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Fotos: Kaya Marlow

Tischtennisbälle klackern am vergangenen Sonnabend, der Duft frisch gebackener Waffeln liegt in der Luft, Housemusik erfüllt das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz, und an der Glitterbar vor dem Klavier legen Kinder und Erwachsene letzte Hand an ihren Festival-Look. Schnell wird klar: Das ist kein herkömmliches Tischtennisturnier. Beim „Ping Pong Palooza“ geht es neben der Begeisterung für den Tischtennissport vor allem um das gemeinsame Spielen. Hier verbinden sich Sport, Kunst und Begegnung zu einem Format, das Menschen jeden Alters zusammenbringt und inspiriert, berichtet mir Katja Thiede seitens der Organisatoren.

„Meine Tochter ist seit zwei Stunden mit Basteln, Spielen und Staunen beschäftigt und möchte gar nicht mehr weg“, freut sich Elsa, deren Sohn gleichzeitig am Turnier teilnimmt. Im Sonderausstellungsraum spielt eine bunte Gruppe aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam Rundlauf. Im großen Saal wird parallel an vier Platten die Vorrunde des Turniers ausgetragen. Die Besonderheit: Die Doppelpartner werden vor Beginn ausgelost und wechseln nach jeder Partie. So entstehen immer neue Begegnungen, bevor ab dem Viertelfinale im Einzel weitergespielt wird.

Ein besonderer Publikumsmagnet ist die „One Point Challenge“, bei der ein einziger Ballwechsel über Sieg oder Niederlage entscheidet. 64 Besucherinnen und Besucher melden sich spontan an. Den Wettbewerb gewinnt am Ende der 13-jährige Lino aus Neustrelitz.

Modenschau begeistert

Für Begeisterung sorgt auch die Ping-Pong-Modenschau. Kinder präsentieren ihre selbst entworfenen und genähten Kreationen aus Workshops der Kunstschule. Unter großem Applaus laufen und springen sie über den roten Teppich und zeigen fantasievolle Upcycling-Ideen: Hosen in Schlägerform, Ohrringe aus Tischtennisbällen, individuell bedruckte Shirts sowie mit Bällen verzierte Schuhe, Taschen und Kleider.

Überall gibt es etwas zu entdecken: die Ausstellung „ungefiltert: kids in (e)motion.“ der Fotografin Theresa Lange mit eindrucksvollen Momentaufnahmen spielender Kinder, ein Erzähltheater über einen Tischtennisball auf Weltreise oder die Tattoo-Station von Caroline. Dort entstehen Herzen, Flammen und Schlangen, die sich um Tischtennisschläger winden. Auch am Essensstand reißt die Schlange nicht ab, den zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer mit selbstgemachten Köstlichkeiten bestückt haben.

Für Marie-Luise ist es bereits das dritte Ping Pong Palooza. In diesem Jahr unterstützt sie die Veranstaltung erstmals als Helferin und feuert zugleich ihren Vater Jürgen an. Nachdem er beim ersten Palooza Silber gewonnen hatte, sichert er sich diesmal Bronze. „Wir sind begeistert von der liebevollen und kreativen Atmosphäre und im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Denn eine Pokalfarbe fehlt uns noch im Regal“, sagt sie lachend.

Pokale von Hand gefertigt

Die Pokale fertigt das Team des Palooza vom Verein Bürger Horst & Freund:innen e.V. jedes Jahr von Hand an. Darüber hinaus vergeben die Organisatorinnen und Organisatoren erstmals originelle Sonderpreise: Für die meisten Kantenbälle gibt es Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“, von Hand umhäkelt und mit dem Palooza-Logo versehen. Das schönste Ping-Pong-Outfit wird mit selbstgemachten Schweißbändern inklusive Balltäschchen ausgezeichnet. Die Spielerin mit den schwächsten Nerven – so urteilen ihre Mitspielenden – erhält ein Kilogramm Nüsse im festlichen Gewand.

Am Ende stehen nicht Siege und Platzierungen im Mittelpunkt, sondern die vielen verbindenden Momente des Tages. Die glücklichen Gesichter zeigen einmal mehr, dass das Ping Pong Palooza hält, was es verspricht: ein einzigartiges Erlebnis – ganz unabhängig vom Ergebnis.