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Gabriel Ziegler und der zum Ende der Partie eingewechselte Suleiman Juru Maruyama (rechts), der in vollem Lauf einen vom Schweriner Keeper Ethan Patrick Kennedy parierten Schuss beisteuern konnte.

Die Fußball-Oberligisten der TSG Neustrelitz haben die Erwartungen von Fans, Präsidium und Trainern erfüllt und sind heute Nachmitttag mit einem 2:0 (1:0) gegen den FC Mecklenburg Schwerin im heimischen Parkstadion vom Platz gegangen. Beide Tore für die Gastgeber vor 300 Zuschauern schoss Manuel Härtel (44., 81. Minute).

Die Gäste mussten ab der 57. Minute mit einem Mann weniger auskommen. John Arvid Lenkeit sah nach einem bösen Foul an Bright John Essien, der zum Glück weiterspielen konnte, die Rote Karte. Weniger Glück hatte TSG-Kapitän Will Anderson Siakam, der in der 33. Minute verletzt ausscheiden musste.

Die Neustrelitzer hatten nervös angefangen und prompt nach Chaos in der Abwehr schon in der 2. Minute den Pfosten aufbieten müssen, um nicht in Rückstand zu geraten. In der 19. Minute rettete nach einer Ecke der Schweriner erneut das Aluminium. Danke, Fortuna! Mit zunehmendem Spielverlauf wurden die Strelitzer Jungs aber immer dominanter und hatten die Schweriner in den zweiten 45 Minuten weitgehend im Griff.

Was nicht heißt, dass die Kicker aus der Landeshauptstadt nicht bis zum Schluss gefährlich blieben, vor allem bei Standards. Insgesamt aber wenig Arbeit für den Neustrelitzer Schussmann Miguel da Silva Telinhos hinter einer kompakt stehenden Abwehr. Immerhin, die Latte am TSG-Kasten kurz vor Feierabend gehört auch noch ins Protokoll.

Der Drops gelutscht: Essien liefert die Vorlage

Für den Führungstreffer hatte Manuel Härtel in der ersten Halbzeit mehrmals Heber trainiert, kurz vor dem Pausenpfiff war das Leder dann endlich in den Maschen. Der TSG-Torjäger hatte in beiden Spielhälften weitere Chancen, bis der für Siakam eingewechselte Bright John Essien links durchbrach, auf der Torlinie nach innen zog und ihn mustergütig bediente. Härtel hämmerte mit der ihm eigenen Wucht den Ball direkt ins Eckige. Und der bekannte Drops war gelutscht. Zuvor hatten Jerome Kortebusch und Marius Schreiber schon die Chance einzunetzen. Der Schweriner Keeper war vor ihren Füßen schneller

„Das Wichtigste ist, dass wir die drei Punkte geholt haben. Das hat die Mannschaft gebraucht“, sagte mir Maik Frühauf nach dem Spiel, der die Kapitänsbinde nach dem Ausfall Siakams übernommen hatte. „Eine beachtliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten Heimspielen, auf die wir aufbauen können. Wenn wir am kommenden Wochenende wieder zu Hause die Punkte holen, bin ich davon überzeugt, dass wir in der Tabelle unten herauskommen.“

TSG-Coach Velimir Jovanovic hatte bereits im Schlusskreis klare Worte gesprochen: „Wir haben uns das heute verdient, so, wie wir gefightet haben. Auch wenn es schwer war, aber das war der Weg am Ende des Tages. Wir haben füreinander gestanden, für einander gekämpft, auf dem Feld wie draußen. Es zählt, dass wir als Mannschaft zusammenstehen. Vielen Dank dafür. Nicht groß jubeln, einfach in die Kabine gehen.“

Mittelfeldakteur Gabriel Ziegler hatte auch noch eine Botschaft an seine Teamkameraden: „Ich bin unglaublich stolz auf diese Leistung. Alle zusammen, das haben wir auf dem Platz gezeigt. Und wir haben zu Null gespielt, zu Null, zu Null! Noch so ein Heimspiel, dann haben wir sechs Punkte mehr, und dann ist Feierabend mit dem Tabellenkeller.“

Coach Jovanovic: Eine Erleichterung für uns alle

Zurück zu Velimir Jovanovic, danach im Gespräch mit Strelitzius. „Nach einer langen Durststrecke haben wir gewonnen, eine Erleichterung für uns alle, zumal wir auch in Mahlsdorf schon wenigstens einen Punkt verdient hatten. Unser Matchplan ist total aufgegangen, und das freut mich ungemein. Was wir uns vorgenommen haben, das haben wir über 90 Minuten hinweg ohne Schnickschnack einfach auch gesehen. Das Gefühl zu gewinnen, das braucht man als Spieler und auch als Team.“

Das letzte Wort habe ich heute TSG-Sprecher Stephan Neubauer gegeben: „Nach Startschwierigkeiten sind wir fast minütlich besser geworden. Eine geschlossene Mannschaftsleistung, Die Jungs wollten sich selbst belohnen und uns zeigen, dass sie es drauf haben, und das nicht nur im Training. Wir freuen uns auf das nächste Spiel gegen die Klosterfelder, die Chancen stehen ja erneut gut. Wenn es so weiter geht, sind wir natürlich glücklich, das Potenzial steckt in der Truppe.“

Unsere Strelitzer Jungs (15.). haben einen Platz gut gemacht und sind nicht mehr Tabellenletzter. Nächster Gegner wieder in der Residenzstadt ist am kommenden Sonntag Union Klosterfelde, nach heutiger Heimniederlage gegen die Mahlsdorfer Tabellendreizehnter. Strelitzius bietet wie immer vor Heimpartien eine Vorschau an.

Vor Anpfiff der heutigen Begegnung im Parkstadion gab es eine Schweigeminute für Sven Polzin. Das langjährige Vereinsmitglied, Wegbegleiter der TSG Neustrelitz und Unterstützer des Vereins ist am 7. Oktober im Alter von nur 54 Jahren verstorben.

Bright John Essien (links) hat sich für seine mustergültige Vorlage genauso gefreut wie Manuel Härtel über das 2:0.
Gabriel Ziegler hat sehr viel für das Spiel der Neustrelitzer getan. Einen Schuss von ihm in der Schlussphase aus der zweiten Reihe ging knapp am Tor vorbei.
Ardolind Sfishta (rechts) wird hier ausgebremst.
Freude der Strelitzer Jungs nach dem 2:0.