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In den Abendstunden des 13. Mai hatten bisher Unbekannte die Israel-Flagge von einem Fahnenmast des Neubrandenburger Rathauses gestohlen (Strelitzius berichtete). Heute Morgen haben Ermittler des Staatsschutzes der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg die Fahne bei einer Wohnungsdurchsuchung in Neubrandenburg sichergestellt. Derzeit wird gegen vier Tatverdächtige ermittelt, die die syrische Staatsangehörigkeit besitzen und zwischen 18 und 26 Jahre alt sind. Bis auf den 18-Jährigen sind alle mutmaßlichen Täter jeweils mehrfach polizeilich bekannt.

Der Tatablauf war der Polizei schon seit längerem durch digitale Spuren bekannt. Im Netz kursierte ein Video, das vier Tatverdächtige zunächst beim Diebstahl der Fahne vom Fahnenmast zeigt. Im weiteren Verlauf gingen die Verdächtigen zu einem Parkplatz, breiteten die Fahne dort aus und benutzten diese als Fußabtreter. Das Video wurde mit Kampfmelodien und israelfeindlichen Ansagen unterlegt in den sozialen Netzwerken geteilt. Durch weitere intensive Ermittlungen konnten die Kriminalisten dann kürzlich alle vier Identitäten der Verdächtigen feststellen.

Die Stadt hatte die Flagge am 12. Mai gehisst – das Datum war der 56. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der BRD und Israel. Am 14. Mai feiert Israel wiederum seine Staatsgründung aus dem Jahr 1948.

Die Flagge ist heil geblieben und verbleibt zunächst als Beweisstück bei der Polizei. Die Verdächtigen werden und wurden vernommen. Gegen sie wird wegen Verdachts des Diebstahls, der Verletzung von Flaggen und Hoheitszeichen ausländischer Staaten sowie wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

Mögliche Zusammenhänge zu einem Sachverhalt im Februar, bei dem der Name der Partnerstadt Nazareth und eine kleine Israel-Flagge aus einem Aufsteller der Stadt am Ortseingang an der B96 herausgeschnitten wurden, werden geprüft.