur bisherigen Planung. Das heißt, wir starten am 3. Januar mit dem Präsenzunterricht unter Beachtung aller notwendigen Hygieneregeln sowie einer Testung aller Schülerinnen und Schüler und aller Lehrkräfte. Die Tests erfolgen zu Hause, in der Schule oder in Testzentren“, erklärt Simone Oldenburg, Bildungsministerin von MV.
Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern können nach den Weihnachtsferien wieder wie gewohnt am Sportunterricht teilnehmen. Gleiches gilt auch für die Fächer Musik und Darstellendes Spiel. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesstätten hat am Dienstag die Schulen darüber in einem entsprechenden Hinweisschreiben informiert.
„Die Gesundheitsexperten haben uns vorerst grünes Licht gegeben, auch durch die ab Januar zusätzlich eingeführten Tests und das aus derzeitiger Sicht begrenzte Infektionsgeschehen wieder die Fächer Sport, Musik und Darstellendes Spiel in gewohnter Weise zu unterrichten“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir hoffen, dass der Verlauf des Infektionsgeschehens das auch künftig uneingeschränkt zulassen wird.“
Ansonsten gelten nach den Weihnachtsferien in den Schulen des Landes ähnliche Regelungen wie bereits nach anderen Schulferien in diesem Jahr. Die Schülerinnen und Schüler müssen ein ausgefülltes Formular über das Reiseverhalten während der Ferien vorlegen. Das Formular ist in den Schulen erhältlich und steht auf den Internetseiten des Ministeriums zum Download bereit.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird ab dem morgigen Freitag, 10. Dezember, die Turnhallen, die sich in seiner Trägerschaft befinden, wieder für den Vereinssport öffnen. „Damit fügen wir uns der neuen Regelung in der Corona-Landesverordnung“, sagte der Stellvertretende Landrat und Leiter des Verwaltungsstabs „Corona“ Thomas Müller.
„Es bleibt gemäß dem geltenden Corona-Hygieneplan des Bildungsministeriums vom 29. November jedoch dabei, dass der Schulsport nur im Freien und nicht in Sporthallen stattfinden darf. Insofern können wir die neue Regelung für den Vereinssport, an dem Kinder und Jugendliche teilnehmen, nicht in Gänze nachvollziehen. Denn wir haben zurzeit ein sprunghaft zunehmendes Infektionsgeschehen an unseren Schulen“, so Thomas Müller.
Bisher sei es noch gelungen, so genannte Kohorten in Quarantäne zu schicken, wenn einzelne Schüler infiziert waren. Jedoch würden sich diese Kohorten nicht mehr überblicken lassen, wenn sich die Schüler beim Sport in der Freizeit mit anderen Kohorten mischen. Das Gesundheitsamt des Landkreises teilt zudem mit, dass derzeit mehr als 60 Schulen in der Seenplatte von Infektionen betroffen sind. Die Tendenz ist steigend.
Im Zusammenhang mit der geänderten Corona-Landesverordnung weist der Landkreis jedoch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Regelung zu Chören und Musikensembles nach wie vor gilt. Das heißt, diese dürfen sich derzeit nicht zu Proben oder Auftritten treffen.
Neuer Tagesrekord beim Impfen
Das Impfmanagement des Landkreises vermeldet einen neuen Tagesrekord: Am gestrigen Mittwoch, den 8. Dezember, sind im gesamten Landkreis von den Impfteams und den niedergelassenen Ärzten mehr als 4.100 Impfungen gesetzt worden. Es wurde angekündigt, dass es auch nach Weihnachten weitere Impfaktionen im Landkreis geben wird.
Der Landkreis hat heute seine Bekanntmachung an die geänderte Fassung der Corona-Landesverordnung angepasst und auf seiner Internetseite veröffentlicht.
Schweren Herzens hat das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz sein Weihnachtskonzert am 14. Dezember abgesagt. Seit August hatten Schülerinnen und Schüler geprobt und sich auf den Auftritt vorbereitet. Auch das Mensa-Team und die unterstützenden Schülerinnen und Schüler hatten alles gut vorbereitet und waren einsatzbereit.
„Wir als Schule haben darüber hinaus zusätzliche Sicherheitsbestimmungen realisiert und erfüllt“, so Schulleiter Henry Tesch. „Unter anderem gehen sämtliche Schülerinnen und Schüler des Chores und der Instrumentalgruppe zwei Mal in der Woche zum PCR-Pool-Test. Zusätzlich führen unsere Schüler und Schülerinnen mehrmals wöchentlich Schnelltests durch. Außerdem wissen wir, dass ein großer Teil der Schüler und Schülerinnen geimpft ist. In unserer Aula, in der das Konzert geplant war, haben wir ein zuverlässiges Lüftungs- und Hygienekonzept entwickelt.“
All das nützt in der momentanen Situation nichts, denn der Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte ist Stand heute immer noch in der Corona-Stufe „Rot“ und hat die höchste Hospitalisierungs-Inzidenz im Land. Das macht es unmöglich, die Veranstaltung durchzuführen. Henry Tesch abschließend: „Wir sind unendlich traurig und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.“