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Harald Gülzow und Matthias Ahlbrecht (rechts) beraten eine Brunnenbesitzerin und untersuchen eine Brunnenwasserprobe. Fotos: Ruben Wiltsch

Bei sommerlichen Temperaturen ist es sinnvoll, zum Gießen von Gemüse oder zum Befüllen eines Planschbeckens Brunnenwasser zu verwenden. Damit wird kostbares Leitungswasser gespart. Allerdings ist es wichtig, gesundheitsgefährdende Belastungen auszuschließen. Brunnenbesitzer haben nun wieder die Möglichkeit, eine Brunnenwasseranalyse durchführen zu lassen. Am Montag, dem 3. August, macht das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz von 15 bis 17 Uhr in Neustrelitz auf dem Marktplatz Station.

Matthias Ahlbrecht und Harald Gülzow, die sich in der gemeinnützigen Organisation engagieren, nehmen in dieser Zeit wieder die Proben der Bürger entgegen. Der VSR-Gewässerschutz möchte mit den Untersuchungen dazu beitragen, dass mehr Brunnenwasser statt des kostbaren Leitungswassers verwendet wird. „Das Wasser aus dem Gartenbrunnen ist häufig mit Nitraten, Eisen, Bakterien und weiteren Stoffen belastet“, erklärt Matthias Ahlbrecht. Im Labormobil untersucht er wieder gegen eine geringe Beteiligung von zwölf Euro den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt. Diese Ergebnisse erhalten die Brunnenbesitzer bereits noch am Infostand am Ende der Aktion.

Gegen eine weitere Kostenbeteiligung können auch zusätzliche Parameter analysiert werden. Durch die ergänzenden Untersuchungen erfahren die Brunnenbesitzer, ob das Wasser zum Gemüse gießen oder sogar zum Befüllen von Planschbecken und Teichen geeignet ist. „Außerdem können wir eine Einschätzung dazu geben, inwieweit das Wasser im Notfall zum Trinken einsetzbar ist“, betont Harald Gülzow. Diese Messwerte bekommen die Brunnenbesitzer in einem ausführlichen Gutachten mit der Post zugesendet. Die Gewässerexperten bieten zusätzlich jeden Donnerstag zwischen 10 und 14 Uhr eine telefonische Beratung unter 02831 9763342 an.

Eine Beprobung des Gartenbrunnens ist ganz einfach. Der VSR-Gewässerschutz empfiehlt zur Probenahme 0,5 l Mineralwasserflaschen aus Kunststoff zu nutzen. „Mineralwasser aus der Flasche ausgießen, mehrmals mit Brunnenwasser spülen und dann bis zum Rand füllen ohne den Deckel oder Flasche von innen zu berühren“, ergänzt Matthias Ahlbrecht.

Präsentation der Messwerte aus 25 Jahren am Infostand

Der VSR-Gewässerschutz führte bereits Auswertungen der bisherigen Analyseergebnissen in der Region durch. Diese zeigen Matthias Ahlbrecht und Harald Gülzow am Informationsstand in Neustrelitz auf einem Bildschirm. „Unser Nitratdiagramm verdeutlicht, dass die Nitratbelastung nicht so gesunken ist, wie gehofft“, berichtet Matthias Ahlbrecht. Des Weiteren konnte die gemeinnützige Organisation feststellen, dass andere Belastungen wie Bakterien nach Starkregenfällen im Brunnenwasser zunehmen. „In Gesprächen mit den Brunnenbesitzern wird häufig klar, dass verschmutztes Regenwasser in den undichten Brunnen eindringen kann. Unsere Ergebnisse zeigen, dass es für die Nutzung im Garten wichtig ist das Brunnenwasser regelmäßig untersuchen zu lassen“, erklärt Matthias Ahlbrecht.

So können Brunnenbesitzer bei der Verwendung ihres Wassers ausschließen, dass es zu Gesundheitsrisiken kommt. Die ausführlichen Auswertungen findet man auch unter

vsr-gewaesserschutz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/kreis-mecklenburgische-seenplatte/brunnen

Über den VSR-Gewässerschutz

Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und engagiert sich für den Schutz des Grundwassers und der Gewässer. Die gemeinnützige Organisation führt eigene Untersuchungen durch. Die Beprobung von Flüssen und Bächen kann der VSR-Gewässerschutz selbst durchführen. Bei den Wasserproben vom Grundwasser ist der Verein jedoch auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen.

Matthias Ahlbrecht analysiert eine Brunnenwasserprobe im Labormobil des VSR-Gewässerschutzes.