Nach einem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr wird auch 2024 vom 1. bis 8. September wieder ein internationales Kunstsymposium im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte stattfinden. Unter dem Namen „Bun venit“ (rumän. „Willkommen“) werden insgesamt zehn Kunstschaffende aus dem rumänischen Partnerlandkreis Bistrița-Năsăud sowie dem Regionalverband Brenner in Israel eine Woche in den Räumlichkeiten der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz zusammenleben, zusammenarbeiten, sich austauschen und unter der Projektleitung von Ines Diederich voll und ganz der Kunst widmen. Aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte werden in diesem Jahr Ramona Seyfarth, Rico. und Bernd Kerkin am Symposium teilnehmen.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Internationale Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem intensivieren die Bildungsarbeit. Bildungsministerin Simone Oldenburg reist in der kommenden Woche nach Israel und nimmt am Festakt zur Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung über Lehrkräftefortbildungen in der Holocaust-Gedenkstätte teil. Außerdem führt die Ministerin Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
„Das Erinnern an den Holocaust ist eine große Verantwortung, die wir beständig wahrnehmen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Bei den Fortbildungen steht der Holocaust, die Vermittlung des jüdischen Lebens sowie die jüdische Geschichte im Mittelpunkt. Die Bildungsangebote der Gedenkstätte richten sich an Lehrkräfte und andere pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tätig sind. Hierzu ist es wichtig, sich vor Ort mit den Vertreterinnen und Vertretern auszutauschen, wie eine intensivere Zusammenarbeit aussehen kann. Ich bedanke mich bei dem ehemaligen Bildungsminister Henry Tesch, der die Kooperation mit Yad Vashem 2009 auf den Weg gebracht hat. Bei der Vorbereitung dieser Reise stand er ebenfalls mit seinem Sachverstand unterstützend zur Seite. Auch dafür gebührt ihm mein Dank“, so Oldenburg.
Mit einer unmissverständlichen politischen Botschaft zum israelisch-palästinensischen Konflikt ist der Kulturkosmos Verein im Vorfeld des diesjährigen Fusion Festivals in Lärz vom 26. bis zum 30. Juni an die Öffentlichkeit gegangen. „Wir erwarten von allen Fusionist:innen, Artists und Crews, dass sie die Grundprinzipien des Fusion Festivals respektieren! Fusion bedeutet, dass verschiedenste Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenkommen und willkommen sind. Auch bei kontroversen Themen geht es darum, in gegenseitigem Respekt Differenzen entweder temporär zu überwinden oder die Meinung anderer auch einfach mal stehen zu lassen und auszuhalten“, so die Festivalmacher in ihrem jüngsten Newsletter.
Es werde auf dieser Fusion mehr als jemals zuvor Menschen mit krass verschiedenen Positionen geben. Dies zu akzeptieren sei die Voraussetzung, „dass wir nebeneinander und miteinander feiern und tanzen können. Wir wollen, dass die Fusion ein geschützter Raum ist, gleichermaßen für Jüd:innenn und Muslim:innen, Palästinenser:innen und Israelis, in dem es keinen Platz für Antisemitismus, antimuslimischen sowie andere Formen von Rassismus gibt.“
„Wir sind immer noch fassungslos und entsetzt über diesen sinnlosen, durch nichts zu rechtfertigenden terroristischen Angriff der Hamas auf Israel“, heißt es im jüngsten Newsletter der Lärzer Fusion-Macher vom Kulturkosmos e.V. „Es sind an diesem einen Tag in Israel, dem Land, das als sichere Heimstätte für Jüdinnen und Juden aus der Geschichte der Shoah entstanden ist, über 1400 Menschen, die allermeisten Israelis und Jüd:innen, durch die Mordbrigaden der Hamas getötet worden. Uns bleibt nur eine stille und tiefe Trauer um alle, die an diesem Tag feige ermordet wurden. Unser Mitgefühl gilt allen, die dabei einen Menschen aus ihrem Freundes-, Familien-, oder Bekanntenkreis verloren haben, sowie all denen, die körperlich verletzt oder seelisch schwer traumatisiert diesen Tag überlebt haben.
Wenn wir an die über 200 Menschen denken, die als Geiseln von der Hamas nach Gaza verschleppt wurden, dann packt uns neben dem tiefen Mitgefühl auch eine große Wut über diese Menschenverachtung und eine große Angst, wie es für die Geiseln weiter geht.“
„Unsere Solidarität mit Israel ist zweifellos“, so der Verein weiter. „Angesichts von 56 Jahren israelischer Besatzung, Netanjahus skrupelloser, zum Teil offen rechtsradikaler Regierung und der dadurch befeuerten antipalästinensischen Gewalt von radikalen Siedlern, können und wollen wir unsere Kritik an dieser israelischen Regierung nicht verschweigen. Unsere Solidarität gehört daher insbesondere auch den Kämpfen der israelischen Zivilgesellschaft gegen Netanjahus geplante Justizreform und um den Erhalt der Demokratie in Israel.“
Empathie für unschuldige Opfer unteilbar
Der Kulturkosmos e.V. wolle auch seine Angst und Sorge um die Menschen in Gaza nicht verschweigen. Solidarität mit dem leidenden palästinensischen Volk sehe er gleichfalls als geboten, wichtig und legitim an. „Unsere Empathie für unschuldige Opfer von Gewalt und Krieg ist unteilbar. Die Vertreibung über einer Million Palästinenser:innen, die Kollektivbestrafung durch die totale Zerstörung von weiten Teilen des Gazastreifens, die den Tod von Unschuldigen, darunter tausende Kinder, in Kauf nimmt, verurteilen wir klar und deutlich. Wir unterstützen die Forderung nach einer sofortigen humanitären Waffenruhe zum Schutz der Zivilbevölkerung. Die Hamas soll zur Hölle fahren! Die Freilassung der Geiseln aus ihren Händen muss im Zentrum aller diplomatischen Bemühungen stehen.“
Die Fusionsten abschließend: „Wir können in diesem Newsletter nicht mehr zu diesem Thema schreiben, denn wir stoßen auch in unserem Denken und dem, was wir sagen müssten, an die Grenzen des Diskussionsrahmens, der in der jetzigen Situation durch die vielen Facetten des Unrechts und der starken Emotionen eingeschränkter denn je ist. Es steht uns vielleicht auch nicht an, hier und jetzt, aus unserer privilegierten und wohlsituierten Komfortzone heraus, über den Krieg zwischen Israel und der Hamas zu politisieren.„
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Als Zeichen der Solidarität mit Israel sowie mit ihrer Partnerstadt Nazareth hat die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg heute Nachmittag am Rathaus die israelische Flagge gehisst. Oberbürgermeister Silvio Witt wird zudem in einem Schreiben an den Bürgermeister Nazareths die Solidarität Neubrandenburgs mit seiner Partnerstadt bekunden.
Silvio Witt: „Die Bilder aus Israel erschüttern mich. Gerade auch deshalb, weil ich vor rund einem Jahr dort eine Woche verbringen und das Land und die Menschen kennenlernen durfte. Als Vier-Tore-Stadt, die mit Nazareth seit 25 Jahren eine israelische Partnerstadt hat, berührt uns die Situation noch einmal mehr.“
In den Abendstunden des 13. Mai hatten bisher Unbekannte die Israel-Flagge von einem Fahnenmast des Neubrandenburger Rathauses gestohlen (Strelitzius berichtete).Heute Morgen haben Ermittler des Staatsschutzes der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg die Fahne bei einer Wohnungsdurchsuchung in Neubrandenburg sichergestellt. Derzeit wird gegen vier Tatverdächtige ermittelt, die die syrische Staatsangehörigkeit besitzen und zwischen 18 und 26 Jahre alt sind. Bis auf den 18-Jährigen sind alle mutmaßlichen Täter jeweils mehrfach polizeilich bekannt.
Der Tatablauf war der Polizei schon seit längerem durch digitale Spuren bekannt. Im Netz kursierte ein Video, das vier Tatverdächtige zunächst beim Diebstahl der Fahne vom Fahnenmast zeigt. Im weiteren Verlauf gingen die Verdächtigen zu einem Parkplatz, breiteten die Fahne dort aus und benutzten diese als Fußabtreter. Das Video wurde mit Kampfmelodien und israelfeindlichen Ansagen unterlegt in den sozialen Netzwerken geteilt. Durch weitere intensive Ermittlungen konnten die Kriminalisten dann kürzlich alle vier Identitäten der Verdächtigen feststellen.
Den Diebstahl der israelischen Flagge vor dem Neubrandenburger Rathaus (Strelitzius berichtete) hat die bündnisgrüne Fraktion in der Sadtvertretung als „unerträglich“ bezeichnet. „Antisemitismus, egal in welcher Form, hat in unserer Stadt keinen Platz. Der erneute Angriff auf ein Symbol des israelischen Staates in Neubrandenburg wird von uns verurteilt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Jutta Wegner.
Ergänzend weist Holger Mieth, Mitglied der Fraktion, auf die aktuelle Situation hin: „Der Nahostkonflikt geht uns alle an, er bewegt die Menschen weltweit, in Europa, in Deutschland und natürlich auch in Neubrandenburg. Kritik an der Politik der israelischen Regierung darf antisemitisches Handeln nicht legitimieren.“ Die Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstütze eine politische Lösung des Nahostkonfliktes, die von Toleranz und Respekt gegenüber den Religionen der Völker getragen ist. Die Menschen in Israel und Palästina brauchten Frieden. Auch in Neubrandenburg.
Die Israel-Flagge, die vor dem Neubrandenburger Rathaus am 12. Mai gehisst worden war, ist gestohlen worden. Die Vier-Tore-Stadt hat Anzeige erstattet. Mit der Flagge hat die Stadt ein verbindendes Zeichen gesetzt und ist einer Bitte der Deutsch-Israelischen Gesellschaft nachgekommen. Am 12. Mai 1965 haben Israel und Deutschland ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Seit mehr als 20 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Nazareth und der Vier-Tore-Stadt.
Oberbürgermeister Silvio Witt machte deutlich, dass es sich um eine mutwillige Tat gehandelt hat. Er geht davon aus, dass es sich dabei auch in Neubrandenburg um einen antisemitischen Akt handelt. Ähnliche Vorfälle gab es in den vergangenen Tagen in mehreren deutschen Städten. „Mit der Fahne wollten wir unsere Verbundenheit zu Israel zum Ausdruck bringen. Ich verurteile und bedauere diesen Vorfall sehr“, sagte Silvio Witt. Die Stadt distanziere sich von jeglicher Art des Antisemitismus. „Wir werden weiter unsere Freundschaft zu Nazareth pflegen und dem Hass gegen jüdische Menschen entgegentreten. Diese Städtepartnerschaft bedeutet uns viel, denn sie trägt zur Verständigung von Menschen unterschiedlicher Kulturen bei. In Nazareth leben vor allem arabische Israelis. Muslime, Juden und Christen gehören zu den Einwohnern – also Menschen vieler verschiedener Glaubensrichtungen.“
Erst im Februar waren die israelische Flagge und der Schriftzug von Nazareth aus dem Willkommensbanner von Neubrandenburg am Ortseingang von Neustrelitz kommend herausgeschnitten worden (Strelitzius berichtete).