Gefährliches Glatteis sorgt zum Wochenstart in weiten Teilen des Landes für Probleme. Zeitweise sprach der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für Teile aller Bundesländer aus. Der gefrierende Regen hat mittlerweile die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg erreicht und sorgt auf den Fahrbahnen sowie Geh- und Radwegen für akute Glatteisgefahr.
Das Unwetter am letzten Freitag und Sonnabend hat auch die Neustrelitzer Hafengalerie nachhaltig erwischt. „Zwar hatte ich Glück, dass der absolute Starkregen in einen starken Regen überging, als der Wasserstand 2 cm unter der Eingangstür stand. Jedoch verwandelte sich durch das Drückwasser von außen durch Wände und Fussboden die Galerie in einen See. So habe ich Sonnabend und Sonntag mit Freunden Wasser geschippt und rausgetragen“, schildert mir Galeristin Gertrud Johannes das dramatische Geschehen. „Ab Sonntag Mittag hatte ich kein Drückewasser mehr von außen, aber aus dem Untergrund zieht es Wasser nach.“
Mitglieder des PSV Neustrelitz hatten am gestrigen Sonntag in der Strelitzhalle mit Reinigungsarbeiten begonnen.Foto: PSV Neustrelitz
Die Strelitzhalle in der Neustrelitzer Louisenstraße steht bis auf Weiteres nicht für den Schulsport, den Vereinssport und Veranstaltungen zur Verfügung. Am vergangenen Wochenende sind durch den Starkregen große Wassermengen in die städtische Mehrzweckhalle gelaufen. Das Wasser hat den Hallenboden und die Fußbodendämmung beschädigt. Auch Stromleitungen, Umkleide- und Nebenräume sind betroffen.
Die Stadt arbeitet zurzeit daran, das Ausmaß des Schadens und den Reparaturaufwand zu ermitteln und den Versicherungsfall zu prüfen. Möglichst rasch sollen Trocknungsanlagen eingesetzt werden, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Am Wochenende hatten neben der Feuerwehr auch viele Sportfreunde geholfen, das eingedrungene Regenwasser aus dem Gebäude zu entfernen (Strelitzius berichtete).
Vom gestrigen Dauerregen besonders stark betroffen ist die Strelitzhalle am Glambecker See in Neustrelitz. Wie mir PSV-Volleyballchef Patrick Scholz mitteilte, waren heute 25 Vereinsmitglieder in der Halle, um den Kampf gegen Wasser und Schlamm aufzunehmen. Morgen früh sollen Fachfirmen nachrücken, um die Schäden zu begutachten und zu beseitigen. Am 17. September wollen die Volleyballer des PSV in der 2. Bundesliga Nord eigentlich ihr erstes Heimspiel der Saison in ihrem Tempel austragen.
Das Orkantief „Zeynep“ hat auch in Neustrelitz zahlreiche Schäden an Bäumen verursacht. Insgesamt sind jedoch keine größeren Sturmschäden im Stadtgebiet aufgetreten. Die Aufräumarbeiten dauern an, heißt es aus dem Rathaus. Unter anderem sind auf den Friedhöfen, Grünflächen und entlang von Straßen Bäume umgefallen oder beschädigt worden.
Zuletzt hatte Ende Januar Sturmtief „Nadia“ die Neubrandenburger Friedhöfe verwüstet. Nun ist Orkantief „Ylenia“ im Anmarsch. Foto: Stadt Neubrandenburg
Auf Grund einer Orkanwarnung der Wetterdienste werden der Neue Friedhof in Neubrandenburg und der Waldfriedhof Carlshöhe vorerst bis Freitag früh für den Besucherverkehr geschlossen. Beisetzungen können wie geplant stattfinden.
Der stürmische Wind hat im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in den beiden zurückliegenden Tagen viele Bäume umgeknickt. Von Dienstag Mittag bis heute früh, 6.30 Uhr, sind im gesamten Kreisgebiet die Freiwilligen Feuerwehren zu 26 Einsätzen ausgerückt, um Bäume und große Äste von Straßen zu räumen.
Ausläufer des Sturms „Sabine“ mit seinen Orkanböen haben auch den Neustrelitzer Tiergarten nicht verschont und für Bruch gesorgt. Ein kapitaler Ast hat gestern am späten Nachmittag kurz vor Feierabend der Tierpfleger zwischen Kinderspielplatz und dem Gehege der Kune-Kune-Schweine eine der neuen Erlebnisstationen zerstört. Die Besucher an diesem windigen Tag waren zuvor auf ungefährdete Bereiche des Tiergartens orientiert worden.
Trockenschäden im alten Baumbestand des Tiergartens und starker Wind führen immer mal wieder zu Abbrüchen, weshalb die Bäume an den Hauptwegen aus Sicherheitsgründen auch regelmäßig kontrolliert werden. Erst unlängst hatte ein von Insekten befallener umstürzender Baum die Eselunterkunft erheblich beschädigt. Besucher und Tiere wurden zum Glück in beiden Fällen nicht verletzt.
Im Oktober 2017 hatte Orkan „Xavier“ ein regelrechte Schneise in den Tiergarten geschlagen. Die Einrichtung musste wegen der Aufräumarbeiten mehrere Tage schließen. Noch schlimmer traf es die durch den Krieg und die Jahre danach schwer geprüfte Anlage bei einem Orkan 1956. Kurz darauf beschloss die Stadt Neustrelitz, den Tiergarten wiederzuerrichten.
Von der Rettungsleitstelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte sind zwischen Sonntag und Montag 114 technische Hilfeleistungseinsätze in Folge des Sturms ausgelöst worden. Nach den jetzt vorliegenden Informationen sind keine Personen zu Schaden gekommen.
Vor allem mussten umgestürzte Bäume aus Oberleitungen oder von Straßen und Gleisen von den Freiwilligen Feuerwehrleuten entfernt werden. In Penkow, in der Nähe von Malchow, hat der Wind das Dach eines Wohnhauses stark beschädigt. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte war vor allem die Region um die Müritz mit Röbel, Waren, Göhren-Lebbin und Mirow betroffen. In der Rettungsleitstelle war die Besatzung vorsorglich verstärkt worden.
Gegen 19 Uhr wurde der Polizei gemeldet, dass in der Mirower Straße in Röbel ein umgestürzter Baum ein Mehrfamilienhaus beschädigt hat. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mussten eine Wohnung öffnen, um an die Gefahrenstelle zu gelangen und diese sichern zu können. Die Wohnung war unbewohnt. Es wurde niemand verletzt.
Am Sonnabend gegen 17.50 Uhr war eine Fahrzeugführerin auf der L 34 von Möllenbeck in Richtung Feldberg unterwegs. Auf Höhe der ehemaligen Mülldeponie fuhr sie gegen einen auf der Straße liegenden großen Ast. Der Schaden beträgt ca. 2.000 Euro.
Es gibt ja immer noch Mitmenschen, die vom derzeitigen Winter bei uns im Nordosten Schnee erwarten. Erst gestern hatte ich wieder einen Schwatz in diese Richtung. Deshalb habe ich mir mal schnell den 16-Tage-Trend meines Lieblingsmeteorologen Kai Zorn aufgerufen.
Der Wetterfrosch sagt das, was die meisten von uns wohl auch schon spüren. An der Großwetterlage wird sich im Februar wenig ändern. In unserer Ecke spielt sich weiterhin alles zwischen null und zehn Grad ab, wohlgemerkt plus zehn Grad. Für das vergangene Wochenende hat der Meteorologe sogar das Prädikat „merkwürdig“ vergeben und sich bis zu „ultimativem Wahnsinn“ gesteigert. Das deutsche Tagesmittel habe bei fast zehn Grad plus gelegen. „Das ist ein Mittelwert, der in einem viel zu warmen April oder in einem kühlen Mai vorkommt.“ Ich Amateur verpasse dem Winter einstweilen das Attribut „sogenannt“.