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Anker Wismar, Fußball, Mecklenburg-Strelitz, Oberliga Nord, Spielbericht, TSG Neustrelitz

Die Oberligisten der TSG Neustrelitz riskieren es mangels Chancenverwertung immer wieder, um den Lohn ihres Einsatzes gebracht zu werden. Nachdem zuletzt bei Croatia Berlin haufenweise Möglichkeiten ungenutzt blieben, sah es auch gestern Abend im Parkstadion vor rund 350 Zuschauern gegen Anker Wismar lange danach aus, als könne zumindest die volle Punktzahl nicht eingefahren werden (Strelitzius berichtete kurz). Was da vor allem in der ersten Halbzeit vergeben wurde, die Fans kamen aus dem Stöhnen kaum heraus.
Da erspielen sich die Strelitzer Jungs mit dem Anpfiff sofort die Feldüberlegenheit, kommen auch immer wieder gefährlich vor den Wismaraner Kasten, und bringen das Leder nicht in die Maschen. Die wohl größte Gelegenheit zum Führungstreffer hatte Nick Höfer in der 25. Minute. Mustergültig bedient und völlig frei vor dem Tor, schießt er aus einem Meter Entfernung über die Latte. Dabei hätte er nur den Fuß an den quer gespielten Ball zu halten brauchen. Aber auch TSG-Torjäger Manuel Härtel, der immer wieder gefunden wurde, hatte nicht seinen besten Tag und war entsprechend unzufrieden. Zum Pausenpfiff hätten die Neustrelitzer eigentlich klar führen müssen, stattdessen Magerkost.
In der zweiten Halbzeit hatten sich die Gäste dann besser auf die Neustrelitzer Offensive eingestellt, ohne selbst wirklich gefährlich zu werden. In der 68. Minute brachte Coach Tomas Franke gleich drei neue Spieler auf den Rasen, um die Offensive anzukurbeln. Dann doch ein Durchbruch der Anker-Kicker in der 73. Minute, aber Elias Oliver Höftmann zwischen den Pfosten der Neustrelitzer hatte den Braten gerochen, eilte weit aus seinem Revier und war eine Sekunden früher am Ball als der gegnerische Stürmer.
Treffer von Inderwisch wie eine Erlösung
Als sich schon alle mit der erneuten Punkteteilung abgefunden hatten, gab es in der 90. Minute noch einmal eine Ecke für die TSG. Der eingewechselte Remmy Jason Orlando Kruse, der neuen Schwung ins Spiel der TSG gebracht hatte, führte sie aus, und Luis Inderwisch kam per Kopf zum Erfolg. Unbeschreiblicher Jubel auf dem Platz und auf den Rängen, es war wie eine Erlösung.
Nils Röth, der sich gestern wieder mit Justus Guth das Amt des Kapitäns geteilt hatte: „Es war ein hart erarbeiteter Sieg. Das Spiel war durch viele Zweikämpfe gekennzeichnet. Am Ende ist unser Erfolg verdient, auch aufgrund der extrem guten Entwicklung, die unsere Mannschaft in den letzten Wochen genommen hat. Alles in allem haken wir den heutigen Abend als positiv ab.“
Coach Franke: Es ist an der Zeit weiterzuziehen
Coach Thomas Franke: „Es war auf jeden Fall eine sehr zähe Partie In beiden Hälften hat es einen Bruch in unserem Spiel gegeben und die Gäste wurden besser, aber am Ende haben wir den Ball doch noch über die Linie gedrückt und sind total glücklich.“ Auf die Frage nach seinem Weggang zum Saisonende teilte mein Blogpartner mit, dass er noch keine neue Verpflichtung eingegangen sei. „Ich habe noch gar nichts, aber ich denke, es ist einfach an der Zeit weiterzuziehen. Ich möchte höherklassig als Trainer arbeiten, und die Perspektive ist, das soll kein Vorwurf sein, hier in Neustrelitz nicht gegeben. Immer wieder Umbruch, immer wieder neue Spieler, von vorn anfangen, irgendwann entscheidet man sich schweren Herzens, und das habe ich in dieser Woche getan. Es hat mich sehr berührt, es gestern den Jungs sagen zu müssen. So emotional bin ich sonst nur am Spielfeldrand, weil ich Fußball liebe.“
Das letzte Wort bekam von mir TSG-Vizepräsident Bastian Langguth: „Was wir heute auf dem Platz gesehen haben, war nicht eben höchstes Niveau. Wir hatten dem Spielsystem von Anker nicht viel entgegenzusetzen. Der Sieg ist mehr als glücklich, zumal wir Hundertprozentige liegengelassen haben. Unsere Serie hält mit Fortune, wir freuen uns über die drei Punkte, die nehmen wir mit. Man muss auch mal solche Spiele gewinnen.“
Nächster Gegner der TSG Neustrelitz (3.) ist am Sonntag, den 26. April, Lichtenberg 47 (2.). Ein schwerer Gang für unser Team, aber vielleicht gelingt es ihm ja doch, den Berlinern ein Bein zu stellen. Das Potenzial ist da, es muss nur abgerufen werden.

