Am Sonnabend, dem 21. September, um 19 Uhr, beginnt ein interessanter Filmabend im Fabrik.Kino 1 in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz mit dem Film „Charité intensiv: Gegen die Zeit“, zu dem die Filmemacher Mareike Müller und Carl Gierstorfer sowie Betroffene und Ärzte eingeladen sind. Es handelt sich um einen filmischen Blick in den Grenzbereich zwischen Leben und Tod: In einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit kämpft das medizinische Personal um PatientInnen mit Organversagen.
Die vierteilige Serie wirft ein Schlaglicht auf eine der drängendsten gesundheitspolitischen Fragen unserer Zeit. Dr. Georg Lurje, der in der Serie eine Leber unter dramatischen Umständen transplantiert, ist ebenfalls zum Gespräch anwesend. Der Film besteht aus einer 4-teiligen Fernsehserie mit jeweils 30 Minuten, die an diesem Abend vollständig, mit einer Pause nach dem zweiten Teil, gezeigt wird.
„Stasi-Knast und Ostseeflucht“ – Talk und Musik mit Dietrich Kessler und Eberhard Klunker gibt es am 20. September um 19.30 Uhr in der Scheune der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz. Der Eintritt ist frei.
Dietrich Kessler war langjähriger Chef der bekannten Rockband „Klosterbrüder“, die sich 1975 in „Magdeburg“ umbenennen musste. Nach 20 Monaten Stasi-Haft wurde er in den Westen „freigekauft“. Er ist bis heute als Musiker und Musikverleger erfolgreich tätig.
Eberhard Klunker begann seine Laufbahn als Profi-Gitarrist bei der „Modern Soul Band“. Seit seiner spektakulären Flucht über die Ostsee arbeitet er als renommierter Gitarrensolist. Beide stehen zur Signierung ihrer Werke zur Verfügung. Veranstalter ist der Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz e.V.
Charly Hübner, Jan Georg Schütte und Lars Jessen (von links) haben den Abend in der KOF in Neustrelitz ebenso wie ihr Publikum genossen.
Zu dem wirklich schönen Filmabend am Freitag in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz (Strelitzius berichtete kurz) sondere ich wie angekündigt noch ein paar Zeilen ab. Allem voran ist natürlich die Impro-Komödie „Micha denkt groß“ zu würdigen, die völlig zu Recht mit viel Applaus bedacht worden ist. Da ist den Regisseuren Lars Jessen und Jan Georg Schütte und den Darstellern um Charly Hübner, Jördis Triebel und Peter Kurth wirklich ein kleines Juwel gelungen. Erzählt wird die Geschichte des Video-Designers Micha (Charly Hübner), der in einem Dorf in Sachsen-Anhalt die marode Pension seiner verstorbenen Eltern in ein Luxushotel samt Wellness-Oase verwandeln will. Bei aller Skepsis, die ihm begegnet, versiegt dann auch noch das Grundwasser in Klein Schnapsleben.
Beim anschließenden Filmgespräch mit Jessen, Schütte und Hübner schieden sich durchaus die Geister. So wurde diskutiert, ob nicht ein festgefügtes Drehbuch dem Improvisieren vorzuziehen sei. Letztlich wurde abgestimmt, und es fand sich eine deutliche Mehrheit für das an diesem Abend auf der Leinwand erlebte freie Spiel. Was übrigens bei Mimen außerordentlich beliebt ist, wie zu erfahren war, auch wenn viel Mut und Risikofreude gefordert seien. „Man muss sich auf das Experiment einlassen. Drehbücher sind oft nicht das wahre Leben“, machte Schütte deutlich, zugleich Darsteller. Im Publikum Platz genommen hatte auch die Schauspielerin Karoline Schuch, die das nur bestätigen konnte. „Wir haben uns aufeinander verlassen“, ergänzte Lars Jessen zur Teamleistung.
Wasseraktivisten dürften bei „Micha denkt groß“ vielleicht nicht so auf ihre Kosten kommen. Das knappe Nass als ein menschliches Recht ist hier eher Mittel zum Zweck der brandaktuellen Botschaft in Zeiten der bedrohten Demokratie. Jan Georg Schütte formulierte es am Ende des anregenden, spannenden, emotionalen Gesprächs noch einmal für alle: „Leute, redet miteinander, haut euch mal auf die Mütze, aber setzt euch anschließend hin und trinkt ein Bier zusammen.“ So geschehen auch ausgangs von „Micha denkt groß“.
Charly Hübner genoss „beseelt“ sein Heimspiel in Neustrelitz. „Die Gespräche hier sind die muntersten, die geilsten. Ist ja auch meine Heimat. Unser Job war es, mit der Taschenlampe auf die Dinge zu zeigen, die Flitzpiepen glaubhaft darzustellen.“ Was herausgekommen ist, wurde von einer Zuschauerin des Kinoabends als „wunderbare Karikatur“ bezeichnet. Hübners Fazit, auch im Film von ihm zu hören: „Wir müssen uns alle kümmern und dürfen nicht darauf warten, dass andere drängende Probleme für uns erledigen.“ „Wir kommen gern wieder“, schloss Jan Georg Schütte.
Die für heute Abend um 19 Uhr angekündigte Lesung mit Gespräch „Die Erfindung der Bundesrepublik – Wie unser Grundgesetz entstand“ im Mirower Unteren Schloss muss leider abgesagt werden. Wie mir Buchhändler und Veranstalter der Kultur- und Literaturtage Peter Schmitt mitteilte, ist die Autorin Prof. Sabine Böhne-Di Leo erkrankt.
Der Regisseur Jörg Herrmann ist am kommenden Donnerstag, den 27. Juni, um 20 Uhr zum Gespräch in Neustrelitz im Fabrik.Kino 2 am Sandberg. In der Reihe „Gedreht in MV“ zeigt das Fabrik.Kino „Hohe Kunst auf’s platte Land“, ein 2021 entstandener Dokumentarfilm von Herrmann über die Kunsthalle Rostock.
Die Frage war: „Was ist typisch für Norddeutschland?“ Dabei assoziiert man nicht unbedingt Kunst und Kultur. Doch gerade in Rostock wurde 1969 im malerischen Parkgelände am Schwanenteich, inmitten der beschaulichen Naherholungsidylle des Stadtteils Reutershagen, eine Kunsthalle eröffnet. Dieses moderne Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst war der erste Museums- und blieb der einzige Kunstmuseumsneubau in der untergegangenen DDR. Die Kunsthalle erwarb sich schnell einen guten, aber nicht unumstrittenen Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus, geriet in den 90er Jahren in einen Abwärtsstrudel – mehrmals stand das Haus kurz vor der Schließung – stieg dann 2009 auf wie Phönix aus der Asche und besitzt heute wieder eine beachtenswerte nationale und internationale Reputation.
Plasmazellen spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern, indem sie Eiweißkörper herstellen. Wenn sie diese Antikörper jedoch im Übermaß und ohne Anlass produzieren, wird das Immunsystem geschwächt, Knochen und Organe können geschädigt werden. Das Multiple Myelom ist zwar selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.
Wie das Multiple Myelom diagnostiziert wird, wie eine zielgerichtete Therapie in Kombination mit einer Immuntherapie verläuft, welche weiteren Therapieoptionen es gibt und an welchen Studien sich das DBK beteiligt, darüber berichtet PD Dr. med. Philipp Hemmati, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie, beim Gesundheitsforum DBK am 17. Juni 2024 um 17 Uhr in der Friedenskirche neben dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg. Alle Interessierten sind willkommen. Der Eintritt ist frei
Zum Bundesstart des Film NIEMALS ALLEIN IMMER ZUSAMMEN kommt mit Feline eine Protagonistin des Films am Freitag, 14. Juni, um 14.30 Uhr und um 17.30 Uhr, ins Neustrelitzer Fabrik.Kino.
Für ihren Dokumentarfilm begleitet die Filmemacherin Joana Georgi fünf Berliner AktivistInnen ein Jahr durch ihren Alltag. Quang, Patricia, Simin, Zaza und Feline sind jung, idealistisch und organisiert. Sie engagieren sich bei „Fridays for Future“, „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, kämpfen in der Berliner Krankenhausbewegung für bessere Care-Arbeit und setzen sich für die Aufarbeitung rassistisch motivierter Gewalt ein. Sie kümmern sich um die Community, machen politische Kunst und mischen Social Media auf. „Eine gerechtere Welt gibt es nicht geschenkt. Sie wird erkämpft“, meint der Klima-Aktivist Quang.
Anders als gewohnt, nähert sich der nächste literarisch-philosophische Salon in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz seinem Thema: Ausgehend von Heinrich von Kleists Novelle „Das Erdbeben in Chili“, wollen sich die Gesprächspartner Peter Heller und Klaus Rek einlassen auf einen mehr als 200 Jahre alten Text, der von einer Naturkatastrophe auf der anderen Seite der Welt handelt. Wie nah oder wie fern ist uns diese Novelle aus dem Umfeld von Weimarer Klassik und Romantik? Was bewegte den Autor Kleist beim Schreiben, wie reflektierte er seine Epoche, die eine Zeitenwende bedeutete, den letzten Schritt in die europäisch-westliche Moderne, Krise und Aufbruch zugleich?
Also, was sagt der Text uns heute? „Lesen!“, empfehlen Heller und Rek. Die neue Ausgabe ihrer Gesprächsreihe – einer Kooperation zwischen dem Hans-Fallada-Klub und dem Verein für Umwelt, Kultur und Kommunikation – gibt es am 30. Mai um 19 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik.
Der Tänzer und Choreograf Lars Scheibner kommt am Dienstag, 28. Mai, um 19.30 Uhr, zum Gespräch ins Fabrik.Kino Neustrelitz. Anlass ist die Aufführung des Films „Becoming Giulia“.
Elf Monate, nachdem die Primaballerina Giulia Tonelli ihre Karriere vorübergehend aussetzte, weil sie Mutter wurde, kehrt die Balletttänzerin im Frühjahr 2019 wieder ans Zürcher Opernhaus zurück. In den folgenden drei Jahren begleitet der Film den schwierigen Spagat der Künstlerin zwischen Karriere und Familie. Die Regisseurin Laura Kaehr, selbst ehemalige Balletttänzerin, erschafft das Porträt einer ambitionierten Frau, die gegen festgefahrene Rollenbilder ankämpft, um ihren eigenen Weg als Mutter und Tänzerin zu gehen.
Der visuell ambitionierte Dokumentarfilm erzählt empathisch, ohne Interviews oder externe Kommentare, vom erfüllenden Leben einer Tänzerin, ohne die hierarchischen Verkrustungen der Bühnenwelt oder die enormen körperlichen und psychischen Belastungen zu verschweigen. Ein Film, der sehr inspirierend ist, weit über die Tanzwelt hinaus.
Bei den Neustrelitzer Büchertagen steht in dieser Woche besonders der 10. Mai im Fokus, als Tag des Gedenkens an die Barbarei der nationalsozialistischen Bücherverbrennung 1933. Der Hans-Fallada-Klub Neustrelitz widmet diesem Anlass eine Veranstaltung im Kulturquartier: Künstlerin Cornelia Kestner und Historiker Marco Zabel unternehmen im Gespräch den „Versuch einer Annährung“ an Alexander Graf Stenbock-Fermor (1902-1972). Einst Weißgardist, später proletarisch-revolutionärer Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen die Nazis, war Stenbock-Fermor 1945 für sechs Wochen Oberbürgermeister von Neustrelitz, wo er zuvor einige Zeit seines bewegten und rätselhaften Lebens verbracht hatte.
Ausgehend von der einst viel gelesenen Autobiographie „Der rote Graf“, blicken Cornelia Kestner und Marco Zabel auf die Lebenswege des Autors in den Wirren des 20. Jahrhunderts und auf seine Beziehung zu Neustrelitz. Dabei werden Lebens-Entscheidungen, Grenz-Überschreitungen und Selbst-Inszenierungen in den Blick genommen, die nach Einordnung verlangen und zugleich Fragen – auch für das Heute – aufwerfen. Die Veranstaltung im Kulturquartier beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter 03981-23909-99 oder info@kulturquartier-neustrelitz.de