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Tom Hillenbrand hat seinen Zuhörern nicht verraten, in welche Kryptowährung sie investieren sollten, um ganz schnell ganz reich zu werden. Er wisse es auch nicht. Trotzdem wurde ihm am Sonntagabend bei seiner Lesung aus dem Thriller „Montecrypto“ im Festsaal des Mirower Schlosses mit lang anhaltendem Beifall gedankt. Kaum ein Stuhl war leer geblieben, und wie der Erfolgsautor gleich zu Beginn auf Nachfrage erfuhr, befanden sich weder Aktionäre, noch Investoren in Bitcoins im Publikum. Hillenbrand selbst hatte zumindest vier Monate Recherche in der Hinterhand und konnte so nicht nur blendend unterhalten, sondern auch die eine oder andere Wissenslücke schließen. Wir haben erfahren, dass sich 50 Kilogramm Kokain, auf dem Bootssteg der Schlossinsel gedealt, zwar leichter mit Bitcoins auf einem Stick, als mit einem Koffer voll Geld oder gar Gold bezahlen. Allerdings seien die Coins dann schlechter unbemerkt in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.

Weitere vier Monate hat der in München lebende und arbeitende Schriftsteller gebraucht, um sein Buch zu schreiben, es folgten die üblichen zwei Monate, in denen er darüber nachdenkt, „ob das alles so geht“. „Wer lahmarschig arbeitet, der liest sich am Ende auch lahmarschig“, so Hillenbrands Erkenntnis, bei dem ein erneuter Jobwechsel „zunehmend unwahrscheinlich“ wird. Im Gegensatz zu früheren Tätigkeiten im Journalismus werde die Schriftstellerei nicht langweilig. Ansonsten mache er sich immer einen Plan, den er spätestens nach dem dritten Kapitel wieder über den Haufen werfe, weil die Figuren ein Eigenleben führen. Sein nächstes Thema am Puls der Zeit? Fake News wären der Stoff für einen Thriller. Aber darauf würden bestimmt auch andere Autoren kommen, und deshalb werde er wohl eher kein Buch darüber schreiben. Vielleicht okkupiert der Wahlmünchener ja literarisch den Mars. Zumindest hat er auf seinem T-Shirt an diesem Abend bereits dazu aufgefordert.

Tom Hillenbrand, der heute noch einmal in der Pfarrscheune in Schwarz zu erleben ist und sich dort mit dem kulinarischen Krimi „Bittere Schokolade“ von einer ganz anderen Seite zeigt (siehe Programm unten), hat zur Freude der rührigen ortsansässigen Buchhändler Grit und Peter Schmitt für einen gelungenen Auftakt der Mirower Kultur- und Literaturtage gesorgt. Den konnte auch Petrus nicht vermiesen, der mit kräftigem Gewitter und Regen eine Freiluftveranstaltung unmöglich machte. Dank Schlossherrin Dr. Susanne Bocher gab es einen Plan B. Das ZDF hat für sein Kulturmagazin „Aspekte“ bei der Lesung gedreht, die sich auch Bürgermeister Henry Tesch nicht hat entgehen lassen. Zuvor hatte der Feuerwehrmusikzug Mirow an der Remise in kleiner Besetzung auf die Veranstaltung eingestimmt.

Grit Schmitt dankte dem Gast vor begeistertem Publikum.