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Hildegard Schmahl und Charly Hübner. Fotos: filmstarts.de

Da ist der Wesenberger Kinochefin Christiane Bongartz ein ganz großer Wurf gelungen. Die gestandene Cineastin hat sich zur Wiederöffnung ihres Filmtheaters in der Woblitzstadt mit „Mittagsstunde“ (Strelitzius berichtete) von Lars Jessen nach dem gleichnamigen Roman von Dörte Hansen für einen Film entschieden, den ich für einen der besten und schönsten seit langem halte. Und uns Charly Hübner in der Hauptrolle des Ingwer Feddersen, der in sein nordfriesisches Heimatdorf und den Dorfkrug der Familie zurückkehrt, um seine Alten zu pflegen, kann man nur als Idealbesetzung bezeichnen. Tiefe Verneigung vor der neuerlichen Leistung des gebürtigen Neustrelitzers! Wobei alle vor der Kamera Mitwirkenden das Anschauen des Films wert sind. Was hat dieses Land doch für wunderbare Schauspieler! Man muss sie nur spielen lassen.

Wer im Norden lebt, muss „Mittagsstunde“ gesehen haben, rund um Husum ist es auch nicht so viel anders als in MeckPomm. Wer den Norden liebt, muss den Film gesehen haben. Und wer die Menschen hier ein bisschen besser verstehen will, muss den Streifen erst recht gesehen haben. Übrigens durften wir im Zuschauerraum abstimmen, ob wir das wortkarge kleine Meisterwerk in Platt, hochdeutsch untertitelt, oder nur in Hochdeutsch sehen wollen. Letztere Variante hatte die Mehrheit, vielleicht war das im Nachhinein betrachtet schade. Die Authentizität wäre wohl plattdütsch noch zu steigern gewesen.

Unbedingt hingehen und „Mittagsstunde“ anschauen! Im Wesenberger Kino läuft das herausragende Familiendrama heute, morgen und am Dienstag um 17.30 und um 20 Uhr, am Mittwoch nur um 20 Uhr. Der Film geht aber auch noch in die Verlängerung, war am Ausgang zu erfahren. Toll, dass wir unser Kino in der Kleinseenplatte wiederhaben!

Dieter Schaad (links) und Peter Franke.
Gro Swantje Kohlhof und Lennard Conrad.