Es wird wieder kulinarisch: Während die Bühne des Landestheaters Neustrelitz in eine Küche verwandelt wird, in der es brutzelt, dampft und duftet, lädt Schauspieldirektor Maik Priebe zum Gespräch. Am Sonntag, 12. Mai, um 18 Uhr, wird Gregor Gysi zu Gast sein. Rühren die Tränen also vom „Häuten der Zwiebel“ oder von den wundervollen Anekdoten der Gäste? Lassen Sie sich überraschen!
Es gibt noch Tickets: unter 03981 20 64 00 oder einfach online unter https://tog.de
Gregor Gysi ist ein deutscher Jurist und Politiker der Partei DIE LINKE. Als Rechtsanwalt verteidigt das SED-Mitglied in der DDR Regimekritiker und Bürgerrechtler wie Rudolf Bahro, Robert Havemann, Ulrike Poppe und Bärbel Bohley und vertritt die Bürgerbewegung „Neues Forum“ (NF). Im Zuge der deutschen Einheit ist Gysi als Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzender maßgeblich an der Integration der sozialistischen PDS in das demokratische Parteienspektrum der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Von 2005 bis 2015 ist Gysi Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.
Film & Gespräch & Honigverkostung“ gibt es nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wieder in Kooperation mit dem Imkerverein Neustrelitz e.V. am 9. März um 18 Uhr in der Neustrelitzer Fabrik.Scheune. Gezeigt wird der Film „An der Bruchkante – Imker in Mecklenburg“. Die Regisseurin Anne Andersen ist zum Gespräch anwesend!
Ausgehend vom prekären Arbeitsalltag der Imker in der Region, begibt sich die Filmemacherin Anne Andersen auf die Suche nach einer bäuerlichen Wissenskultur, die trotz einiger Vorzeigeprojekte immer randständiger wird. „Von der Biene aus“ kann sinnfällig werden, wie das Überleben der Insekten nicht isoliert vom Überleben der Menschen zu begreifen ist, wie die Art der praktizierten Landwirtschaft gesellschaftlich entstanden ist und auf uns zurückwirkt; wie Besonderheiten in einer Region auch spezifische Lösungswege nötig und möglich machen.Über einen längeren Zeitraum begleiten die Filmemacherin Imker in ihrem Arbeitsalltag.
„Von den Bienen aus“ scheinen Themen auf wie Landflucht, sterbende Dörfer, Kreativität junger Landbewohner, Parallelwelten der Ökotouristen, Biker, Landgrabber, Städter, die das Landidyll suchen, auch die Wölfe sind Thema. Alles wird aus aus der Perspektive derer erzählt, die genau wie die Bienen, um ihr Leben kämpfen müssen. Überlebenskultur in Mecklenburg-Vorpommern. Es wird auch die Frage verhandelt: Ist das Überleben der Insekten isoliert vom Überleben der Menschen zu begreifen? Drehorte dieses Films sind u. a. Ludwigslust, Dömitz und Rostock.
Zum diesjährigen Frauentag am Freitag, den 8. März, laden der Neustrelitzer Buchladen „Frau Rilke“ und das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz ein zu einer Lesung mit Gespräch mit der Journalistin und Schriftstellerin Anja Reich, die ihr 2023 erschienenes Buch „Simone“ vorstellt. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit Musik, Kaffee und einem Glas Sekt oder Saft im Kulturquartier.
Das autobiographisch geprägte Buch erzählt die bewegende Geschichte zweier junger Frauen im Berlin der 1980er Jahre. Simone und Anja feiern, tanzen, reisen, lieben. Nach dem Fall der Mauer verändert sich das Leben der Freundinnen in rasender Geschwindigkeit. Simone reist durch die Welt, Anja bekommt ein Kind, heiratet, beginnt zu arbeiten. Sie treiben auseinander und verlieren sich doch nicht. Bis zu dem Tag, an dem Simone sich das Leben nimmt und Anja zurückbleibt.
Auf der Suche nach Antworten begibt sich die Autorin auf eine Reise zurück in das Leben der Freundin und in ihr eigenes. Sie spricht mit Angehörigen, Freunden und Experten, liest Briefe, Tagebücher und Dokumente und stellt sich die großen Fragen des Lebens. Sie fasst ihre Spurensuche in einem berührenden und gesellschaftlich relevanten Buch zusammen.
Ich bin ja seit Jahren Fan von Charly Hübner, und damit offenbar nicht allein. Jedenfalls war heute Vormittag im Landestheater Neustrelitz kein Ticket mehr für seinen Auftritt an der Seite von Autor Hans-Dieter Schütt zu haben. Im Gegenteil, es wurden noch ein paar Stühle ins Parkett gestellt. Und kaum war der Ausnahmemime von Schauspieldirektor Maik Priebe angekündigt und Hübner hatte einen Schritt auf das Podium gesetzt, da brandeten auch schon Beifall und Jubel auf. Ein Heimspiel des 1972 in Neustrelitz geborenen Gastwirtssohns aus Carwitz in der Feldberger Seenlandschaft, der felsenfest zu seiner Heimat steht und trotz seiner bemerkenswerten schauspielerischen Laufbahn, trotz seines Formates immer einer von uns und von hier geblieben ist. In aller Bescheidenheit und liebenswerten Kantigkeit.
Was als Lesung aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Porträt- und Interviewbuch „Backstage Hübner“ angekündigt war, kam als höchst informative und amüsante Plauderei der beiden Herren auf der Bühne daher, Schütt gab Fragen vor, und Hübner legte los in seiner unnachahmlichen Art, die wir kennen und lieben. Von der Kindheit als Carsten über die Gnade der späten Geburt bis zur Gegenwart mit neuesten Produktionen, von seiner besonderen Beziehung zum Neustrelitzer Theater, vom Unterschied zwischen auf der Bühne und vor der Kamera, von Kommissar Bukows TV-Abgang bis hin zu Heavy Metall und Hübners Erstling von 2021 „Motörhead oder warum ich James Last dankbar sein sollte“. Aus dem Buch hat er am Ende der anderthalb Stunden auch tatsächlich zwei Passagen gelesen. Wen wundert es noch, auch als Schriftsteller ist er mit einigem Talent gesegnet, wenn nicht gar mit Wortgewalt. Heavy eben, der Mann. Lange Schlange im Foyer, als er im Anschluss an den höchstverdienten rauschenden Schlussapplaus noch eine Signierstunde anhängte.
Von Charly Hübner kann man einfach nicht genug bekommen. Eben noch hatte er im Landestheater mit Karen Miosga aus Uwe Johnsons Jahrhundertroman „Jahrestage“ gelesen, eben noch sind „Mittagstunde“ und sein Regiedebüt „Sophia, der Tod und ich“ auf der Leinwand zu erleben gewesen, eben hat er aus diesem grauen einen schönen Sonntag gemacht, und schon freut man sich auf noch mehr von ihm. Er kommt wieder nach Neustrelitz, zurück zu seinen Wurzeln und zu Menschen, die ihn einfach mögen. Da bin ich so was von sicher. Das braucht er auch, das erdet. Danke Charly Hübner, und danke, liebe Theater und Orchester GmbH.
Wie an jedem ersten Montag im Monat, lädt die Landtagsabgeordnete Jutta Wegner am 5. Februar ein, mit ihr in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr auf dem Grünen Sofa ins Gespräch zu kommen. Gern berichtet sie über ihre Tätigkeit im Landesparlament, jedoch sind auch Fragen und Diskussionen zu Mobilität, Heizungsgesetz, Kommunalwahl oder anderen Themen möglich.
Das Grüne Sofa steht im Wahlkreisbüro in der Friedländer Str. 14-16 in Neubrandenburg. Einfach hinkommen, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Rückfragen: Wahlkreisbüro 0395/35 17 60 90.
Eine Lesung mit Charly Hübner und Hans-Dieter Schütt gibt es am kommenden Sonntag, 4. Februar, um 11 Uhr, im Landestheater Neustrelitz. Es sind wenige Restkarten verfügbar – unter 03981 20 64 00 oder Ticket einfach online buchen unter https://tog.de/projekte/huebner-backstage/.
Er kann in seinem Spiel bravourös stutzig sein, brummig stupide oder liebenswert betriebsselig, er kann mit Leib und Seele nach der Welt greifen und all seinen plebejischen Realitätssinn virtuos mit dem Grotesken kurzschließen: Charly Hübner, Jahrgang 1972, Gastwirtssohn aus Feldberg-Carwitz. Ein faszinierender Ausnahmespieler auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses Hamburg und vor der Kamera. Seine Kunst: Höhenflüge im Höllentief. Noch eine Schleife Verlorenheit, noch eine Prise Verzweiflung, noch einen Humpen Witz. Am liebsten spielt Hübner wohl am Schnittpunkt, wo die Spannung zwischen Eingelöstem und Ersehntem am unerträglichsten ist. Jenseits aller Kultur, mit der wir einander abdämpfen und abrichten.
Mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt führt er in seinem Buch „Hübner (backstage)“ Gespräche über Herkünfte und Hingaben, erzählt von seinem Dokumentarfilm „Wildes Herz“, einem Porträt des Frontmannes „Monchi“ Gorkow der Punkband Feine Sahne Fischfilet und seinem Buch über „Motörhead“.
Im Rahmen einer neuen Filmreihe mit dem Titel „Gedreht in MV“ kommt der Rostocker Regisseur Max Gleschinski mit seinem Film „Alaska“, der im letzten Jahr auf vielen Festivals preisgekrönt und im September in den Kinos gestartet wurde, am kommenden Dienstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr, nach Neustrelitz in das Fabrik.Kino. Der Film handelt von Kerstin, die in ihrem roten Kajak stoisch über die Mecklenburgische Seenplatte schwebt. Ziellos gleitet sie zwischen Tourismus und Tristesse tagelang über das Wasser. Die vielen Flüsse und Seen sind ihr vertraut. Doch woher kommt sie eigentlich? Wovor ist sie auf der Flucht? Wer verfolgt sie? Die Gleichmäßigkeit dieser Reise bricht, als Alima auftaucht, die der paddelnden Einzelgängerin endlich die richtigen Fragen stellt. So befinden wir uns mitten in einem poetischen Wasserwander-Roadmovie.
„Alaska“ lässt nicht nur die Paddel-Herzen von NaturliebhaberInnen und WassersportlerInnen höher schlagen, sondern projiziert auch unvergleichliche und so noch nie gezeigte Perspektiven aus dem Boot heraus direkt auf die große Leinwand. Eine filmische Hommage an die entschleunigende und zugleich magische Kraft des Wassers und der Natur. Hinter allem liegt eine Familiengeschichte, die sich im Lauf der Handlung langsam entschlüsselt. So wird ihre Reise in das Land ihrer Kindheit auch als eine Art Selbstbesinnung geschildert. Ein Film voller Überraschungen, der mit dem Max-Ophüls-Preis als Bester Spielfilm ausgezeichnet wurde. (Der Film läuft auch noch am 18., 19. und 21. 1. jeweils um 18 Uhr)
Die 1935 geborene Künstlerin Christa Jeitner hat ein erstaunliches Lebenswerk geschaffen, welches in der neuen Ausstellung „täglich sich erinnern“ noch bis zum 28. Januar in der Kunstsammlung Neubrandenburg anzuschauen ist. Im Rahmen eines Gesprächs am 15. Januar um 17 Uhr in der Großen Wollweberstraße 24 werden die beeindruckenden Werke Christa Jeitners, ihre bemerkenswerte künstlerische Biografie – auch unter sozialistischen Verhältnissen – und ihre Schaffensmotivation thematisiert.
Nach einem 1954 angefangenen Grafikstudium in Berlin Weißensee, der Exmatrikulation aufgrund ihres Engagements bei der „Aktion Sühnezeichen“ und der Fortsetzung ihres Studiums in Westberlin bis zum Mauerbau, entwickelte die Künstlerin in relativer Abgeschiedenheit in ihren vorrangig aus textilem Material bestehenden Arbeiten einen eigenständigen künstlerischen Ausdruck, der ausgesprochen zeitgenössisch ist.
Nach wie vor ist die 88-jährige Christa Jeitner künstlerisch aktiv und reagiert insbesondere auf aktuelle weltpolitische Ereignisse. Dabei ist ihr äußerst sensibles Schaffen von einem tiefen Humanismus geprägt.
Christa Jeitner (rechts) und Dr. Elke Pretzel, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlung. Foto: Petra Pfeiffer
Der Regisseur Andreas Voigt kommt am Donnerstag, 14. Dezember, um 20 Uhr zum Filmgespräch ins Fabrik.Kino 2 Neustrelitz. Zunächst wird der Film „Alles andere zeigt die Zeit“ aus dem Jahr 2015 präsentiert. Darin kehrt der Dokumentarfilmer Voigt, 18 Jahre nach den Filmen seiner ‚Leipzig-Reihe‘ aus den Jahren 1986 bis 1997, in denen er Leipziger Bürger durch die Zeiten des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs begleitete, noch einmal in die Stadt zurück. 25 Jahre nach der Wiederbegegnung trifft er drei seiner einstigen Porträtierten erneut, fragt, was aus ihnen wurde und was sich seitdem in Leipzig getan hat.
Der seit der Wende fast durchgängig arbeitslose Jens lebt in Velbert; Isabell, früher „Grufti“ und „eher links“, arbeitet als Insolvenzverwalterin in Stuttgart; Redakteurin Renate hat sich 2001 das Leben genommen, nun versucht ihre Tochter, sich Klarheit über die IM-Tätigkeit der Mutter zu verschaffen. Der Film fällt keine moralischen oder politischen Urteile, sondern zeigt Verwerfungen und blickt auf von der Zeit geschlagene Wunden.
„Schon die Gespräche mit Andreas Voigt über seine vorherigen Leipzig-Filme waren sehr erhellend hinsichtlich der Befindlichkeiten der Menschen hier im Osten. Auf den Abschlussfilm seiner Leipzig-Reihe dürfen wir gespannt sein und freuen uns auf die anschließende Diskussion mit Andreas Voigt“, so Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg.