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Im April waren in der Mecklenburgischen Seenplatte 582 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im März, insgesamt 11.394. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent. Im Vergleich zum April des Vorjahres sind es 1.048 Arbeitslose mehr.

Arbeitsagenturchef Thomas Besse: „Nachdem die Frühjahrsbelebung im März schwächer ausgefallen ist als erwartet, gewinnt der Arbeitsmarkt – trotz vieler Unwägbarkeiten, die derzeit die Wirtschaft in der Seenplatte und auch global bewegen – deutlich an Fahrt. Insbesondere die Stellenmeldungen haben zugelegt. Insgesamt sind rund 3.200 offene Stellen gemeldet, 159 mehr als im Vormonat. Gleichzeitig haben mehr als 1.100 Menschen eine neue Arbeitsstelle gefunden – und damit ihre Arbeitslosigkeit beendet“

Die Frühjahrsbelebung sorgt im April für einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosigkeit. „So ist allein in Röbel – um nur ein Beispiel zu nennen – die Zahl der Arbeitslosen aufgrund der einsetzenden Tourismussaison um 106 oder 15,4 Prozent gegenüber dem Vormonat März gesunken“, so der Agenturchef. Fast alle Alters- und Personengruppen – bis auf Ausländer – profitieren von der Belebung auf dem Arbeitsmarkt im Frühling: „Ob unter 25 oder über 55, ob Langzeitarbeitsloser oder Bewerber mit Schwerbehinderung – gegenüber dem Vormonat März und dem April des Vorjahres ging bei allen Gruppen die Arbeitslosigkeit zurück“, sagte Besse.

Auch Langzeitarbeitslose und Behinderte profitieren

„Dabei freut es mich im Besonderen“ – so Besse – „dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte auch für zwei Gruppen auszahlt, die es besonders schwer am Arbeitsmarkt haben: die Menschen mit Behinderung und die Langzeitarbeitslosen. Für beide geht die jeweilige Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich zurück.“

Den Arbeitgeberservice-Teams von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis wurden seit Jahresbeginn 1.970 offene sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Der Bedarf an zusätzlichem Personal ist ungebrochen hoch. Besonders im verarbeitenden Gewerbe; im Gesundheits- und Sozialwesen; im Gastgewerbe; im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie im Gastgewerbe werden Mitarbeitende gesucht. Insgesamt verzeichnet die Agentur in der Seenplatte 3.223 gemeldete offene Arbeitsstellen.

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist – es liegen die September-Daten vor (!) – im Vergleich zum Vorjahr um 581 oder um 0,6 Prozent gesunken: von 94.573 auf 93.992. Bei Erziehung, Sozialarbeit Heilerziehungspflege (+300), in der Altenpflege (+270) Gesundheitswesen (+210) sowie im Vertrieb (+120) sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. In der Werbung und Marketing (-590), Verkauf von Lebensmitteln; (-310) sowie Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen (-170) sind Arbeitsplätze verlorengegangen.

Entwicklung am Ausbildungsmarkt

Zum Abschluss ging Besse auf die Entwicklung am Ausbildungsmarkt ein. „Allen Arbeitsmarktpartnern ist bewusst, dass es immer schwerer wird, freie Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Aktuell sind 857 freie Ausbildungsplätze gemeldet. Ihnen stehen 658 ‚unversorgte‘ Jugendliche gegenüber. Für den Arbeitsagenturchef zeigen die Daten: „Neben der allgemeinen demografischen Entwicklung wollen viele Jugendliche nach dem mittleren Schulabschluss lieber höhere Abschlüsse erreichen, viele auch studieren. Auch dadurch wird es für Unternehmen und Betriebe immer schwieriger Ausbildungsstellen zu besetzen.“  

An die Abiturienten gerichtet sagte Besse: „Eine duale Ausbildung kann auch für junge Menschen mit Abitur eine tolle Alternative zum Studium sein – und die Karrierechancen mit einer Ausbildung sind vielfältig – nahezu perfekt. Man kann seinen Meister machen, einen Betrieb übernehmen oder einen Fachwirt aufsetzen. Junge Menschen sollen den Weg einschlagen, der zu ihnen und ihren Talenten passt.“