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Das Fusion Gelände in Lärz 2024 aus der Vogelperspektive. Foto: Christian Ehlert

5000 Tickets weniger als im Vorjahr haben dem Fusion Festival 2024 in Lärz wirklich gut getan. Zu dieser Einschätzung gelangt der Verein Kulturkosmos als Veranstalter bei einer Bilanz im jüngsten Newsletter (Strelitzius berichtete). „Die Infrastruktur war nicht voll auf Kante. Alle mussten unterm Strich etwas weniger anstehen oder warten und es war ausreichend Platz, egal wo Mensch gefeiert, getanzt oder gechillt hat. Wie schön war es, sich auf dem Gelände zu verlaufen und mit unzähligen kleinen und großen überwältigenden Situationen konfrontiert zu werden. Reizüberflutung hoch 1000. In Zahlen ausgedrückt waren es 1.400 Bookings mit 2.400 Artists, 12.300 Mitarbeiter:innen und Crewleute, zusätzlich 2.000 Supporter:innen und 65.000 Gäste, die unseren ferienkommunistischen Ausnahmezustand gemeinsam erschaffen haben.“

Die Anreise lief dieses Jahr deutlich entspannter als 2023, so die Kulturkosmonauten. Auch wenn Staus auf der Bundesstraße dieses Jahr vermeiden konnten, sei es zu erheblichen Problemen bei der Einweisung auf die Campingflächen gekommen. „Dies war nicht unseren Einweiser:innen geschuldet, sondern dem vehementen Widerstand eines Teils unserer Gäste, die die Anweisungen der Parkplatzcrew ignoriert oder aggressiv verweigert haben und dadurch den gesamten Verkehr auf den Campingflächen zum Stillstand brachten“, heißt es in dem Newsletter. Ein solches Verhalten werde künftig nicht mehr geduldet. Wer in einer Gruppe mit mehreren Fahrzeugen campen wolle, müsse auch als Gruppe zusammen anreisen.

Die extra Bereiche für XL-Camper hätten sich bewährt. Hier werde wir noch etwas nachjustieren, aber die Campingflächen für XL-Fahrzeuge werde es auch 2025 geben. (Infos zu den XL-Tickets unter Tickets 2025).

Fahrradverkehr aus dem Ruder gelaufen

Fusion By Bike sei ein in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsener Trend. „Nicht dass wir es problematisch finden, wenn Mensch by Bike anreist – im Gegenteil. Aber das Klappi oder ein anderes Zweiradvehikel scheint inzwischen ein must have for Fusion. Das Ganze ist faulheitstechnisch verständlich, hat aber in den vergangenen Jahren ein Ausmaß angenommen, das zunehmend zum Problem wird. Dies wurde auch schon durch die Genehmigungsbehörde angemahnt“, so der Verein in seiner Bilanz.

Was einmal das Fortbewegungsmittel für die Crews war, die zum Teil für schnelle Wege auf ein Bike angewiesen sind, sei inzwischen völlig aus dem Ruder gelaufen. Immer mehr Fusionist:innen meinten, „mittels eines Bikes das Festival im Turbogang abreisen zu müssen, um sich nicht mehr die Schuhe abzulaufen“. Die Wege des Geländes seien nicht dafür ausgelegt, dass neben allen zu Fuß Gehenden und dem unbedingt notwendigen Fahrzeugverkehr auch noch Platz für all die Radfahrer:innen bleibe.

„Da fast alle ihr Fahrrad irgendwo anschließen wollen, führt dies dazu, dass egal wo wir ein Tor, einen Fluchtweg oder eine Zufahrt haben und diese öffnen wollen, wir inzwischen einen Bolzenschneider oder gleich eine Akkuflex an Bord haben müssen. Gerne werden Räder im Dunkeln einfach abgelegt, z.B. auf den Rettungswegen und verursachen vermeidbar Unfälle. Andere wiederum ballern mit 2,5 Promille im Tee und Drink in der Hand mitten durch die Crowd. Die Fahrrad-Schleuse an der Kreisstraße kollabiert ab Mittwoch und damit auch die Kontrolle der Bändchen“, wird die Situation beschrieben. 2025 werde der Fahrradverkehr während des Festivals drastisch eingeschränkt.

Pfandraising 2024

Durch die Abschaffung des Flaschenpfands und des damit eingeführten Pfandraisings, welches noch einmal feingeschliffen wurde, habe sich das System im dritten Jahr endgültig etabliert. Durch den Solitaler, ein 50 Cent Aufpreis, der immer dann fällig wurde, wenn Mensch ohne eine Flasche zu einer Bar kam, konnte erneut eine erhebliche Spendensumme generiert werden, die die 141.500 € aus dem vergangenen Jahr voraussichtlich noch übertreffen wird. Die genaue Spendensumme wird sich dieser Tage klären, wenn auch das Bruchglas abgeholt, gewogen und dem Recycling zugeführt wurde. Hier zahlt der Kulturkosmos noch einmal 10 Cent pro Bruchglasflasche in den Spendentopf.

100.000 € konnten dank des 2024er Pfandraisings bereits an Safe Passage Fund gespendet werden. 6.670 € gingen direkt an Sea Punks, 10.000 € wurden für medizinische Flüchtlingshilfe an Medibüro in Berlin gespendet. Durch die Aktion mit den 25 Jahre Fusion Postern, die an den Ausfahrten gegen Spende für Medico International ausgegeben wurden, konnten 18.230 € an die Nothilfe – Gaza gehen.