Das Fusion Gelände in Lärz 2024 aus der Vogelperspektive. Foto: Christian Ehlert
5000 Tickets weniger als im Vorjahr haben dem Fusion Festival 2024 in Lärz wirklich gut getan. Zu dieser Einschätzung gelangt der Verein Kulturkosmos als Veranstalter bei einer Bilanz im jüngsten Newsletter (Strelitzius berichtete). „Die Infrastruktur war nicht voll auf Kante. Alle mussten unterm Strich etwas weniger anstehen oder warten und es war ausreichend Platz, egal wo Mensch gefeiert, getanzt oder gechillt hat. Wie schön war es, sich auf dem Gelände zu verlaufen und mit unzähligen kleinen und großen überwältigenden Situationen konfrontiert zu werden. Reizüberflutung hoch 1000. In Zahlen ausgedrückt waren es 1.400 Bookings mit 2.400 Artists, 12.300 Mitarbeiter:innen und Crewleute, zusätzlich 2.000 Supporter:innen und 65.000 Gäste, die unseren ferienkommunistischen Ausnahmezustand gemeinsam erschaffen haben.“
Entgegen der Ankündigung der Veranstalter vom November vergangenen Jahres, das Fusion-Festival in Lärz 2024 nicht kleiner werden zu lassen (Strelitzius berichtete), wird die Zahl der Tickets nun doch verringert. „Damit es für alle ein wenig entspannter wird, werden wir im kommenden Jahr nur 65.000 Tickets verkaufen, das sind 5.000 Gästetickets weniger als 2023“, heißt es im jüngsten Newsletter des Kulturkosmos e.V. Der Fusion-Ticketing-Prozess hat am heutigen Tag begonnen, dem ersten des neuen Jahres. 2024 wird zum 25. Mal die Fusionrakete gestartet, „um für ein paar Tage auf dem buntesten Abenteuerspielplatz der Republik in einem kollektiven Ausnahmezustand gemeinsam dieses Jubiläum zu feiern“. Zur Geschichte des Kulturkosmos gibt es nach wie vor eine sehenswerte dreiteilige Videodokumentation von 2018 auf der Kulturkosmos Website zu entdecken.
Der Preis bleibt wie in den vergangenen zwei Jahren bei 220€ inklusive Gebühren und 10€ Müllpfand. Um dem großen Interesse an Fusion-Tickets gerecht zu begegnen, werden dafür bekanntlich Kaufoptionen verlost. „Vom 1. bis 14. Januar müsst ihr ein Ticket bestellen und euch somit für die Verlosung registrieren. Am 20. Januar entscheidet eine automatische Verlosung, wer gewinnt und wer verliert. Solltet ihr gewinnen, werdet ihr per E-Mail benachrichtigt, eure Bestellung wird angenommen und zum Bezahlen freigegeben. Bis 6. Februar muss das Geld bei uns eingegangen sein“, so die Spielregeln.
„Wer im Januar verloren hat, bekommt einen Monat später, am 20. Februar eine zweite Chance bei einer kleineren Nachverlosung. Hier muss das Geld der Gewinner:innen bis 5. März bei uns sein. Es kann jeweils nur ein einzelnes Ticket bestellt werden. Diejenigen, die als Feiergemeinschaft kommen wollen, können sich als Clique zusammen auf ein Los schreiben und dadurch kollektiv gewinnen oder verlieren. Cliquen und Einzelregistrierungen haben dieselben Gewinnchancen.“
Alle Fusion-Tickets sind personalisiert und können ausschließlich und nur direkt über das Ticketingverfahren der Fusion-Festival Website erworben werden oder ab Mai über die Kulturkosmos Ticket:Börse gekauft werden.
Bis 28. April können bezahlte Tickets storniert werden. Ab 2. Mai wird die Kulturkosmos Ticket:Börse eröffnet, wo Ticketinhaber:innen online ihr Ticket loswerden oder direkt weitergeben können. Im letzten Jahr wurden noch über 10.000 Tickets durch die Kulturkosmos Ticket:Börse an andere Fusionist:innen weiterverkauft und neu personalisiert.
Da der finanzielle Engpass des Kulturkosmos e.V. aus den Coronajahren aufgrund vielerlei Unterstützung gut überstanden wurde, wird es für die Fusion 2024 nur den regulären Vorverkauf und keinen vorgezogenen Teilverkauf von Tickets geben. Das geht aus dem jüngsten Newsletter hervor. Die Registrierung läuft vom 1. bis 14. Januar auf der Webseite www.fusion-festival.de, und die Kaufoptionen werden am 20. Januar verlost. Die Nachverlosung gibt es dann am 20. Februar 2024. Ab Mai wird die Ticket:Börse wieder an den Start gehen. Sonntagstickets wird es ab Ende Februar im Vorverkauf geben.
Im vergangenen Jahr waren 70.000 Tickets vorverkauft worden. Pro Ticket gab es statistisch gesehen 2,5 Interessent:innen. Das Fusion-Ticketing durch eine Verlosung möglichst fair zu gestalten, wurde mittlerweile von vielen anderen Veranstaltern übernommen. Im kommenden Jahr werden auch die at.tension Tickets durch eine Verlosung vergeben.
„Wir haben lange überlegt, ob wir die Zahl der Tickets 2024 reduzieren wollen und grundsätzlich überlegt ob wir eine kleinere Fusion organisieren könnten? Natürlich wäre das möglich aber dann müsste bei Programm, Licht, Deko und Floors und Crews deutlich eingespart und darüber hinaus wahrscheinlich der Ticketpreise erhöht werden. Eine solche Entscheidung würde viele Menschen enttäuschen, würde sie doch den Korridor zum ’schönsten Festival des Jahres‘ für tausende Fusionist:innen unpassierbar machen“, heißt es weiter. „Unser Anspruch, möglichst vielen Menschen die Erfahrungen einer Fusion zu ermöglichen, wird vermutlich die wichtigste Rolle bei unserer Entscheidung über die Größe der Fusion 2024 spielen. Daher ist keine wirklich signifikante Reduzierung der Tickets zu erwarten.“
„Wir sind immer noch fassungslos und entsetzt über diesen sinnlosen, durch nichts zu rechtfertigenden terroristischen Angriff der Hamas auf Israel“, heißt es im jüngsten Newsletter der Lärzer Fusion-Macher vom Kulturkosmos e.V. „Es sind an diesem einen Tag in Israel, dem Land, das als sichere Heimstätte für Jüdinnen und Juden aus der Geschichte der Shoah entstanden ist, über 1400 Menschen, die allermeisten Israelis und Jüd:innen, durch die Mordbrigaden der Hamas getötet worden. Uns bleibt nur eine stille und tiefe Trauer um alle, die an diesem Tag feige ermordet wurden. Unser Mitgefühl gilt allen, die dabei einen Menschen aus ihrem Freundes-, Familien-, oder Bekanntenkreis verloren haben, sowie all denen, die körperlich verletzt oder seelisch schwer traumatisiert diesen Tag überlebt haben.
Wenn wir an die über 200 Menschen denken, die als Geiseln von der Hamas nach Gaza verschleppt wurden, dann packt uns neben dem tiefen Mitgefühl auch eine große Wut über diese Menschenverachtung und eine große Angst, wie es für die Geiseln weiter geht.“
„Unsere Solidarität mit Israel ist zweifellos“, so der Verein weiter. „Angesichts von 56 Jahren israelischer Besatzung, Netanjahus skrupelloser, zum Teil offen rechtsradikaler Regierung und der dadurch befeuerten antipalästinensischen Gewalt von radikalen Siedlern, können und wollen wir unsere Kritik an dieser israelischen Regierung nicht verschweigen. Unsere Solidarität gehört daher insbesondere auch den Kämpfen der israelischen Zivilgesellschaft gegen Netanjahus geplante Justizreform und um den Erhalt der Demokratie in Israel.“
Empathie für unschuldige Opfer unteilbar
Der Kulturkosmos e.V. wolle auch seine Angst und Sorge um die Menschen in Gaza nicht verschweigen. Solidarität mit dem leidenden palästinensischen Volk sehe er gleichfalls als geboten, wichtig und legitim an. „Unsere Empathie für unschuldige Opfer von Gewalt und Krieg ist unteilbar. Die Vertreibung über einer Million Palästinenser:innen, die Kollektivbestrafung durch die totale Zerstörung von weiten Teilen des Gazastreifens, die den Tod von Unschuldigen, darunter tausende Kinder, in Kauf nimmt, verurteilen wir klar und deutlich. Wir unterstützen die Forderung nach einer sofortigen humanitären Waffenruhe zum Schutz der Zivilbevölkerung. Die Hamas soll zur Hölle fahren! Die Freilassung der Geiseln aus ihren Händen muss im Zentrum aller diplomatischen Bemühungen stehen.“
Die Fusionsten abschließend: „Wir können in diesem Newsletter nicht mehr zu diesem Thema schreiben, denn wir stoßen auch in unserem Denken und dem, was wir sagen müssten, an die Grenzen des Diskussionsrahmens, der in der jetzigen Situation durch die vielen Facetten des Unrechts und der starken Emotionen eingeschränkter denn je ist. Es steht uns vielleicht auch nicht an, hier und jetzt, aus unserer privilegierten und wohlsituierten Komfortzone heraus, über den Krieg zwischen Israel und der Hamas zu politisieren.„
Zum Ticketverkauf für die Fusion 2024 morgen an dieser Stelle mehr.