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Brandenburg, Elstermann, Gespräch, Kino, Rheinsberg, Schlosstheater, Schygulla

Die legendäre Schauspielerin Hanna Schygulla kommt nach Rheinsberg! Am Sonnabend, den 28. September, wirft sie ab 19 Uhr im Schlosstheater gemeinsam mit Filmkritiker Knut Elstermann den Blick zurück auf einen epochemachenden Film aus dem Jahre 1974: Rainer Werner Fassbinders Verfilmung von Theodor Fontanes „Effi Briest“, in dem Schygulla selbst die Titelrolle verkörperte. Es war eine der zahlreichen Zusammenarbeiten des kongenialen Duos Fassbinder-Schygulla, das mit Filmen wie „Die Ehe der Maria Braun“ oder „Lili Marleen“ Filmgeschichte schrieb. Gemeinsam erlangten sie Weltruhm. Diese Zeit in den 1970er Jahren ist jedoch nur ein Abschnitt in der langen Karriere von Schygulla: Erst im vergangenen Jahr spielte sie an der Seite von Willem Defoe und Emma Stone im Kinofilm „Poor Things“, der insgesamt vier Oscars gewann.
Trotzdem steht Schygulla mit ihrer Darstellung der Fassbinder-Figuren wie keine andere Schauspielerin für die Epoche des sogenannten Neuen Deutschen Films, worunter auch die Verfilmung von „Effi Briest“ fällt. Fontanes Stoff ist die tragische Geschichte einer Frau, die von einer sittenstrengen, verlogenen Gesellschaft ausgestoßen wird. Fassbinder inszenierte stark, Schygulla spielte klug: Das Werk ist nicht nur erzählerisch, sondern auch visuell ein bemerkenswerter Streifen, der nach den gesellschaftlichen Hintergründen der Tragödie fragt. Die Filme des Duos waren kontrovers – sowohl in der BRD als auch in der DDR, wo sie nur äußerst selten zu erleben waren.
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