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Thomas Müller

Als substanzloses Wahlkampfmanöver hat Vizelandrat Thomas Müller Vorwürfe der AfD zurückgewiesen, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kümmere sich nicht um den ihm laut Bevölkerungsschlüssel tatsächlich zustehenden Corona-Impfstoff. Der Leiter des Corona-Krisenstabes der Kreisverwaltung erklärte gegenüber Strelitzius auf Anfrage, dass nach einer Auftaktabgabe zu gleichen Teilen erst ab kommender Woche die Landkreise und kreisfreien Städte in MV tatsächlich differenziert nach Bevölkerungszahl versorgt werden. Allerdings fielen dann auch die Krankenhäuser unter den Verteilschlüssel, die bislang separat versorgt wurden. (Strelitzius berichtete).

Mit vier mobilen Impfteams seien im Landkreis Seenplatte in 25 Senioren- und Pflegeheimen etwa 1.900 Menschen geimpft. Jeder Landkreis im Bundesland und auch Rostock und Schwerin hätten bisher diese Impfdosenmenge bekommen. Das MV-Wirtschaftsministerium habe dann kurzfristig über die Feiertage mitgeteilt, dass weitere 500 Impfdosen zur Verfügung stehen, erläuterte der Stabschef.

„Der Landkreis MSE hat die bisherigen Impfungen ausschließlich in Alten- und Pflegeheimen verwendet. Für die Tourenplanung wurde daher im Voraus der Bedarf an Impfdosen (Impfbereitschaft der Seniorinnen und Senioren bzw. der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) bei den Alten- und Pflegeheimen angefragt. Zudem müssen schriftliche Einwilligungen der Betreuungspersonen der Senioren vorliegen. Beides erfordert einen zeitlichen Vorlauf“, so Müller. Nach Lieferung müsse der Impfstoff innerhalb von fünf Tagen verimpft werden. Eine kurzfristige Verwendung der Impfdosen im besagten Zeitraum sei daher für den Landkreis Seenplatte nicht praktikabel gewesen.

Andreas Rösler, AfD-Direktkandidat zur Landtagswahl 2021 im Wahlkreis 22 mit den Ämtern Friedland, Neverin, Penzlin, Stargarder Land, Woldegk und Kreistagsmitglied, hatte am Morgen eine an der Bevölkerungszahl orientierte Hochrechnung veröffentlicht und dem Landrat vorgeworfen, sich bislang nicht ausreichend um der Seenplatte tatsächlich zustehende Mengen an Impfstoff zu kümmern. Rösler hatte zum Vergleich Schwerin herangezogen, das trotz geringerer Bevölkerung besser versorgt worden sei und prompt auch eine bessere Inzidenz-Rate aufweise. Tatsächlich hatte sich laut Müller die Landeshauptstadt Schwerin die überraschend überzähligen 500 Dosen gesichert, nachdem alle anderen Gebietskörperschaften aus den genannten logistischen Gründen verzichtet hatten.