Der 27. Januar erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 – ein Datum, das sich in diesem Jahr zum 81. Mal jährt und das seit 2006 zugleich weltweit als internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts begangen wird. Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg lädt alle Interessierten herzlich zu einer Gedenkveranstaltung ein. Diese findet am Dienstag, 27. Januar 2026, um 16 Uhr, am Gedenkort „Die Trauernde“ in der Ringstraße am Franziskanerkloster statt.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Internationale Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem intensivieren die Bildungsarbeit. Bildungsministerin Simone Oldenburg reist in der kommenden Woche nach Israel und nimmt am Festakt zur Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung über Lehrkräftefortbildungen in der Holocaust-Gedenkstätte teil. Außerdem führt die Ministerin Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
„Das Erinnern an den Holocaust ist eine große Verantwortung, die wir beständig wahrnehmen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Bei den Fortbildungen steht der Holocaust, die Vermittlung des jüdischen Lebens sowie die jüdische Geschichte im Mittelpunkt. Die Bildungsangebote der Gedenkstätte richten sich an Lehrkräfte und andere pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tätig sind. Hierzu ist es wichtig, sich vor Ort mit den Vertreterinnen und Vertretern auszutauschen, wie eine intensivere Zusammenarbeit aussehen kann. Ich bedanke mich bei dem ehemaligen Bildungsminister Henry Tesch, der die Kooperation mit Yad Vashem 2009 auf den Weg gebracht hat. Bei der Vorbereitung dieser Reise stand er ebenfalls mit seinem Sachverstand unterstützend zur Seite. Auch dafür gebührt ihm mein Dank“, so Oldenburg.
Anlässlich des Holocaust-Gedenktages lädt die Stadt Neustrelitz am Sonnabend, den 27. Januar, um 10 Uhr, zu einer Kranzniederlegung ein. Sie findet am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Marienstraße statt. Bürgermeister Andreas Grund spricht Worte des Gedenkens.
Im Fabrikkino 2 der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz, Sandberg 3a, wird in der Filmreihe „Zum Holocaust-Gedenktag“ der Film „Das letzte Geschenk“ gezeigt. Der Film läuft vom 25. bis zum 27. Januar jeweils um 20 Uhr.
Dr. Wolf Kaiser liest am morgigen Weltkindertag um 18.30 Uhr mit Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Schule St. Marien zu Neubrandenburg in der Regionalbibliothek Neubrandenburg aus dem Werk „Der papierene Freund. Holocaust-Tagebücher jüdischer Kinder und Jugendlicher“. Musikalisch wird die Lesung von der Band „Litebelew“ umrahmt. Der Historiker, Literaturwissenschaftler und Herausgeber Dr. Wolf Kaiser war langjähriger Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und hat in diesem Buch berührenden Zeugnisse gesammelt.
„Auf der Flucht, in Verstecken, in Ghettos und Lagern war es vielen jüdischen Kindern und Jugendlichen aus West-, Mittel- und Osteuropa ein tiefes Bedürfnis, ihre Erlebnisse und Gefühle schriftlich festzuhalten“, so der Metropol Verlag, in dem das über 600 Seiten umfassende Werk erschienen ist. „Auszüge aus in neun Sprachen verfassten Tagebüchern werden in dieser Anthologie erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Sie beeindrucken durch die Unmittelbarkeit der Beschreibungen und Berichte, aber auch durch die Einsichten und Reflexionen der jungen Autorinnen und Autoren. Sie spiegeln ihre Hoffnungen und Ängste, ihre Verzweiflung ebenso wie ihren Lebenswillen, den Mut und die Tatkraft wider, die sie der tödlichen Bedrohung entgegensetzten.“
Die Lesung ist eine Kooperationsveranstaltung der RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V., der RAA-Geschichtenwerkstatt „zeitlupe“ und der Regionalbibliothek Neubrandenburg.
MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, die am Projekt „Als junger Mensch in der Shoah“ mitgewirkt haben, trauern um den Holocaust-Überlebenden Sally Perel. Der als „Hitlerjunge Salomon“ bekannt gewordene Perel starb mit 97 Jahren in Israel.
Ich hatte als Journalist Gelegenheit, Sally Perel 2008 im Neustrelitzer Carolinum kennenzulernen. Er trat damals bei der 2. International Summerschool des Gymnasiums auf. Die Sommerschule stand seinerzeit unter dem Titel „Lebensbilder als Vorbilder“, wie sich Schulleiter Henry Tesch noch an den Gast erinnert. Er hatte Perel bereits zuvor in Israel getroffen und an seine Schule eingeladen.