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Georg Quander sorgt an der Kammeroper für neue Impulse. Foto: Uwe Hauth

Die Kammeroper Schloss Rheinsberg wird 2019 zum ersten Mal unter der neuen Künstlerischen Leitung von Georg Quander präsentiert. Für die acht Wochen des Sommerfestivals ab Mitte Juni hat er ein Programm zusammengestellt, das dem Internationalen Festival junger Opernsängerinnen und -sänger neue Impulse verleiht und den Besuchern bekannte Formate, aber auch interessante, weniger gespielte Werke bietet. Rund um das Rheinsberger Schloss und den Lustgarten locken vom 18. Juni bis 17. August zwei große Opernpremieren, drei Operngalas, zwei Sinfoniekonzerte, eine Kinderoper und ein Jazz-Konzert an den ehemaligen Musenhof von Kronprinz Friedrich und seinem Bruder Heinrich. 46 Sängerinnen und Sänger aus 18 Nationen sind für das Festival der Kammeroper in diesem Sommer in Rheinsberg zu Gast.

Neu ist der Spielort für die erste große Opernpremiere am 19. Juli. Domenico Cimarosas Oper „Gli Orazi e i Curiazi (Der Schwur der Horatier)“ in einer Inszenierung von Georg Quander wird nicht wie ursprünglich angekündigt im Schlosshof gespielt, sondern vis-á-vis auf einer Bühne am Kavalierhaus. „Wir richten die Bühne am Kavalierhaus zum ersten Mal für eine Operninszenierung ein. Als Spielort eignet sich der Ort deutlich besser als der Schlosshof, der zwar ideal für unsere Operngala ist, aber szenischen Darbietungen nur sehr wenig Gestaltungsraum lässt. Für ‚Gli Orazi e i Curiazi‘ gibt es also eine neue Bühne beim Festivalsommer“, sagt Regisseur Georg Quander. Er inszeniert die Geschichte über ein junges Liebespaar, das – ähnlich wie in „Romeo und Julia“ – zwischen die Fronten zweier verfeindeter Familienclans gerät, zum ersten Mal unter freiem Himmel. Das 1796 komponierte Werk gehörte zu den Lieblingsopern Napoleons. Die Musikalische Leitung der Oper liegt bei Markellos Chryssicos.

Eröffnet wird  das Festival allerdings schon am 18. Juni mit „Jazz Fetz“ im Akademiehof der Bundes- und Landesakademie Rheinsberg. Die jungen Sängerinnen und Sänger des Festivals beweisen hier, dass sie nicht nur toll Opern singen können, sondern auch Jazz. Ab 4. Juli folgt an drei Abenden die bekannte Rheinsberger Operngala mit Musik aus Oper, Operette und Musical im Schlosshof mit Blick auf den Grienericksee. Es spielt das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung von Kevin McCutcheon.

Die zweite große Opernpremiere wird im historischen Heckentheater gegeben. „Martha oder Der Markt zu Richmond“ ist ein ideales Stück für die wild-romantische Bühne im Schlossgarten. Das Werk des Mecklenburgischen Komponisten Friedrich von Flotow aus dem Jahr 1847 zählte im 19. Jahrhundert zu den erfolgreichsten Opern überhaupt und wurde weltweit bis an die New Yorker Met gespielt. Heute ist die Oper mit bekannten Arien wie „Die letzte Rose“ allerdings eher selten zu hören. Für Regisseur Holger Potocki Grund genug, in Rheinsberg an die einstigen Erfolge anzuknüpfen. Die Musikalische Leitung liegt bei Florian Ludwig. Für die jüngsten Opernbesucher steht ab 9. August die 60-minütige Version „Martha oder Der zerbrochene Spiegel“ als Kinderoper auf dem Programm. Frank Martin Widmaier inszeniert die Uraufführung, deren Handlung auch aus seiner Feder stammt, für das Schlosstheater. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Christian van den Berg-Bremer.

Die angekündigte Uraufführung einer multimedialen Operninstallation im Schlosstheater musste abgesagt werden. Stattdessen ist das „ensemble ascolta“, das für sein besonderes Klangbild in der Neuen Musik in ganz Europa bekannt ist, mit einem szenischen Konzertformat am 7. und 8. Juli im Schlosstheater zu Gast. „Damit die Zeit nicht stehen bleibt“ nennen die Künstler diesen Abend mit experimentellen Musiktheaterwerken von Arnold Schönberg/Andrew Digby und Martin Smolka zu Texten von Stefan George und Franz Kafka.

Erstmalig wird das Opernprogramm um ein thematisch ergänzendes Konzertformat erweitert. So findet am 4. August im Spiegelsaal des Schlosses der Auftakt zu einem musikalischen Komponistenportrait Friedrich von Flotows statt, dessen Werk weit über Opernkompositionen hinausreicht. Das Berlin Piano Trio spielt an diesem Tag ein Kammerkonzert mit Werken des mecklenburgischen Komponisten sowie Musik von Offenbach, Schubert und Mendelssohn Bartholdy. Fortgeführt wird das Komponistenportrait mit einem Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker, die unter der Leitung von Chefdirigent Peter Gülke am 8. August in diesem Jahr wieder zu Gast in Rheinsberg sind. Sie sind mit einem Klavierkonzert von Friedrich von Flotow und der „Italienischen Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy im Schlosshof zu hören.

Musikalisch bereichert wird das Festivalprogramm zudem mit zwei Konzerten zur „Mondnacht“ am 12. und 13. Juli unter der Leitung von Carolin Masur, den beliebten Matineen der Opern-Ensembles am 7. und 14. Juli und einem Abschlusskonzert der Meisterklasse Gesang am 21. Juli im Schlosstheater. Beim glanzvollen „Ausklang!“ des Kammeroper-Festivals am 17. August im Schlosshof sind die jungen internationalen Solistinnen und Solisten zusammen mit der Jungen Kammerphilharmonie Berlin bei einem abschließenden Sinfoniekonzert ein letztes Mal in diesem Sommer in Rheinsberg zu erleben.