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Freizeit, Kultur, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Sprache, Vortrag

Mein Neustrelitzer Leser Prof. Helmut Böhme hat mich auf eine Veranstaltung am kommenden Freitag, den 29. November, aufmerksam gemacht. Da hält Gisela Krull um 19 Uhr im Hotel Schlossgarten, Tiergartenstraße 15, einen Vortrag zum Thema „Mut zum Widerstand. Heinrich Graf Lehndorff. Erziehung, Bildung, Sprache!“. Zu der Veranstaltung lädt der Verein für Deutsche Sprache Neustrelitz ein.
„Heinrich Lehndorff schrieb in seinen hinterlassenen Dokumenten einfach und schlicht von seiner uneingeschränkten Natur- und Heimatverbundenheit, von Nächstenliebe und Treue. Lehndorff lebte aber in einem Staat, in dem die Machthaber in entartendem Deutsch grausames, unmenschliches Handeln forderten. Er entschloss sich deshalb, dem Widerstand beizutreten. Nach dem misslungenen Attentat auf Hitler 1944 wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er wurde 35 Jahre alt“, so die Veranstalter.
‚entartet‘ ist nicht nur ein typisches nazi-wort, sondern es spiegelt auch ziemlich gut den geist der segregation wider. denn, wenn etwas ‚entarten‘ kann, dann muss es eine allgemeingültige definition geben, die setzt wieder eine instanz voraus. und tatsächlich ist die nazi-sprache nicht ‚entartet, sondern sie verstärkte (und verstärkt) vorhandene trends, aber sie drückt auch ziemlich genau ihre ideologie der diskriminierung und vermeintlichen überlegenheit aus. mit freundlichen grüßen rochus stordeur
Dass die Nazis bestimmte Wörter für ihre Propaganda missbraucht haben (siehe entartete Kunst), muss nicht heißen, dass diese Wörter nun nichts mehr in unserer Sprache zu suchen haben. Entarten heißt ja nichts weiter als in negativer Form von der Norm abweichen oder sich in etwas Negatives verkehren. In der Tat haben die Nazis unsere Sprache entartet. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre von Victor Klemperers „LTI“ (lingua tertii imperii).