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Die Holde und meine Wenigkeit haben mal wieder ein paar Tage in Misdroy verbracht. Gelegenheit, gastronomisch nach dem Rechten zu sehen. Immerhin hatten wir hier im Sommer 2021 das Restaurant „Kredens“ auf Platz 1 gehoben, und da waren wir schon gespannt, ob das Niveau gehalten wurde.

Wir hatten noch gar nicht die Klinke in der Hand, da hatte die Gastroadresse schon wieder schwer gepunktet. Misdroys Wirte haben zu Halloween in Sachen Dekoration schwere Geschütze aufgefahren und bei so viel Aufwand außen wie innen dann zur Freude der Gäste auch ein paar Tage den Termin überzogen. Das Team vom „Kredens“ in der 1000-lecia Państwa Polskiego 3 hatte dabei ein besonders feines Händchen rund ums Haus.

Was auf den Tisch kam, hat uns erneut umgehauen. Mein Schweinefilet an Stangenbrokkoli mit Pilzen und Kartoffelgratin war der Hammer, und die Holde schwelgte in einem üppigen Salat mit Hähnchen und gegrilltem Halloumi, Knobi-Dipp plus ofenfrischem Brot. Der Gruß aus der Küche kam ungewöhnlich nach der Mahlzeit. Die Plunderteile ersetzten trefflich das Dessert, mehr Platz war dann wirklich nicht. Wir glaubten schon an die Titelverteidigung, aber da hatten wir die Rechnung ohne das Restaurant „Rafa“ in der Bohaterów Warszawy 18a gemacht.

Unsere kleine Welt: Begrüßung vom Nebentisch

Es hat uns so überzeugt, dass wir in unserem Kurzurlaub nicht weniger als drei Mal dort eingekehrt sind. Um am Ende mit einem „Was machen denn die Wesenberger hier?“ vom Nebentisch begrüßt zu werden. Die beiden Mirower Paare hatten die Qualität des „Rafa“ auch erkannt und waren gleich uns Wiederholungstäter. Unsere kleine Welt…

Zum Auftakt habe ich mit meiner besseren Hälfte ein Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse und Feigen geteilt. Da kam schon mal Freude auf, wie es sich für eine gelungene Vorspeise gehört. Zum Hauptgang Entenbrust an Mini-Knödeln und Rotkraut hat dann vollends überzeugt. Die Zierde meines Heims hatte sich diesmal für einen Salat mit gegrilltem Lachs und Garnelen entschieden und beide Mundwinkel oben. An Tag 3 hatte ich noch ein gigantisches Schnitzel mit Spiegelei, Kartoffelpüree und Gurkensalat, wie man ihn nur in Polen bekommt. Passte hervorragend zu Schwarzbier und Wodka, nur der Vollständigkeit halber. Zum Wohlbefinden unbedingt beigetragen hat der anheimelnde Pellet-Kaminofen, den mir der Barmann auch noch zuvorkommend erklärt hat.

Unglaubliche Freundlichkeit

Der Abstand zwischen diesmal zweitplatzierter „Kredens“ und neuem Spitzenreiter „Rafa“ hauchdünn, wir verbürgen uns für beide Lokale. Das betrifft auch die gepflegten Getränke und die unglaubliche Freundlichkeit im Service. Nur so nebenbei: Im „Rafa“ war ein Geburtstag angemeldet. Für den zu feiernden Gast wurde nicht nur der Tisch festlich geschmückt, sondern sogar eine Girlande aufgehängt. Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten!