
Schmiererei an der Kiosk-Kurve mitten in der Stadt.
Wesenberg ist nicht nur anerkannter Erholungsort, sondern hier ist auch seit Jahr und Tag der Vandalismus zu Hause. Was freilich keine Anerkennung verdient. Zu Pfingsten ist die Woblitzstadt einmal mehr von Schmierfinken heimgesucht worden. Die hässliche Spur des „Berlin Drinking Teams“ zieht sich vom Bahnübergang am Stadtteil Siedlung über die Lindenstraße, die Kiosk-Kurve in der Innenstadt bis hin zum Ortseingangsschild aus Richtung Mirow auf der B 198. Mit Farbe besprayt wurden touristische Hinweistafeln, Hauswände, Verkehrsschilder, sogar der Asphalt. Selbst vor einem liebevoll künstlerisch gestalteten Trafohaus machten die Vandalen nicht halt. Noch dahingestellt sei, ob es sich hier tatsächlich um auswärtige Straftäter handelt oder ob der „Team-Name“ nur zur Tarnung dient.
Strelitzius fragte im Amt Kleinseenplatte nach, wie es mit der Anzeige der Straftaten bei der Polizei steht. Denn in deren Berichten taucht der Großangriff mit der Spraydose auf die Kleinstadt nicht auf. „Da es sich um unterschiedliche Eigentümer handelt, deren Flächen verunstaltet wurden, müssen auch die Anzeigen einzeln erfolgen“, erfuhr ich von der Leitenden Verwaltungsbeamten Karola Kahl. „In Mirow sind Buswartehäuser beschmiert worden, da hat die Kommune Anzeige erstattet.“
Zerstörungswut steuert neuem Höhepunkt zu
So allmählich macht sich im Amt Kleinseenplatte Resignation breit, was die touristische Entwicklung Wesenbergs angeht. Die seit Jahren beklagte Zerstörungswut scheint gerade wieder einem neuen Höhepunkt zuzusteuern. „Am Weißen See beispielsweise werden wir von Vandalismus geradezu überholt, wir können bestimmte Verbesserungen nicht einmal zu Ende bringen“, schildert Karola Kahl den Ernst der Situation. Ähnlich verhalte es sich beim Bolzplatz an der Schule, wo eigentlich für Lärmschutz gesorgt werden soll. Hier wurde zwischenzeitlich Feuer gelegt, der Platz selbst wird regelmäßig durch Glasscherben unbenutzbar. „Es macht wirklich keinen Spaß mehr.“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Täter immer unbemerkt bleiben, wenn sie beispielsweise mitten durch Wesenberg ziehen und immer wieder Station machen. Der Verdacht liegt nah, dass hier Bürger wegschauen, die sich keinen Ärger einhandeln wollen. Aber nur mit mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage ist dem Problem vermutlich in einer Stadt beizukommen, die Polizeipräsenz nur von Verkehrsunfällen kennt.