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Als ich in meinem Leben noch 15 Kilo schwerer war, fristete meine „Low Carb“-Rezeptesammlung in meiner Bibliothek ein kümmerliches Dasein. Bevor ich mir den selbsternannten örtlichen Wächter über die deutsche Sprache wieder auf den Hals hole, also, wir reden hier von Essen mit wenigen Kohlehydraten.

Ein paar gewichtsbewusste Monate später bin ich heute in dem Bemühen, übrig gebliebenen Spitzkohl zu verwerten, auf die weitgehend ignorierte Rezeptkollektion gestoßen und fündig geworden. Mein Gott, wie simpel, und trotzdem der Wahnsinn!

Ich habe 700 Gramm Spitzkohl in mundgerechte Stücke geschnitten, drei Knobizehen und eine Pfefferschote gehackt (die Kerne bleiben im Rennen) und ein Bündel Frühlingszwiebeln in Weiß und Grün getrennt. Und schon geht es aufs Kochfeld. In zwei Esslöffeln guten Olivenöls einschließlich Pfefferschote und Knobi 500 Gramm Rinderhack krümelig anbraten, salzen und pfeffern sowie befeuern, bis das Fleisch eine appetitlich braune Farbe angenommen hat. Das Weiße der Frühlingszwiebeln dreht auch ein paar Runden mit. Jetzt den Kohl in die Pfanne geben, 500 Milliliter Gemüsebrühe und reichlich edelsüßen Paprika dazugeben. Bei geschlossenem Deckel und geringer Hitze zehn Minuten lang in Ruhe blubbern lassen. Halbzeit ist Wendezeit.

Schon habe ich die Holde zu Tisch gerufen, die im Anflug noch Naturjoghurt aus dem Kühlschrank mitgebracht hat. Das Essen mit den grünen Zwiebelröllchen bestreuen und mit einem Klacks Joghurt krönen. Allzweckwaffe Worcestersauce stand auch auf dem Tisch, kann man einsetzen. Guten Appetit, das Essen gelingt jedem, also für den Einstieg zum Hobbykochen bestens geeignet. Und hallo: low carb!