Entgegen anderslautenden Gerüchten: „Die nächste Fusion in Lärz kommt bestimmt, so viel ist sicher, was aber danach kommt, steht auf einem anderen Blatt“, heißt es im jüngsten Newsletter der Kulturkosmos-Festivalmacher unter Bezug auf die aus ihrer Sicht besorgniserregende politische Entwicklung im Land und die Aufrüstung in Deutschland.
Das Ticketing zur 27. Fusion vom 24. bis zum 28. Juni 2026 startet wieder am 1. Dezember. Im Berliner Büro wird gerade fleißig in die Tasten gehauen: Die Vorbereitung des Vorverkaufs hat begonnen. Schon mal vorab eine erfreuliche Neuigkeit: Der Ticketpreis bleibt auch 2026 stabil. Alle Infos ab dem 1. Dezember auf der Fusion Webseite.
Arbeitsagenturchef Andreas Wegner (links) und Landrat Heiko Kärger bei der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung. Quelle: Arbeitsagentur
Die Agentur für Arbeit Neubrandenburg und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben heute einen wichtigen Meilenstein gesetzt: Mit der Unterzeichnung der „Gründungsbegleitenden Vereinbarung“ besiegelten Landrat Heiko Kärger und Arbeitsagenturchef Andreas Wegner die Fusion der beiden bisherigen Jobcenter im Landkreis. Ab dem 1. Januar 2026 wird es im größten Landkreis Deutschlands ein gemeinsames Jobcenter geben – das Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte.
Das Fusion Gelände in Lärz 2024 aus der Vogelperspektive. Foto: Christian Ehlert
5000 Tickets weniger als im Vorjahr haben dem Fusion Festival 2024 in Lärz wirklich gut getan. Zu dieser Einschätzung gelangt der Verein Kulturkosmos als Veranstalter bei einer Bilanz im jüngsten Newsletter (Strelitzius berichtete). „Die Infrastruktur war nicht voll auf Kante. Alle mussten unterm Strich etwas weniger anstehen oder warten und es war ausreichend Platz, egal wo Mensch gefeiert, getanzt oder gechillt hat. Wie schön war es, sich auf dem Gelände zu verlaufen und mit unzähligen kleinen und großen überwältigenden Situationen konfrontiert zu werden. Reizüberflutung hoch 1000. In Zahlen ausgedrückt waren es 1.400 Bookings mit 2.400 Artists, 12.300 Mitarbeiter:innen und Crewleute, zusätzlich 2.000 Supporter:innen und 65.000 Gäste, die unseren ferienkommunistischen Ausnahmezustand gemeinsam erschaffen haben.“
Das 26. Fusion Festival in Lärz findet vom 25. bis zum 29. Juni 2025 statt. Vom 1. bis 14. Dezember müssen die Bestellungen für die Fusion-Tickets 2025 in der Ticket-Area aufgeben werden, um für die Verlosung registriert zu sein. Das geht aus dem jüngsten Kulturkosmos-Newsletter hervor. Cliquen, um zusammen zu gewinnen oder zu verlieren, sind wieder möglich. Am 19. Dezember findet die erste Verlosung statt. Überweisen werden kann das Ticketgeld dann ab 1. Januar, bis zum 21. Januar spätestens muss das Geld beim veranstalter eingetroffen sein. Am 5. Februar folgt die zweite Verlosung mit Zahlungsfrist bis 19. Februar. Der Ticketpreis bleibt auch im dritten Jahr in Folge bei 220 Euro inklusive 10 Euro Müllpfand.
Da der finanzielle Engpass des Kulturkosmos e.V. aus den Coronajahren aufgrund vielerlei Unterstützung gut überstanden wurde, wird es für die Fusion 2024 nur den regulären Vorverkauf und keinen vorgezogenen Teilverkauf von Tickets geben. Das geht aus dem jüngsten Newsletter hervor. Die Registrierung läuft vom 1. bis 14. Januar auf der Webseite www.fusion-festival.de, und die Kaufoptionen werden am 20. Januar verlost. Die Nachverlosung gibt es dann am 20. Februar 2024. Ab Mai wird die Ticket:Börse wieder an den Start gehen. Sonntagstickets wird es ab Ende Februar im Vorverkauf geben.
Im vergangenen Jahr waren 70.000 Tickets vorverkauft worden. Pro Ticket gab es statistisch gesehen 2,5 Interessent:innen. Das Fusion-Ticketing durch eine Verlosung möglichst fair zu gestalten, wurde mittlerweile von vielen anderen Veranstaltern übernommen. Im kommenden Jahr werden auch die at.tension Tickets durch eine Verlosung vergeben.
„Wir haben lange überlegt, ob wir die Zahl der Tickets 2024 reduzieren wollen und grundsätzlich überlegt ob wir eine kleinere Fusion organisieren könnten? Natürlich wäre das möglich aber dann müsste bei Programm, Licht, Deko und Floors und Crews deutlich eingespart und darüber hinaus wahrscheinlich der Ticketpreise erhöht werden. Eine solche Entscheidung würde viele Menschen enttäuschen, würde sie doch den Korridor zum ’schönsten Festival des Jahres‘ für tausende Fusionist:innen unpassierbar machen“, heißt es weiter. „Unser Anspruch, möglichst vielen Menschen die Erfahrungen einer Fusion zu ermöglichen, wird vermutlich die wichtigste Rolle bei unserer Entscheidung über die Größe der Fusion 2024 spielen. Daher ist keine wirklich signifikante Reduzierung der Tickets zu erwarten.“
„Wir sind immer noch fassungslos und entsetzt über diesen sinnlosen, durch nichts zu rechtfertigenden terroristischen Angriff der Hamas auf Israel“, heißt es im jüngsten Newsletter der Lärzer Fusion-Macher vom Kulturkosmos e.V. „Es sind an diesem einen Tag in Israel, dem Land, das als sichere Heimstätte für Jüdinnen und Juden aus der Geschichte der Shoah entstanden ist, über 1400 Menschen, die allermeisten Israelis und Jüd:innen, durch die Mordbrigaden der Hamas getötet worden. Uns bleibt nur eine stille und tiefe Trauer um alle, die an diesem Tag feige ermordet wurden. Unser Mitgefühl gilt allen, die dabei einen Menschen aus ihrem Freundes-, Familien-, oder Bekanntenkreis verloren haben, sowie all denen, die körperlich verletzt oder seelisch schwer traumatisiert diesen Tag überlebt haben.
Wenn wir an die über 200 Menschen denken, die als Geiseln von der Hamas nach Gaza verschleppt wurden, dann packt uns neben dem tiefen Mitgefühl auch eine große Wut über diese Menschenverachtung und eine große Angst, wie es für die Geiseln weiter geht.“
„Unsere Solidarität mit Israel ist zweifellos“, so der Verein weiter. „Angesichts von 56 Jahren israelischer Besatzung, Netanjahus skrupelloser, zum Teil offen rechtsradikaler Regierung und der dadurch befeuerten antipalästinensischen Gewalt von radikalen Siedlern, können und wollen wir unsere Kritik an dieser israelischen Regierung nicht verschweigen. Unsere Solidarität gehört daher insbesondere auch den Kämpfen der israelischen Zivilgesellschaft gegen Netanjahus geplante Justizreform und um den Erhalt der Demokratie in Israel.“
Empathie für unschuldige Opfer unteilbar
Der Kulturkosmos e.V. wolle auch seine Angst und Sorge um die Menschen in Gaza nicht verschweigen. Solidarität mit dem leidenden palästinensischen Volk sehe er gleichfalls als geboten, wichtig und legitim an. „Unsere Empathie für unschuldige Opfer von Gewalt und Krieg ist unteilbar. Die Vertreibung über einer Million Palästinenser:innen, die Kollektivbestrafung durch die totale Zerstörung von weiten Teilen des Gazastreifens, die den Tod von Unschuldigen, darunter tausende Kinder, in Kauf nimmt, verurteilen wir klar und deutlich. Wir unterstützen die Forderung nach einer sofortigen humanitären Waffenruhe zum Schutz der Zivilbevölkerung. Die Hamas soll zur Hölle fahren! Die Freilassung der Geiseln aus ihren Händen muss im Zentrum aller diplomatischen Bemühungen stehen.“
Die Fusionsten abschließend: „Wir können in diesem Newsletter nicht mehr zu diesem Thema schreiben, denn wir stoßen auch in unserem Denken und dem, was wir sagen müssten, an die Grenzen des Diskussionsrahmens, der in der jetzigen Situation durch die vielen Facetten des Unrechts und der starken Emotionen eingeschränkter denn je ist. Es steht uns vielleicht auch nicht an, hier und jetzt, aus unserer privilegierten und wohlsituierten Komfortzone heraus, über den Krieg zwischen Israel und der Hamas zu politisieren.„
Zum Ticketverkauf für die Fusion 2024 morgen an dieser Stelle mehr.
Erstmals haben die Lärzer Festivalmacher das Eintrittsalter für die Fusion im kommenden Jahr auf 18 Jahre festgesetzt. Das bedeutet, dass unter 18-Jährige keine Tickets mehr kaufen können und Kinder und Jugendliche auch in Begleitung Erwachsener keinen Zutritt mehr auf das Festival bekommen.
„Eine schwere Entscheidung, die wir seit 2019 vor uns hergeschoben haben. Der Grund liegt darin, dass wir die geltenden Jugendschutzvorschriften auf dem offenen Gelände, ohne Kennzeichnung von Jugendlichen und ohne Trennung von Veranstaltungsgelände und Campingflächen, nur unzureichend einhalten können“, heißt es im jüngsten Newsletter. „Was über 20 Jahre toleriert wurde, ist im Genehmigungsverfahren der letzten Jahre zunehmend zum Problem für Jugend- und das Ordnungsamt geworden. Strenge Kontrollen, viele Jugendschutz-Fachpersonen, die von uns gestellt wurden, extra Bändchen für diverse Altersklassen waren die Forderungen der letzten Jahre. Wir wollen und können das Kontrollsystem nicht weiter und unverhältnismäßig ausbauen. Und dass hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht und das Jugendamt auch schon mit einem eigenen Container auf dem Gelände gedroht hat, waren die Hauptgründe für den Entschluss: Fusion erst ab 18.“