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Für den heutigen Mittwochabend ist eine finale Videokonferenz des Landesfußballverbandes angesetzt, in der über Fortgang oder Abbruch des Landespokals gesprochen werden soll. Ein Entscheid auf sportlicher Ebene wird immer unwahrscheinlicher, wie die Ostsee-Zeitung schreibt. Die Frage sei offen, wer neben Hansa Rostock in der kommenden Saison für MV im DFB-Pokal antritt. Die 16 noch im Wettbewerb vertretenen Mannschaften, darunter unsere TSG Neustrelitz, sollen nach OZ-Informationen im engen Austausch miteinander stehen und gemeinsam daran arbeiten, eine für alle Vereine vertretbare Lösung zu finden.

Der LFV hatte bereits im April zwei Möglichkeiten benannt. Erstens: Der Pokal wird sportlich beendet. Diese Option befürworteten bisher ausdrücklich alle Klubs, ergaben Recherchen der OZ. Da Mannschaftstraining im Amateurbereich seit Monaten unmöglich ist, gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass bis Ende Juni nach entsprechender Vorbereitungszeit alle vier ausstehenden Pokalrunden ausgetragen werden können.

Die zweite Option: Die Entscheidung am grünen Tisch. Die Anfang April vom Verband beschlossenen Regelungen zur Fortführung des Pokalwettbewerbs sehen im Falle der Unmöglichkeit einer sportlichen Wertung die bestplatzierte Mannschaft aus der höchsten noch im Pokal vertretenen Spielklasse als Qualifikanten vor. Das wäre der Greifswalder FC als Drittplatzierter der NOFV-Oberliga Nord.

Hauke Runge

„Das finden wir ungerecht. Die neun Spiele in der Oberliga vor dem Saisonabbruch sind nicht aussagekräftig genug. Außerdem nimmt man den unterklassigen Vereinen jegliche Chance, sich zu qualifizieren“, sagte TSG-Präsident Hauke Runge gegenüber der OZ. Daher hat der frühere Regionalligist dem Verband und den beteiligten Vereinen alternative Vorschläge unterbreitet. Der erste sieht eine Entscheidung mit Losverfahren vor. So hätten aus Runges Sicht auch die zehn verbleibenden Teams aus Verbands- und Landesliga sowie Landesklasse die Möglichkeit der Teilnahme am DFB-Pokal. Ein zweiter Vorschlag beinhaltet, den unterklassigen Mannschaften das Neustrelitzer Parkstadion unentgeltlich für die Austragung des Pokalspiels zur Verfügung zu stellen, sollten diese ausgelost werden.

Ein dritter Vorschlag behandelt dem TSG-Chef zufolge auch mögliche Regelungen zur Verteilung der Start- und TV-Gelder, die ein zusätzlicher Streitpunkt bei der Vergabe der DFB-Pokal-Qualifikation zu sein scheint. In der vergangenen Pokalsaison bekamen Amateurvereine für die Teilnahme an der ersten Hauptrunde 137 000 Euro und noch einmal 30 000 Euro für die Umsetzung eines Hygienekonzepts. Seit Jahren steigen die Erlöse allerdings an, sodass diesmal noch mehr Geld im Spiel sein dürfte.

Derzeit gilt: 75 Prozent des Betrages darf der MV-Teilnehmer für sich behalten. So will es die Teilnahmevereinbarung für den Landespokal. Das restliche Viertel soll unter den anderen im Wettbewerb befindlichen Vereinen verteilt werden. Die TSG hat angeboten, auf sämtliche Gelder zu verzichten und den gesamten Betrag abzüglich der Kosten für die coronagemäße Ausrichtung des Pokalspiels auf die anderen Amateurklubs aufzuteilen, sollten die Neustrelitzer in der ersten Runde starten dürfen.