Eine Gelegenheit, die frisch restaurierte Orgel in der Dorfkirche in Liepen zu hören, wird es am Sonnabend, den 13. Juli, um 16 Uhr geben. Die kleine Grüneberg-Orgel war lange Zeit nicht spielbar, wurde aber vor kurzem im Zuge der Restaurierung der Kirche originalgetreu wiederhergestellt. Nun entspricht das Instrument nicht nur optisch sondern auch klanglich wieder dem ursprünglichen Zustand seiner Erbauungszeit von 1912 (Strelitzius berichtete). Es spielt der Greifswalder Organist Robert Schulz, der die Orgel den Konzertbesuchern mit einem vielfältigen Programm präsentieren wird.
Das Konzert ist Auftakt für weitere kulturelle Veranstaltungen, die der Förderverein Liepener Kirche und Orgel nun wieder durchführen wird. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird am Ausgang gebeten.
Das war ein denkwürdiger Nachmittag gestern in Liepen. Gleich zwei gelungene Restaurierungen galt es zu feiern. Beide grenzen angesichts der Kürze der Erneuerungszeit und der erreichten Perfektion an ein Wunder. Die 1888 geweihte Feldstein-Kirche und ihr Umfeld sind saniert worden, und die 1912 eingebaute Grüneberg-Orgel, aufgrund größerer Schäden 40 Jahre nicht spielbar, erklingt wieder.
Dabei hatte sich der Förderverein für Gotteshaus und Instrument erst 2017 begonnen den Mammutaufgaben zu widmen. Nun konnte er Mitglieder, Unterstützer und Sponsoren zu einem festlichen Konzert in die blumengeschmückte Kirche mit anschließendem Sektempfang vor der Tür einladen. Trotz der Kälte drinnen und draußen, in die Herzen kehrte jede Menge Wärme ein. Balsam für die Seele, das habe auch ich so empfunden, der ich das ambitionierte Vorhaben von Beginn an in meinem Blog begleitet habe.
Der neue Vorsitzende des Fördervereins, Torsten Benzin, würdigte, dass das kleine Dorf seinen sozialen und kulturellen Mittelpunkt zurückerhalten habe und hier auch wieder Gottesdienste gefeiert werden können. „Wir haben eine originale Kirche, ein baufälliges Kleinod vorgefunden, an dem wegen seiner Abgeschiedenheit ‚die Segnungen von Modernisierung und Erneuerung‘ vorbeigegangen sind.“ Dank der Tatsache, dass die seinerzeit ortsansässige Heidi Heller gleich nach der Wende für eine Neueindeckung des Daches gesorgt hatte, konnten massive Schäden an der Substanz vermieden werden. Gleichwohl habe es an Mauern, Boden, Fenstern und Gestühl sowie im Außenbereich sehr viel zu tun gegeben. Manches sei gravierender gewesen, als es zunächst aussah.
„Das hat unseren Enthusiasmus aber eher beflügelt als gebremst“, blickte der Vereinsvorsitzende zurück. Es wurden erfolgreich Förderanträge gestellt und durch kulturelle Veranstaltungen zusätzliche Gelder eingeworben, um das Projekt zu stemmen. 2019 hatten die Arbeiten begonnen, begleitet von der Pandemie, Engpässen und explodierenden Kosten. All das habe die 40 Vereinsmitglieder aber nicht entmutigt, sondern sie eher kreativ werden lassen. Trotz unterschiedlichster Motivationen hätten alle an einem Strang gezogen. „Wir haben es geschafft. Nach Abzug der Fachleute haben wir 2023 noch einmal die Ärmel hochgekrempelt und im Ergebnis zum Tag des offenen Denkmals die wiederhergestellte Kirche präsentiert. Wir waren mit vielen Menschen stolz und froh, dieses Baudenkmal wieder so zu erleben“, so Torsten Benzin abschließend. Das große Weihnachtsgeschenk habe dann Orgelbauer Andreas Arnold aus Plau am See folgen lassen. Die Kirche habe ihre Stimme zurückbekommen.
Der Förderverein Liepener Kirche und Orgel veranstaltet auch in diesem Jahr wieder sein Adventssingen. Am kommenden Sonnabend, 2. Dezember, wird um 16 Uhr in die frisch renovierte Kirche zum Mitsingen eingeladen. Leider konnte die Grüneberg-Orgel noch nicht wieder instand gesetzt werden. Daher wird wie im letzten Jahr Michael Obst auf dem Akkordeon begleiten.
Für das kommende Jahr hofft der Verein auf den Abschluss der Orgelreparatur, wie mir Torsten Benzin schreibt. „Dann starten wir nach Pandemie und Restaurierung von Kirche und Orgel wieder in eine Saison mit abwechslungsreichen und ansprechenden Kulturveranstaltungen.“
Der bundesweite Tag des offenen Denkmals am 10. September steht dieses Jahr unter dem Motto „Talent Monument“. Talent bewiesen hat der 2017 gegründete Förderverein der Liepener Kirche und Orgel. Denn er hat es unter den schwierigen Bedingungen der letzten Jahre (Pandemie) geschafft, die neogotische Feldstein-Kirche in dem kleinen Ort Liepen zu restaurieren und die Orgel wieder spielbar zu machen. Beim Tag des offenen Denkmals von 11 bis 17 Uhr können die Besucher zum ersten Mal das Ergebnis bewundern. Der Förderverein lädt zwischen 11 und 17 Uhr zur Besichtigung sowie Kaffee und Kuchen ein.
Die Grüneberg-Orgel, die mit großzügiger Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz renoviert werden konnte, ist zwar noch nicht eingebaut, wird aber im kommenden Jahr wieder zu hören sein. Weitere Infos über den Verein finden sich unter
Mitglieder der Arbeitsgruppe Denkmalschutz und Denkmalpflege im Klein Vielen e.V. haben am vergangenen Wochenende einen bemerkenswerten Stein gereinigt, der an der Gemarkungsgrenze zwischen Liepen und Hartwigsdorf an der „Alten Salzstraße“ steht. Auf der einen Seite erinnert er an das einstige Ritterschaftliche Amt Stavenhagen, auf der anderen an den Ortsnamen Hartwigshof. Erst 1936 wurde Hartwigshof zu Hartwigsdorf.
Meinem Blogfreund Hans-Joachim Wloczyk, der mich und damit die Lesergemeinde hin und wieder mit Bildern versorgt, ist wieder ein Schnappschuss gelungen. Das einladende Foto hat mich per Mail unter der Betreffzeile „Heimat“ erreicht. Diesmal war der Neustrelitzer mit dem Fahrrad zwischen Ankershagen und Liepen auf Tour, das im Hintergrund schon zu sehen ist.
Am heutigen Donnerstag gegen 16.50 Uhr ereignete sich auf dem Verbindungsweg zwischen den Ortschaften Liepen und Kublank ein Verkehrsunfall mit Personenschaden. Nach derzeitigen Erkenntnissen befuhr eine 59-jährige Fahrerin eines PKW Audi den Verbindungsweg aus Kublank kommend in Richtung Liepen. In einer Linkskurve kam ihr plötzlich ein Motorradfahrer entgegen, welcher zum Teil auf ihrer Fahrspur fuhr. Der 17-Jährige kollidierte mit seiner Yamaha 125 seitlich mit dem Pkw und stürzte. Dabei zog er sich schwere, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen zu.
Der Tag des offenen Denkmals steht 2021 unter dem Motto „Sein & Schein“. Die Fördervereine der Jahn-Kapelle in Klein Vielen und der Liepener Kirche und Orgel widmen sich aus diesem Anlass gemeinsam am kommenden Sonntag, 12. September, zwischen 11 und 18 Uhr der Architektur Ihrer Denkmäler. Rechtzeitig zum Denkmaltag fallen übrigens an der Jahn-Kapelle heute die Gerüste. Ein unverstellter Blick auf das bereits wunderbar sanierte Gebäude wird wieder möglich, wie Strelitzius vom Verein erfuhr.
Beide Bauten sind erst um die 150 Jahre alt, wirken jedoch auf den ersten Blick wie aus dem Mittelalter. Eine kleine Ausstellung lädt an beiden Orten Besucher dazu ein, die Besonderheiten dieser „scheinalten“ Gebäude zu entdecken. Gotische bzw. neugotische Gebäude aus Feld- oder vor allem aus Ziegelstein gehören zum Kulturerbe in Mecklenburg und Vorpommern, man denke an die Kirchen in den Hansestädten oder etwa die vier Tore in Neubrandenburg. Spitzbogen und Fensterrosen waren aber auch im 19. Jahrhundert noch einmal modern, als man gern auf historische Bauformen zurück griff. Gerade Neustrelitz und Umgebung hat der Architekt Fr. W. Buttel durch bedeutende Bauten im Stil der Neugotik geprägt, darunter die Jahn-Kapelle in Klein Vielen. Auch die Dorfkirche in Liepen verwendet Zitate der „steinalten“ gotischen Vorbilder der Umgebung.