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Foto: Steve Bey

Die Stadt Neustrelitz erhält für die Entwicklung der Schlosskoppel für Tourismus und Naherholung eine Förderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds in Höhe von rund 243.000 Euro. Der Zuwendungsbescheid der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern ist in dieser Woche im Rathaus eingegangen.

„Mithilfe dieser Fördermittel beginnen wir in diesem Jahr damit, unser Konzept zur Nutzung der Schlosskoppel umzusetzen, um sie besser zu erschließen und touristisch weiter aufzuwerten“, erklärt Bürgermeister Andreas Grund. Das Konzept der Verwaltung war nach einer umfangreichen Bürgerbeteiligung im vorigen Jahr von der Stadtvertretung beschlossen worden.

Die Zuwendungen sind für Maßnahmen in den Jahren 2021 und 2022 bestimmt. So sollen das Große Borkenhäuschen, ein wichtiges Fledermausquartier, restauriert und das Kleine Borkenhäuschen neu aufgebaut werden. Die Stadt wird Wanderwege herrichten und neu ausschildern. Rastplätze stehen ebenso auf dem Programm wie die Gestaltung der Eingangsbereiche mit Bänken, Beschilderungen und Fahrradständern. Vorgesehen ist auch die Erneuerung des Franzosensteigs. Dieser Zugang zum Zierker See war 1944 von französischen Kriegsgefangenen gebaut worden. Vor einigen Jahren musste das inzwischen marode Holzbauwerk gesperrt werden.

Die Neustrelitzer Schlosskoppel ist ein Waldgebiet am Rande der Innenstadt, sie schließt sich an den Schlossgarten an. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Schlosskoppel als Viehweise genutzt. Um 1794 ließ Herzog Carl von Mecklenburg-Strelitz das rund 50 Hektar große Gebiet von Hofmarschall Eugen von Hobe zu einem Landschaftspark umgestalten. Der naturnahe und artenreiche Mischwald, in dem viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tieren und Pflanzen Lebensraum haben, liegt direkt am Zierker See. Er ist durchzogen von Verlandungszonen und Sumpfgebieten. Die Schlosskoppel war seinerzeit ein beliebter Ausflugsort des herzoglichen Hofes mit Ruheplätzen und Treffpunkten. Auch die preußische Königin Luise soll sich während der Besuche bei ihrem Vater, Herzog Carl, gern dort aufgehalten haben, zuletzt kurz vor ihrem Tod im Sommer 1810.

Weitere Informationen zum Konzept Schlosskoppel unter https://www.neustrelitz.de/de/stadtentwicklung-amp-wirtschaft/leitbild_konzepte