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Mit einem schönen Fest, das zur Stunde noch andauert, wird heute das neue Feuerwehrgerätehaus in Blankenförde eingeweiht. Das 1,54 Millionen Euro teure Gebäude, wovon 663.000 Euro von der Stadt Mirow aufgebracht wurden, ist am Vormittag von gleich mehreren Rednern als Quantensprung bezeichnet worden.

Es erstreckt sich über eine Fläche von 472 Quadratmetern und bietet eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, einen Schulungsraum einschließlich 100-Zoll-Bildschirm mit ca. 63 Quadratmetern Nutzfläche, Nebenräume für den Einsatz- und Ausbildungsbetrieb, eine Küche sowie Sanitär- und Umkleidebereiche. Das Gebäude ist mit einer Netzersatzanlage ausgestattet, um die Einsatzbereitschaft auch bei Stromausfall zu garantieren. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine moderne Hybridheizung.

Mit Sondersignal durchs Dorf

Zugleich wurde das 90-jährige Bestehen der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr begangen. Zu den Gratulanten gehörten Vertreter der anderen Wehren in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, aus dem Amtsbereich Neustrelitz-Land und von der Partnerwehr aus Groß Ammensleben in Sachsen-Anhalt. Die Feuerwehrleute waren zuvor im langen Konvoi mit Sondersignal durch Blankenförde gefahren und hatten auch den letzte Einwohner auf das denkwürdige Ereignis aufmerksam gemacht.

Viele Bürger waren dann auch ans Feuerwehrgerätehaus gekommen, um mit den Kameradinnen und Kameraden zu feiern. Bei Führungen konnten sich die Besucher vom hohen Standard des Neubaus überzeugen. In diesem Zusammenhang dankte Bauleiter Tilo Haker von der Firma Baukonzept Neubrandenburg bei der symbolischen Schlüsselübergabe allen beteiligten Betrieben. Die Bauzeit betrug 19 Monate.

Weiteres Löschfahrzeug kommt

In die Halle wird im März kommenden Jahres ein zweites Löschfahrzeug einziehen, das vom Landkreis angeschafft und speziell für die Waldbrandbekämpfung eingesetzt wird. Es ist bereits bestellt. Zwei typengleiche Fahrzeuge der Marke Tatra aus Rehberg und aus Grabow-Below waren zu Anschauungszwecken extra für den Festtag nach Blankenförde beordert worden und umlagert.

Den Reigen der Redner eröffnete Kamerad Hans-Joachim Kroll mit einem historischen Abriss der Geschichte der Blankenförder Feuerwehr, die unter dem Eindruck eines gewaltigen Waldbrandes 1934 in der Region östlich der Müritz zwei Jahre darauf gegründet wurde und viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt hat. Heute steht die Wehr dank positiver Mitgliederentwicklung auf gesunden Füßen und erfreut sich unter Leitung von Julia Berdermann auch zahlreichen Nachwuchses, der sein Können bei einer Vorführung am Nachmittag unter Beweis stellte.

Denkwürdiger Tag

Blankensees Wehrführer seit 2015 Wilfried Staff sprach im Zusammenhang mit Einweihung und Jubiläum „von einem denkwürdigen Tag, den wir lange nicht vergessen werden. Hut ab vor denen, die vor 90 Jahren die Feuerwehr in Blankenförde gegründet haben. An uns ist es, dieses Ehrenamt im Sinne unserer Vorgänger weiter auszuüben. Daran habe ich keinen Zweifel.“

Mirows Bürgermeister und Amtsvorsteher der Kleinseenplatte Henry Tesch stellte heraus, dass man ohne die Initiative vor Ort kein Haus zu bauen braucht. „Wenn Leute zusammenhalten, dann kann man auch durchhalten. Wir haben es versprochen, und wir haben es geschafft, aber gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden.“ Tesch dankte dem Landkreis und besonders dem heutigen Landrat Thomas Müller, aktiver Feuerwehrmann in Blankenförde, der viele Fäden gezogen habe, sowie dem Land für die Förderung. Auch Mirow habe nicht wenig Geld in die Hand genommen für eine Stadt, die in der Fläche nicht einmal 4000 Einwohner hat. „Wir brauchen Feuerwehr in einer herausfordernden Region“, bekräftigte Tesch. Es sei ein Tag der Freude, „wir sind sehr glücklich, und Blankenförde/Kakeldütt hat es sich verdient“. Auch Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann hatte es sich nicht nehmen lassen, zur Festveranstaltung zu erscheinen.

Gewachsenes Gefahrenpotenzial

Amtswehrführerin Anke Krüger machte auf das gewachsene Waldbrand-Gefahrenpotenzial in der Region aufmerksam. „Mit diesem Haus haben wir die Chance, dem etwas entgegenzusetzen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die es ermöglicht haben, dass dieses Gebäude jetzt hier steht. Wir haben es schon im Detail untersucht, es ist sehr funktional und ermöglicht der Feuerwehr eine wirklich gute Zukunft“, so die Amtswehrführerin. „Erfüllt dieses Haus mit Leben, nicht nur im Dienstbetrieb, auch für die Feuerwehr-Kinder und das Leben im Dorf.“

Der Kreisfeuerwehrverband war durch Jörg Schmidtke, Stellvertretender Kreiswehrführer, vertreten. „Wir freuen uns alle mit euch. Die positive Entwicklung der Blankenförder Feuerwehr war das Fundament, auf dem das neue Gerätehaus errichtet worden ist.“ Er dankte Kommunalpolitik und Verwaltung, die Beträchtliches geleistet hätten, um hier im ländlichen Raum ein solches Gerätehaus hinzustellen.

Einmal im Feuerwehrleben

Landrat Thomas Müller gestand, an diesem Tag mächtig stolz zu sein. „Das erlebt man, wenn man Glück hat, einmal in seinem Feuerwehrleben.“ Zum Abschluss führte die Mirower Pastorin Ulrike Kloss an die Adresse der Kameradinnen und Kameraden das Gleichnis vom Schäfer an, der seine 99 Schafe zurücklässt, um das eine, verlorene, zu retten. Die Geistliche sprach ein Gebet und segnete die Blankenseer Feuerwehrleute sowie ihr neues Gerätehaus.

Für den Nachmittag hatte sich auch noch der Dorfverein zur Gratulation angesagt. Außerdem standen feierliche Beförderungen von Blankenförder Feuerwehrleuten an. Bei einem Schwein am Spieß klingt der Tag aus.

Den Segen Gottes gab es von Pastorin Ulrike Kloss (rechts).
Symbolische Schlüsselübergabe von Tilo Haker (links) an Wilfried Staff.
Gleich mehrere befreundete Wehren, hier die Kameraden aus Strasen, sorgten für Dienstbier (DB).
Wesenbergs Wehrführer Silvio Browarzik (links) gratuliert seinem Blankenförder Amtskollegen Wilfried Staff.
Thomas Müller (Zweiter von links) führt durch das neue Haus, hier der Schulungsraum mit angrenzender Küche.
Bürgermeister und Amtsvorsteher Henry Tesch bei seiner Ansprache. Der Kommunalpolitiker hat viel für das neue Gerätehaus in Blankenförde geleistet. Hier müsse was geschehen, das sei ihm von Anfang an klar gewesen.
Hans-Joachim Kroll (Zweiter von rechts) hat 90 Jahre Feuerwehr Blankenförde Revue passieren lassen. Nachbarin Silvia Nowak hat einen historischen Zeitungsartikel zum Waldbrand von 1934 aufgeblockt und überreicht das Erinnerungsstück an Wilfried Staff.
Jörg Schmidtke (links), hier mit Wilfried Staff, ist nicht mit leeren Händen gekommen.
Anke Krüger, Wilfried Staff, Julia Berdermann und der stellvertretende Blankenförder Wehrführer Martin Bredow (von links).
Besuch aus Rehberg zum Anschauen: So wird es aussehen, das neue geländegängige Löschfahrzeug, was im März 2027 in Blankenförde stationiert wird und speziell für die Waldbrandbekämpfung ausgelegt ist.