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Am gestrigen Welt-Cannabis-Tag wurde in Neustrelitz der “Cannabis-Social-Club Seenplatte” gegründet. In Erwartung des schnellen Abschlusses des Gesetzgebungsverfahrens können sich Interessierte ab sofort online registrieren. Unter https://www.seenplatte.club/ sind alle notwendigen Informationen und Kontaktdaten zu finden. Die Initiatoren des Vereines sind Thomas Kowarik aus Neustrelitz und Tobias Hecht aus Stavenhagen. 

Der Club ist als Verein gegründet. Derzeit ist der Gesetzgebungsprozess noch nicht abgeschlossen. Der Anbau und der Konsum von Cannabis ist noch nicht legalisiert. Die Mitglieder des Vereines setzen sich aber für eine zügige Legalisierung, Sucht- und Drogenprävention ein. Außerdem ist es für sie wichtig, gesellschaftlich geübte Konsumpraxis nicht weiter zu kriminalisieren. Sobald die Legalisierung da ist, wird der Verein mit dem Anbau von Cannabis für den Freizeitkonsum beginnen und sucht ab sofort Mitstreiter*innen. Die Anzahl der Mitglieder ist auf 500 begrenzt. 

Thomas Kowarik erklärt dazu: “Dass die Legalisierung jetzt auf nicht kommerzielle Weise kommt, ist eine ganz großartige Sache! Wenn der zukünftige Freizeitkonsum von Cannabis dem Gewinninteresse von Investoren, Pharmakonzernen und Geschäftemachern entzogen ist, bleiben für Patient*innen und Nutzer*innen nur die positiven Effekte übrig. Sehr gute, kontrollierte Qualität, und endlich Jugendschutz!” 

Tobias Hecht sagt: “Ich finde besonders witzig, dass der Freizeitkonsum nun unerwartet basisdemokratisch und mit lokal produzierten Produkten stattfindet. Und nicht nur das! Auch können nun endlich Menschen bezahlbar Cannabis bekommen, ohne vom guten Willen der Ärzte, der Lieferfähigkeit großer Konzerne, den Schutzpreisen der Apotheken, dubiosen Streckmitteln abhängig zu sein. Und sobald Cannabis nicht mehr verboten ist, wird der Reiz, Cannabis auszuprobieren, für Kinder und Jugendliche nicht mehr so stark sein. Insgesamt würde ich mir aber deutlich mehr und konsequentere Sucht- und Drogenaufklärung wünschen. Besonders gucke ich hier auf den unkontrollierbaren Alkohol- und Nikotinkonsum bei Schülern und das mangelnde Problembewusstsein bei vielen Eltern. Auch hier wartet viel Arbeit auf die Cannabis-Social-Clubs.”

Auch in der Mecklenburgischen Seenplatte haben nach Angaben der Club-Gründer schätzungsweise nahezu 20 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner schon mindestens einmal Cannabis konsumiert.