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Geschichte, Hofdame, Liebesroman, Luise, Mecklenburg-Strelitz, Pergande, Rezension
Der in Mirow lebende Autor Frank Pergande hat seinen zweiten historischen Liebesroman vorgelegt. Nach „Sommerliebe auf Schloss Bothmer“ (Strelitzius berichtete) folgte dieser Tage, wieder bei Hinstorff, „Die Hofdame der Königin Luise“. Mit seinem neuen Buch hat der Schriftsteller zugleich eine Punktlandung hingelegt. Am 10. März jährte sich der Geburtstag der preußischen Monarchin zum 250. Mal. Anlässlich des Jubiläums hat Pergande mit großem Erfolg auf Einladung der örtlichen Buchhändler Grit und Peter Schmitt im Unteren Schloss seiner Heimatstadt gelesen.
Allerdings nimmt der Roman, der immer mal wieder das Leben der Strelitzer Prinzessin und späteren Königin reflektiert, den frühen Tod Luises am 19. Juli 1810 auf Schloss Hohenzieritz zum Ausgangspunkt. In Tragik verfällt das Buch aber nicht, das vorweg.
Im Zentrum der Handlung steht die Liebesbeziehung der Hofdame Ulrike von Bredow, glücklich verheiratet und Mutter dreier wohlgeratener Kinder, zum Gutspächter Hoth. Im Hohenzieritzer Schlosspark unter einem Baum, umgeben von Büschen, findet alles seinen ebenso überraschenden wie leidenschaftlichen Anfang. Auch diesmal ist das Geschehen so sorgfältig in den historischen Kontext gestellt, dass Geschichtsinteressierte ebenso gut bedient sind wie Freunde leichter Lektüre. Das Offenkundige, dass Pergande (Jahrgang 1958) nicht nur ein Rechercheur vor dem Herrn ist, sondern auch ein Frauenkenner und Frauenversteher, macht den Band noch ein bisschen wertvoller. Für beiderlei Geschlechter…
Mein Pläsier hatte ich aber vor allem wieder an der eleganten Kombination von Belegtem und Fiktivem. Der Autor lässt seine Leser tief in die Zeit zwischen 1810 und 1812 eintauchen. Er führt sie an Orte, die zumindest jeder Mecklenburg-Strelitzer kennt, und den Fremden dazu einlädt, die genannten Schauplätze aufzusuchen: Hohenzieritz und Prillwitz, Schönhausen und Neustrelitz, beiläufig selbst Canow, von Rheinsberg mit der Kutsche kommend. Daneben geht die Reise mehrmals nach Berlin und auch ins brandenburgische Köpernitz.
Meine Hochachtung hinüber nach Mirow! Und die Empfehlung an meine Blogfreunde, auch Frank Pergandes Neuling zu erwerben und natürlich zu lesen. Geschichte und Geschichten sind einfach nur exzellent zu Papier gebracht, unterhaltend, bildend und entspannend, mit der einen oder anderen Prise Humor gewürzt. Noch ein Gradmesser für die Qualität: Ganze vier späte Abende und frühe Nächte lang zwischen Kapitel 1 und Nachklang hat mich „Die Hofdame der Königin Luise“ beschäftigt. Die Zeit bis zum endgültigen Zuklappen des Buchs verging wie im Flug. 269 Seiten erfrischende Kost, garniert mit feinen Illustrationen von Madeleine Hartwig. Und ein Happy End mit herzoglichem Segen. Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten.
Übrigens: Bücher verleihe ich nicht. Und das schon gar nicht. Die Hofdame hat gerade im Sonderregal meiner häuslichen Bibliothek Quartier genommen. Womit die ungewöhnliche Adlige auch nach Wesenberg gelangt ist. Falls sie auf ihren Wegen nicht schon durch die damalige Ackerbürgerstadt gekommen ist. Ich muss Frank Pergande demnächst mal danach fragen. Der weiß so was.
Frank Pergande
Die Hofdame der Königin Luise
Hinstorff Verlag Rostock
ISBN 978-3-356-02574-3

